Kultur – deutsch – Richard Wagner der Urdeutsche – 2


Ein uralt menschliches Gedicht

JF-Serie, Teil II: Richard Wagners Romantik und Erlösungssehnsucht / „Lohengrin“ eröffnet neue Weltsicht

hören statt lesen

Wagners Werk und Leben

sind ineinander verwobene

Variationen des Weges zum

„Kunstwerk der Zukunft“. Dieser Weg

ist nicht geradlinig, es gibt Bruche, uberraschende

Volten und Selbstinterpretationen,

in denen Leben und Theorie

in Ubereinstimmung gebracht werden

sollten. So hat Wagner oft seine fruheren

Werke auf eine Weise umgedeutet,

die erst aus einer spateren Warte heraus

plausibel war.

Dennoch liegt Leben und Werk eine

Folgerichtigkeit zugrunde, eine Logik

der Entwicklung der Person und des

Denkens des Menschen Richard Wagner,

in der nicht nur ein individuelles

Kunstlerdrama sichtbar wird, sondern

in der sich auch der historische Wandel

des Ubergangs von den geschlossenen

kollektiven Institutionen der Agrarwirtschaft

mitsamt allen daran geknupften

Rechten und Pflichten in die offene Gesellschaft

der freien Konkurrenz spiegelt.

Erst vor diesem Hintergrund ist ja Wagners

„Kommunismus“ denkbar.

In Wagners Leben, Schriften und

Musikdramen findet die Herausbildung

dieser Moderne ihren Niederschlag, wird

reflektiert und kommentiert und schafft

sich zuletzt, in „Parsifal“, die hochaktuelle

Utopie ihres eigenen postmodernen

Endes. Wagners Werk ist eine Signatur

der Gegenwart, sein Schopfer unser

Zeitgenosse.

Das Individuum nimmt im Denken

der westlichen Moderne eine Zentralstellung

ein. Nirgendwo auserhalb des

christlich gepragten Kulturkreises wird

es als Monade aufgefast, als Ebenbild

Gottes einzigartig und unersetzlich. In

der Romantik gewann die Figur des weltverlassenen

und die Welt verlassenden

Vereinzelt-Einzelnen neues Interesse,

selbstverstandlich auch als Ausdruck der

Resignation angesichts der politischen

Verhaltnisse. Insbesondere in Deutschland

feierte das von den Nachsten und

der Gemeinschaft abgeschnittene, der

Welt gleichsam abhanden gekommene

Individuum, wie es in Friedrich Ruckerts

Gedicht heist, sein melancholisches Debut

als Zentrum der Kulturschopfungen.

Mythische Weltsicht aller

Völker durch die Zeiten

Schon in „Hollander“ und „Tannhauser“

spielt Wagner die Themen Odyssee

und Erlosung durch. Der Grundzug des

Mythos vom Fliegenden Hollander, so

schreibt er in „Eine Mitteilung an meine

Freunde“ (1851), fand in Gestalt des

herumirrenden Odysseus einen fruhen

Ausdruck. So tritt uns der Vereinzelt-

Einzelne auch in der 1841 vollendeten

„romantischen Oper“ „Der Fliegende

Hollander“ entgegen. „Erlosung“ findet

der moderne Ahasver mitsamt seiner

kongenialen, ihrem gesellschaftlichen

Umfeld gleichfalls entfremdeten Partnerin

Senta in diesem Drama noch in

einem Jenseits, dessen christlicher Charakter

indessen nicht allzu deutlich ist.

Im „Tannhauser“, der 1845 vollendeten

„grosen romantischen Oper“,

kehrt der Abweichler jedoch wieder in

den Schos der Kirche und der Feudalordnung

zuruck und findet seine christlich-

himmlische Erlosung. Im Rahmen

des musikdramatischen Gesamtwerkes

erscheint „Tannhauser“ wie eine Regression,

denn bereits im folgenden

Musikdrama „Lohengrin“ ereignet sich

ein thematischer Qualitatssprung, geschieht

etwas Revolutionares. Auch dieses

1848 vollendete Werk firmiert noch

als „Romantische Oper“, aber unter den

Chiffren der Romantik verbirgt sich ein

Drama der Moderne. „Lohengrin“ offnet

den Zugang zu Gedankenwelten, denen

keine der Gestalten in Wagners folgenden

Werken mehr entkommen kann.

Das es sich bei alldem um etwas Politisches

handeln mus, last die zeitliche

Nahe von Wagners Schriften zu „Lohengrin“

erahnen, die Titel tragen wie

„Die Revolution“ oder „Der Mensch und

die bestehende Gesellschaft“, beide aus

dem Jahr 1849, wie auch die bereits im

ersten Teil dieses Aufsatzes (JF 33/12)

angefuhrten „sozialistischen“ Schriften

„Das Kunstwerk der Zukunft“ und „Das

Kunstlertum der Zukunft“.

Zunachst fuhlte sich Wagner nicht zur

Lohengrin-Sage hingezogen. Das anderte

sich aber schon bald, denn in in seiner

„Mitteilung an meine Freunde“ (1851)

schreibt er, das er im Mythos des Schwanenritters

„kein eben nur der christlichen

Anschauung entwachsenes, sondern ein

uralt menschliches Gedicht“ erkannte.

Die Kategorie „christlich-romantisch“ sei

nur eine Auserlichkeit, denn im Grunde

bringe der Mythos die Sehnsucht des

Menschen nach dem Gotte und Gottes

nach den Menschen zum Ausdruck.

Diesen Kern mythischer Weltsicht hatten

alle Volker durch die Zeiten in ihren

Mythen bewahrt.

Im Mythos von Zeus und Semele erkennt

Wagner die Grundgestalt der Lohengrin-

Erzahlung: Der Gott liebt ein

menschliches Madchen und nahert sich

ihr als Mann in menschlicher Gestalt,

aber Gott und Mensch konnen nicht

von gleich auf gleich miteinander umgehen,

der Mensch ertragt die Unmittelbarkeit

der Gottheit nicht. Als Zeus

sich der Konigstochter in seiner wahren

Gestalt zeigt, vergluht sie.

Wie jeder genuine Mythos ist auch

der Kunstmythos vieldeutig, daher kann

Shaws „sozialistische“ Erklarung des

„Ring“ erganzend und gleichberechtigt

neben Robert Doningtons psychologische

und Lynn Snooks symbolgeschichtliche

Deutungen treten. „Lohengrin“ ist

oft als Drama des modernen Kunstlers

verstanden worden. Diese Deutung ist

nicht falsch, greift aber zu kurz. „Lohengrin“

ist auch eine politische Dichtung,

ein Ausdruck der Ara zwischen

den beiden Revolutionen von 1830 und

1848. Die Anspielung auf den Sieg Konig

Heinrichs I. uber die Ungarn an der

Unstrut im Jahr 933 wurde von Wagners

Zeitgenossen als Appell zur deutschen

Einigung und zum Widerstand gegen

das Zarenreich als Hauptstutze der restaurativen

Bestrebungen der deutschen

Fursten verstanden.

Um aber die politische Aussage des

„Lohengrin“ noch besser zu verstehen,

mussen wir uns der Gestalt der Ortrud

zuwenden. Sie ist die „politische Frau“

(Hans Mayer), die machtige Gegenspielerin

des Schwanenritters. Elsa ist

fur Wagner nur der „andere Teil“ von

Lohengrin, nicht, wie Ortrud, der ihm

fern liegende, absolute Gegensatz. So

wie die Geschichte von Zeus und Semele

der Beziehung von Elsa und Lohengrin

mythische Tiefe verleiht, so

gestaltet Wagner auch das Verhaltnis

Lohengrins und Ortruds zueinander

durch ein mythisches Motiv: das Motiv

des Drachenkampfes. Es bleibt zwar in

seinen Reflexionen uber „Lohengrin“

ungenannt, im „Ring des Nibelungen“

greift er es aber ganz bewust in der Gestalt

des Fafner auf. Erst wenn man dieses

Motiv zur Deutung des „Lohengrin“

heranzieht, wird deutlich, welch neue

Weltsicht Wagner sich in diesem Musikdrama

erschliest.

Prof. Dr. Thomas Bargatzky lehrte bis 2011

Ethnologie an der Universität Bayreuth. Den

dritten und letzten Teil der Wagner-Serie lesen

Sie nächste Woche in der JF-Ausgabe 35/12

Kultur – deutsch – Richard Wagner der Urdeutsche


Erster Teil von drei

Erlösung in den Kommunismus
Richard Wagner und das Ende der Moderne: Der durch Besitzgier und Eigennutz entfremdete Mensch
schafft sich eine neue Ordnung / Das Kunstwerk der Zukunft als Lebensform / Erster Teil einer JF-Serie

hören statt lesen

THOMAS BARGATZKY

In einem Artikel vom 7. Januar 2012
unter dem Titel „Staatendämmerung“
in der FAZ behandelt Rainer
Hank die europäische Schuldenkrise
der Gegenwart. Hank spielt auf
„Götterdämmerung“ an, den vierten
und abschließenden Teil von Richard
Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“.
Schon George Bernard Shaw
hat in seinem Buch „The Perfect Wagnerite“
(1898; dt. „Ein Wagner-Brevier“)
Wagners Dramenzyklus als Kapitalismuskritik
gedeutet. Der Ring spiele
nicht in einer fernen Vergangenheit,
sondern handle von der gegenwärtigen
Krise des modernen Kapitalismus und
seinen zerstörerischen Einwirkungen auf
Staat und Gesellschaft.
Shaws Gegenwart ist auch die unsere.
Daß Hank ausgerechnet auf Wagners
„Götterdämmerung“ anspielt, das Musikdrama,
in dem sich der Weltuntergang
vollzieht, ist kein gutes Zeichen, denn
damit deutet er an, daß der Wandel, den
die moderne Staatenwelt zur Zeit erfährt,
mythisch ist, also nicht zu neuen Lösungen
führen wird. Der Mythos zeigt „den
Zusammenhang der Dinge, indem er
eine Geschichte erzählt“ (Carl Friedrich
von Weizsäcker), und die Geschichte des
Mythischen endet nie (Kurt Hübner);
mythische Geschehnisse wiederholen
sich. Jede Morgenröte ist Eos, jeder Lorbeer
ist Daphne. Alternativlosigkeit ist
das Wesen des Mythos, insofern besitzt
auch das Handeln von Deutschlands
Kanzlerin mythische Qualität. Ob das
Ergebnis davon Untergang ist oder „Erlösung“,
läßt sich derzeit aber noch nicht
vohersagen. „Erlösung“ ist jedoch bei
Wagner immer auch Untergang.
Wagners Musikdramen und seine
Schriften gehören zusammen, sie sind
gleichsam eine Doppelgestalt; sein musikdramatisches
Schaffen erschließt sich
erst vollständig durch die Lektüre seiner
Schriften. Daher sind jene im Irrtum,
die meinten, Wagner hätte lieber noch
ein weiteres Musikdrama schreiben sollen,
als sich an seine Schriften zu verschwenden.
Gerade am Begriff der „Erlösung“
wird dies deutlich, einem Schlüsselbegriff
im Werk des Bayreuther Meisters.
Die moderne Wagner-Forschung hat unseren
Blick auf Wagners Weg als lebenslangen,
unlösbaren Konflikt zwischen
seiner Existenz als moderner Künstler,
der von seinem künstlerischen Schaffen
leben muß, und der Unvereinbarkeit des
Kunstwerkes mit der durch den Markt
bedingten Warenform gerichtet.
Der Abhängigkeit
vom Markt suchte Wagner
durch den Appell an bürgerliche
und adlige Mäzene
zu entkommen. Daß er sich
buchstäblich in letzter Minute
gern vom jungen bayerischen
König retten ließ –
wer kann es ihm verdenken?
Karl Marx’ herablassende
Bemerkungen im August/
September 1876, in
einem Brief an seine Tochter
Jenny Longuet über den
„neudeutsch-preußischen
Reichsmusikanten“ (MEW 34: 193),
sind nicht nur aus diesem Grunde ungerecht,
denn ein Blick in Wagners Schriften
enthüllt Parallelen im Denken beider,
die geradezu atemberaubend sind.
Das wird am Begriff „Erlösung“ deutlich,
der sich wie ein roter Faden durch
Wagners Werk zieht

Wagners
Schriften von
1849 lassen
keinen Zweifel
daran, daß es
ihm um eine
„Erlösung in
den Kommunismus“
geht.

„Erlösung“ hat bei Wagner niemals
nur eine individuelle religiöse oder psychologische
Bedeutung. Seine Schriften
von 1849 „Das Kunstwerk der Zukunft“
und „Das Künstlertum der
Zukunft“ lassen keinen
Zweifel daran zu, daß es
ihm um eine „Erlösung in
den Kommunismus“ geht,
um die Aufhebung der Entfremdung
des Menschen als
Folge von Eigennutz und
Besitzgier durch die Schaffung
einer neuen Ordnung,
die den „Egoismus“ durch
den „Kommunismus“ überwindet.
Die Welt der „öden
Sorge für Gewinn und Besitz,
der einzigen Anordnerin
alles Weltverkehrs“
(„Vorspiel zu Lohengrin“, 1853) ist ein
unnatürlicher „Zusammenzwang Ungleichbedürftiger“;
der Staat ist aus einem
„wohltätigen Schutzvertrage aller“
zu einem „übeltätigen Schutzmittel der
Bevorrechteten“ geworden.
Im gemeinsamen „Kunstwerk der
Zukunft“ wird nicht mehr der Luxus

herrschen, die „Seele“ einer „Industrie,
die den Menschen tötet, um ihn als Maschine
zu verwenden“. In dieser neuen
Lebensform wird das Volk der große
„Wohltäter und Erlöser“ sein, „denn
im Kunstwerk werden wir Eins sein“.
Hier wird im Medium der abstrakten
Begrifflichkeit vorweggenommen, was
fast zwanzig Jahre später, in „Die Meistersinger
von Nürnberg“ wenigstens als
bürgerliche Gesellschaft Bühnenrealität
wird, nachdem das Revolutionsjahr
1848 zwar nicht den Kommunismus
brachte, aber das „Manifest der Kommunistischen
Partei“!
Tatsache ist, daß Wagners „Kommunismus“
kein „Unfall“ in der Biographie
des Meisters war, sondern daß er bis in
seine letzten Jahre ein „Kapitalismuskritiker“
blieb. Dies wird unter anderem
durch eine Tagebucheintragung Cosima
Wagners vom 25. Mai 1877 belegt.
Der Londoner Osten erinnerte Richard
Wagner an seinen „Ring des Nibelungen“:
„Der Traum Alberich’s (sic!) ist
hier erfüllt, Nibelheim, Weltherrschaft,
Tätigkeit, Arbeit, überall der Druck des
Dampfes und Nebel.“

Was wußte Wagner von Karl Marx?
Diese Frage ist berechtigt. Sein Verhältnis
zu Marx bleibt vorläufig ein Rätsel,
denn obwohl Wagner 1849 Freundschaft
mit Michail Bakunin schloß, der
zuvor in Paris Proudhon, George Sand
und Marx kennengelernt hatte, kommt
der Name Marx nirgendwo bei Wagner
vor. Und Wagners Freund, der Revolutionsbarde
Georg Herwegh, war seinerseits
eng mit Marx befreundet. „Kamen
die Gedanken Wagners über den Kommunismus
etwa doch über den Umweg
Herwegh von Marx?“ mutmaßt Martin
Gregor-Dellin in seiner großen Richard-
Wagner-Biographie (1980). Die Forschung
zu dieser Frage ist noch nicht zu
Ende. Eine Klärung wäre nicht folgenlos
für eine Deutung des Gesamtwerkes.

Prof. Dr. Thomas Bargatzky lehrte bis 2011
Ethnologie an der Universität Bayreuth.
Von ihm stammen mehrere, zum Teil auch
im Ausland erschienene Aufsätze über das
Werk Richard Wagners, darunter einer im Programmheft
IV der Bayreuther Festspiele 1993.
Den zweiten Teil lesen Sie nächste Woche in
der JF-Ausgabe 34/12.

entnommen aus Junge Freiheit online 33-2012

Alles ist erlaubt…Medien: Die Einsicht, daß Nadja Drygalla unrecht getan wurde, wird folgenlos bleiben


hören statt lesen

DORIS NEUJAHR
Im Kielwasser der Kampagne gegen
die Ruderin Nadja Drygalla wird mit
Genugtuung vermeldet, daß ihrem
Freund Michael Fischer eine Anklage
wegen besonders schweren Landfriedensbruchs
und eine Gefängnisstrafe
von maximal zehn Jahre drohe. Fischer
habe im Februar 2012 an einer Gegendemonstration
zu einer Trauerkundgebung
teilgenommen, die linke Gruppen für ein
– mutmaßliches – Opfer der Terrorzelle
NSU in Rostock veranstalteten. Dabei sei
eine Eisenstange geworfen und ein Polizist
am Knie verletzt worden.
Nun sind Störungen von Totengedenken
ein Ritual, das sonst von linken
Gegendemonstranten gepflegt wird, die
bei der Gelegenheit ihre Freude über die
500.000 deutschen Ziviltoten des alliierten
Bombenkriegs bekunden. Von den
Dutzenden Polizeibeamten, die alljährlich
durch Mai-Demonstranten verletzt werden,
gar nicht zu reden. Die mediale Erregung
darüber hält sich in Grenzen. Man
dürfe die engagierten jungen Menschen
nicht kriminalisieren, lautet der öffentliche
Tenor, und zu Freiheitsstrafen kommt es
so gut wie nie. In diesem Fall aber geht
es „gegen Rechts“, wobei das Signalwort
„NSU“ als Vehikel dient. Längst wird ihm
eine zivilreligiöse Magie zugeschrieben,
an der zu zweifeln einen Frevel bedeutet,
der strafverschärfend wirkt und auch die
Gesinnungs- und Bettschnüffelei in der
Causa Drygalla legitimieren soll. Mit
Schnüffelei habe „das Sichten und Gewichten
von Kontakten zu Neonazis (…)
nichts zu tun“, schreibt Caroline Fetscher
im Berliner Tagesspiegel unter Hinweis auf
die „Serienmörder des selbsternannten ‘nationalsozialistischen
Untergrunds’“.
Hier zeigt sich, daß die einschlägigen
Medienkampagnen der letzten Jahre unabhängig
vom sachlichen Gehalt eine
eigene Realität erschaffen haben, welche
die Grundlage für immer neue Kampagnen
bildet. Wir befinden uns in einer auf

Permanenz angelegten Eskalation. Sogar
das zweifelhafte Messerattentat auf den
Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat
im Kampf gegen Rechts irreversible Fakten
geschaffen. Und auch über den Nationalsozialistischen
Untergrund wissen wir ja
nur, was die staatlichen Behörden und ihre
dienstbaren Mediengeister (die selber wie
ahnungslose Briefträger wirken) uns seit
Monaten glauben machen wollen, ohne
handfeste Beweise vorzulegen. Dennoch
wirkt er mit der Kraft einer Naturgewalt.

„Bei jeder Kampagne
handelt es sich um
eine Erregungslava,
die sich über das
Land legt und mit
ihrem Erkalten eine
neue Gesteinsmasse
bildet, über die sich
neue Lava schiebt.“

Mit der Drygalla-Kampagne ist ein
weiterer Präzedenzfall geschaffen worden,
der als Drohung im Raum stehen
bleibt. Es soll keine private Zone mehr
geben, die sich dem Zugriff politischer
Kalkulation und Bewertung verschließt.
Nichts wäre daher falscher als das Bild
einer Erregungswelle, die eben im Begriff
ist, sich zurückzuziehen und dem lädierten
Küstenstreifen die Gelegenheit zu geben,
sich zu regenerieren. Bei jeder Kampagne
handelt es sich um eine Erregungslava, die
sich über das Land legt und mit ihrem
Erkalten eine neue Gesteinsmasse bildet,
über die sich bei der nächsten Eruption
neue Lavamassen schieben. So entsteht
allmählich eine artifizielle Welt, die mit
jener, auf die wir uns beziehen, immer weniger
gemein hat, bis die antifaschistische
Friedhofsruhe vollkommen ist.
Dezidierter, prinzipieller Widerspruch
kommt höchstens von den wenigen Journalisten,
die sich eine Liberostellung erobert
haben oder anderweitig Narrenfreiheit

besitzen. Spiegel-Autor Matthias
Matussek merkte zur Kritik der früheren
Pionierleiterin und aktuellen Bundestagsvizepräsidentin
Petra Pau (Linkspartei),
Drygalla hätte aufgrund ihres Umgangs
gar nicht erst nominiert werden dürfen,
sarkastisch an: Das hätte es in der DDR
nicht gegeben. Unter der Überschrift „Ein
Schauprozeß“ attackierte Zeit-Autor Jens
Jessen die grassierende Feigheit, verfiel
dann allerdings in einen typisch linksliberalen
Denkfehler, als er die Kampagne
als den Versuch analysierte, einen unbewältigten
Neonazismus zu kompensieren,
anstatt klar die fremd- und selbstverordnete
Hitler-Fixierung der Bundesrepublik
als Wurzel des Übels zu benennen. Ähnlich
argumentierte der Alt-68er Thomas
Schmid in der Welt, der die „symbolische
Opferung“ Nadja Drygallas anprangerte,
die üble Rolle der Springer-Presse jedoch
verschwieg. Der Ministerpräsident von
Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering
(SPD), kritisierte den Umgang mit
Drygalla, ohne sich aber zu bemühen, die
politische Dimension des Vorgangs zu erfassen.
Zur politischen Dimension gehört
nämlich, daß der Schauprozeß seinen
Ausgangspunkt in einem Antifa-Internetportal
hat. Unter dem Deckmantel des
zivilgesellschaftlichen Engagements hat
sich ein – teilweise staatlich subventioniertes
– Spitzelwesen etabliert, welches
dem IM-System der Stasi an Perfidie und
Effektivität nacheifert.
Die meisten Journalisten genieren sich
keineswegs, als Verwerter und damit als
Teil dieses Systems zu agieren. Die Tagesspiegel-
Autorin Fetscher faßt stellvertretend
ihrer aller Überzeugung in die Formel:
„Daß dabei in seltenen Fällen übers Ziel
hinausgeschossen wird, läßt sich eher verkraften,
als daß das Ziel aus den Augen
gerät.“ Dieser Satz könnte, in seiner brutalen
Beiläufigkeit, auch von Hilde Benjamin
(„Warum so milde, Genossen?“) oder
Hermann Göring („Wo gehobelt wird, da
fallen Späne!“) stammen. Aus sich selbst
heraus kann dieser Irrsinn sich nicht mehr
reformieren.

aus Junge Freiheit online Nr. 34-2012

Neues Buch: Der Selbsthass der Deutschen


Zum unten stehenden Artikel: Schuld? Warum? Wegen Selbstschutz? Oder weil sie den -kriegstreibenden, intriganten Engländern in die Falle gingen?

Schuld? Eine stets wiederkehrende Impfung der Alliierten durch ihre linken Schergen, damit die Wahrheit nicht an das Tageslicht kommt.

Schuld? Nein, aber Hass auf alle die gegen uns und Deutschland schon vor 120 Jahren, bis heute, lügen, betrügen, Geschichtsfälschung betreiben, integrieren und dem stark überlegenen Deutschland das Ende zu bereiten.

Aus Neid und eigener Unfähigkeit.

+++++++++++++++++++++++++++++

Gerhard Wisnewski

Ist Deutschland ein Misthaufen? Oder vergleichbar mit einem Kuhfladen? Oder einfach nur zum Kotzen? Alles zusammen natürlich, meint eine ganze Reihe von notorischen Selbsthassern und Anti-Deutschen. Der bekannte Publizist Heinz Nawratil hat besondere Blüten dieses Selbsthasses gesammelt und seine Ursachen analysiert. Heraus kam sein Buch Der Kult mit der Schuld –  ein Muss für das Selbstverständnis jedes Deutschen.

Ich habe ihn, Sie haben ihn – alle haben ihn. Jedenfalls mehr oder weniger. Manche mehr: »Ich finde Deutschland zum Kotzen«, meinte zum Beispiel einst kurz und bündig die grün-linke Aktivistin Jutta Ditfurth, die vor lauter Selbsthass auch schon ihren Adelstitel wegwarf.

Auf die Frage, ob er Deutschland liebe, meinte der Hamburger Zigaretten-Milliardär Jan Philipp Reemtsma: »Halten Sie mich für nekrophil?« – »Noch immer war jeder große Tag in der Geschichte der Deutschen ein

schwarzer Tag in der Geschichte der Menschheit«, hatte weiland Hermann Gremliza erkannt, Herausgeber der linken Zeitschrift konkret.

Vor lauter Selbsthass nimmt mancher den »Auto-Rassismus« schon gar nicht mehr wahr:

»Die Deutschen sind immer noch derselbe unveränderbare Misthaufen, ganz gleich, welche Regierungsform. Schließlich ist es ja auch wirklich egal, ob ein Kuhfladen rund oder ins Quadrat getreten ist: Scheiße bleibt’s immer«, kotzte sich der preisgekrönte Schriftsteller Arno Schmidt aus.

Und die erst kürzlich verstorbene, hochgelobte Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich meinte, für sie bedeute es weder einen Grund zur Besorgnis noch Anlass zur Trauer, wenn das deutsche Volk in nicht allzu ferner Zukunft aussterben würde. »Denn es habe in den beiden Weltkriegen des letzten Jahrhunderts unendlich viel Schuld auf sich geladen. Nur eine intensive Vermischung mit den kinderreichen Farbigen der Dritten Welt könne den verbrecherischen Volkscharakter allmählich verändern.« Ob sie dafür wohl das Große Bundesverdienstkreuz bekam?

Therapie für den Selbsthass

Wie auch immer: Der einzige Rassismus, der hierzulande erlaubt ist, ist der gegen die Deutschen selber. Solche und ähnliche Beispiele für den deutschen Schuldkomplex und Selbsthass hat der Jurist und Schriftsteller Heinz Nawratil in seinem Buch Der Kult mit der Schuld zusammengetragen: Haben Sie im Ausland manchmal auch so ein ungutes Gefühl, wenn Sie sich als Deutscher bekennen? Wissen Sie auch manchmal nicht, ob sie nun stolz auf Deutschland sein dürfen oder nicht? Und wenn ja, wann? Fühlen Sie auch manchmal den Drang, sich für irgendetwas zu rechtfertigen, mit dem Sie überhaupt nichts zu tun haben? Ja, spüren Sie manchmal den Impuls, auf Deutschland zu schimpfen und sich davon zu distanzieren? Oder wenigstens kräftig zu nicken, wenn es irgendwo gegen Deutschland »geht«? Dann dürfte für Sie das Kapitel »Endstation Neurose« interessant sein, das erfreulicherweise nicht nur Symptome beschreibt, sondern auch eine Diagnose und eine »Therapie«.

Wenn man sich mit den Augen des Feindes sieht

Selbsthass, so Nawratil, entsteht immer dann, wenn eine Minderheit die Perspektive der Mehrheit auf sie übernimmt – also zum Beispiel, wenn Farbige in den USA anfangen, sich selbst zu hassen, weil sie von der weißen Mehrheit abgelehnt werden. In Sachen  Deutschland besteht die Minderheit aus den Deutschen selber, die Mehrheit aus den übrigen europäischen Ländern. Und die Meinung dieser Mehrheit wird durch die Medien ausgedrückt: »Im Fall der deutschen Nachkriegsneurose übernehmen im Wesentlichen die elektronischen Massenmedien die Rolle der repressiven Mehrheit und die gleichsam sprachlose Bevölkerung die der Minderheit.« Durch die »hilfreiche Vermittlung« dieser Massenkommunikationsmittel sähen sich »die Deutschen zurzeit nicht mit ihren eigenen Augen, sondern mit den Augen der ehemaligen Kriegsgegner mit allen ihren historischen Irrtümern und Vorurteilen. Vor allem sehen sie sich aus der Perspektive des Antigermanismus der 40er Jahre.« Und natürlich als »kollektivschuldige« Nachfahren der Endlösungs-Täter. Eine Kollektivschuld, die der katholischen Erbsünde in nichts nachsteht. Weshalb Nawratil wahrscheinlich auch der Meinung ist, »dass sich der kollektive Schuldkomplex unter diversen wohlklingenden Decknamen zur deutschen ›Zivilreligion‹ entwickelt« habe, »also mittlerweile pseudoreligiöse Formen angenommen hat«. Während die Geschichte dagegen lehrt, dass alle großen Verbrechen zwischen Völkern immer von Politikern und niemals von den Völkern begangen wurden. Fazit: Der Kult mit der Schuld ist ein Muss für das Selbstverständnis jedes Deutschen.