Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 20.09. bis 02.10.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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20.9.1863
Jakob Grimm †, Begründer der
Germanistik, nationalfreiheitlicher
Politiker

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21.9.1558
karl V. †; als deutscher könig, kaiser
und spanischer könig Herrscher
über ein gewaltiges Weltreich

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22.9.1158
Otto i. Bischof von Freising †,
bedeutendster Geschichts –
schreiber des Mittelalters

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23.9.1933
Erster Spatenstich
für die reichs autobahn
(Frankfurt a. M. – Heidelberg)

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24.9.1688
Beginn des dritten raubkrieges
des französischen „Sonnenkönigs“
gegen das schwer von den türken
bedrängte Deutsche reich

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25.9.1963
Generaloberst kurt Zeidler †,
Chef des Generalstabes des Heeres
ab 1942, Eichenlaubträger

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26.9.1963
Österreich bringt die
Südtirol-Frage vor die UNO

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27.9.1958
Rückkehr der restaurierten
Quadriga aufs Brandenburger tor

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28.9.1858
Gustaf Kossinna *,
genialer Vorgeschichtsforscher

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29.9.1938
Münchner Abkommen unterzeichnet;
Durchsetzung des Selbst –
bestimmungsrechtes für die
Sudetendeutschen

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30.9.1943
Johann Deisenhofer *, Biophysiker,
chemie-Nobelpreisträger

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1.10.1858
Alois Negrelli Ritter von Moldelbe †,
Erbauer der ersten Schweizer
Eisenbahn (Zürich – Baden), Planer
des Suezkanals

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2.10.1818
Konrad Wilheln Hase *, Architekt,
Erbauer von mehr als 100 Kirchen,
Restaurator der Marienburg
in Westpreußen

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3.10.1990
Vereinigung der Bundesrepublik
mit den Ländern der DDR
offiziell vollzogen
Aus Deutscher Kalender 2013

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Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 13.09. bis 19.09.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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13.9.1938
Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin“
wird der Öffentlichkeit vorgestellt

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14.9.1958
Zum 10. Tag der Heimat betonen
alle Bonner Parteien: „Niemals
Verzicht auf ostgebiete!“

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15.9.1913
Johannes Steinhoff *, Jagdflieger-
Ass im Zweiten Weltkrieg,
Schwerter träger, Inspekteur der
Bundesluftwaffe

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16.9.1813
Sieg der Lützower im Gefecht an
der Göhrde; Heldenmädchen Eleonore
Prochaska tödlich verwundet

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17.9.1883
Käthe Kruse*, „Puppenmutter“

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18.9.1978
Rudolf Nebel †, Pionier der Raketentechnik
und Weltraumfahrt

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19.9.1993
Quedlinburger Domschatz, 1945
von US-Soldaten geplündert, in die
Stiftskirche der Stadt zurückgekehrt

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Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 06.09. bis 12.09.2013


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Deutsche Gedenktage

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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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6.9.1813
Die Preußen siegen über die
Franzosen in der Schlacht bei
Dennewitz

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7.9.1958
Als erster Mensch läuft Armin Hary
die 100 Meter in 10,00 Sekunden

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8.9.2003
Leni Riefenstahl †, Tänzerin, Schauspielerin,
Regisseurin, Fotografin

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9.9.1583
Fürstbischof Julius Echter von
Mespelbrunn gründet die Julius-
Maximilian-Universität in
Würzburg

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10.9.1898
Elisabeth („Sisi“), Kaiserin von
Österreich, wird in Genf von einem
italienischen Anarchisten ermordet

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11.9.1273
Wahl Rudolfs von Habsburg zum
deutschen König

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12.9.1683
Schlacht am Kahlenberg; Reichsheer
unter Herzog Karl von
Lothringen befreit Wien aus
türkischer Umklammerung

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Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 30.08. bis 05.09.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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30.8.1938
Fritz Opel †, Bahnbrecher moderner
Automobilfabrikation

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31.8.1928
Beginn der 5. Deutschen Funk –
ausstellung in Berlin mit der ersten
öffentlichen Fernseh-Vorstellung

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1.9.1938
Deutsche Lufthansa stellt Transozean-
Flugboot „Do 26“ in Dienst

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2.9.1873
Einweihung der Siegessäule
in Berlin zur Erinnerung an die
Einigungskriege

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3.9.1978
Sigmund Jähn aus der DDR,
Deutschlands erster Weltraum –
fahrer im All, landet nach erfolg –
reicher Mission

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4.9.1853
Hermann von Wissmann *, Pionier
der Afrikaforschung, Kämpfer
gegen die Sklaverei, Gouverneur
von Deutsch-Ostafrika

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5.9.1938
Feierliche Überführung der Reichskleinodien
von Wien nach Nürnberg,
an historisch rechte Statt

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 23.08. bis 29.08.2013


Deutsche Gedenktage

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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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23.8.1958

Segelschulschiff der Bundesmarine
„Gorch Fock“ vom Stapel gelaufen

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24.8.1313

Heinrich VII. †, deutscher König und
Kaiser; er hatte die „kaiserlose,
schreckliche Zeit“ beendet

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25.8.1938

Als erste deutsche Frau
durchschwimmt die Ostpreußin
Anni Weynell den Ärmelkanal

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26.8.1813

Theodor Körner im Gefecht bei
Gadebusch nahe Schwerin gefallen

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27.8.1938

Peter Mitterhofer †, Erfinder
der Schreibmaschine

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28.8.1948

Wiedereröffnung des
Weimarer Nationaltheaters

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29.8.1868

Christian Friedrich Schönbein †, Begründer
der Geochemie, Entdecker
des Ozons

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Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 16.08. bis 22.08.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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16.8.1743

Matthias Klotz †, genialer
Geigenbauer aus Mittenwald

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17.8.1868

Norddeutscher Reichstag beschließt
einheitliches Dezimal- bzw.
metrisches System bei Maßen
und Gewichten

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18.8.1373

Vertrag von Fürstenwalde:
Wittelsbacher müssen die Mark
Brandenburg dem Kaiser überlassen

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19.8.1753

Balthasar Neumann †, genialer
Hauptmeister des deutschen
Spätbarock in der Baukunst

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20.8.1938

Beginn des Sportwettkampfes
der Erdteile (Amerika-Europa)
im Berliner Olympiastadion

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21.8.1838

Adelbert von Chamisso †, Meister
der Dichtkunst, Naturforscher

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22.8.1283

Adolf, deutscher König, verleiht
der Stadt Dortmund das Privileg,
Bier zu brauen

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Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 09.08. bis 15.08.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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9.8.378

Sieg der Westgoten über die Römer
unter kaiser Valens in der Schlacht
bei Adrianopel

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10.8.1913

Wolfgang Paul *, Nobelpreisträger
für Physik („Ionen-Falle“)

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11.8.843

Vertrag von Wirten (Verdun),
„Geburt“ des Ostfränkischen
(Deutschen) Reiches

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12.8.1763

Friedrich der Große erlässt das
international beispielgebende
preußische Gesetz zur Einführung
der allgemeinen Schulpflicht

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13.8.1913

August Bebel †, großdeutsch
gesinnter Sozialistenführer

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14.8.1943

Erster uS-amerikanischer Bombenangriff
auf österreichisches Gebiet
(Wiener Neustadt)

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15.8.1248

Grundsteinlegung des kölner
Domes Sankt Peter an der Statt
einer alten karolingischen kirche

deutsche reich fahne

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 02.08. bis 08.08.2013


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Deutsche Gedenktage.

Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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2.8.1873

Richtfest des Festspielhauses
Bayreuth in Anwesenheit von
Wagner und Liszt

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3.8.1963

Militante Südtiroler Aktivisten
(„Bumser“) starten eine neue Serie
ihrer Aktionen

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4.8.1338

Kaiser Ludwig der Bayer verkündet
Reichsgesetz „Licet juris“, um weltliche
Macht des Papstes zu brechen

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5.8.1953

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charta der deutsche heimatvertriebenen
in Stuttgart verkündet

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6.8.1898

Fritz Nallinger *, Ingeni

eur und
Erfinder (300 Patente), ab 1940
Entwicklungschef bei Daimler-
Benz, Schöpfer der Silberpfeile

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7.8.1883

Joachim Ringelnatz *, Meister
humoristischer Dichtung

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8.8.1928

Kapitän hugo Eckener startet mit
dem Luftschiff „Graf zeppelin“ zur
Reise um die Welt in 21 tagen

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Richard Wagner am Hochreck


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English: The birthhouse of Richard Wagner in 1...
Deutsch: Das Geburtshaus Richard Wagners im Zustand um 1885

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Rüdiger Jacobs über den Jahrhundertkomponisten als „Konservativen Revolutionär“

AUDIO

Unter den deutschen Musikern des 19. Jahrhunderts gibt es eine Handvoll Giganten. Wagner ist der letzte von ihnen. Das 20. Jahrhundert hat er spielend überstanden, und immer noch sieht es so aus, als könne ihm der aufgeregte Zahn der Zeit wenig anhaben. Politiker und Finanziers huldigen ihm weiterhin ungebrochen. Was für ein grandioser politischer Widerspruch.

Indes: An Richard Wagner scheiden sich die Geister. Viele mögen ihn ablehnen, ohne je einen Ton von ihm gehört haben, andere ihn vergöttern, ohne je eine Zeile von ihm zu lesen. Liest man heute Wagners Schriften, so zeigt sich einer, dem es nicht genügen wollte, ein Nur-Künstler zu sein. Visionär, Revolutionär, Denker, Abschaffer, das sollte es schon auch sein. Ist alles gar nicht so und nicht so schlicht, sagt Autor Jacobs und kündigt an, daß er herausfand, was er denn war und sagen wollte, dieser wortgewaltige Richard Wagner. Forsch bescheidet Jacobs dem Leser, man solle Wagner beim Wort nehmen, fügt aber auch dieses Diktum bei: Er schreibe nur für diejenigen, die Wagners Werk präsent haben. Hier stutzt der Rezensent und macht sich ein paar unfreundliche Gedanken über die akademische Welt von heute.

Doch zum Glück ist es so, daß der Text reich mit Beispielen aus Wagners Wortschaffen garniert ist. So läßt man Wagners Interpretation und seiner Weltsicht Revue passieren und erfreut und erheitert sich an seinen galligen und monumentalen Wortkaskaden. Das sind nachgerade leichte Leseübungen zum Rest des Buches. Um es vorweg zu sagen: Das ist keine Lektüre als Parallelveranstaltung zum deutschen Fernsehen. Hier ist scharfe Konzentration gefragt.

Es gibt indessen eine gute Möglichkeit, diesem Text zu Leibe zu rücken. Man fange von hinten an. Dort befinden sich Jacobs’ Thesen zu seinem Stoff. Sie sind im Vergleich zum übrigen leicht lesbar und vermitteln einen guten Einstieg in die Denkwelt des Autors. Danach erst sollte man den in vier Abschnitte grobgegliederten Hauptteil nach Belieben in Angriff nehmen. Sozusagen Thema und Variationen über ein Grundmotiv von Wagner: (1) der Unpolitische, (2) unpolitisch, aber nicht nichtpolitisch, (3) konservativer Revolutionär und Anarch, (4) Staat und Gesellschaft.

Auf diese Weise von den Anfangsschwierigkeiten befreit, bietet das Buch nun interessante Gedanken, die entdeckt sein wollen. Reinlich unterscheidet Jacobs bei Wagners politischen Schriften jene, die bis zur Revolution von 1848/49 und sie begleitend erschienen, und diejenigen, die danach erst verfaßt wurden. Er macht indessen diesen politischen Schriften das Adjektiv „politisch“ streitig und argumentiert an einem gedanklichen Unterschied des selbstgewählten Begriffspaars unpolitisch bzw. nichtpolitisch entlang.

Man kann das tun, man muß aber nicht. Er sagt es nicht ohne einen Hauch von Schadenfreude, denn der Meister, dem Jacobs zu Leibe rückt, entzieht sich immer wieder dem Seziermesser, das am Schleifstein moderner Philosophen geschliffen worden ist. Ernst Bloch zum Begreifen von Wagner? Wer’s schlichter mag, wird zweifelnd die linke Augenbraue heben. Oder Wagner der konservative Revolutionär? Natürlich war er ein Revolutionär, dieser Wagner, im landläufigen Sinne mehr, als man im Opernhaus ahnt. Dem Erschießungskommando entkam er nur um Haaresbreite.

Später ließ er sich von den verachteten Fürsten huldigen und bezahlen. Jeder wird mal älter. Weitere Hinweise auf den Antagonismus von Wagners Anti-Staats-Denken und dem Aufstieg des Staats, jedoch des Nationalstaats, zu Wagners Lebzeiten sollen an dieser Stelle nicht vertieft werden.

Wagner der Denker? Der Autor bejaht dies aus vollem Herzen, indem er das Füllhorn der modernen Philosophen über dessen Werk ausschüttet. Zu Recht erwähnt er, daß dies nur eine der möglichen Herangehensweisen ist. Viele vor ihm haben anderes versucht. Auch das bleibt nicht unerwähnt. Wie wäre es mit einer weiteren, gänzlich unrationalen Sicht: Der geniale Kapellmeister, dem der durchgeschwitzte Rock zu eng wurde? Man sollte, um mit Jacobs zu sprechen, Wagner beim Wort nehmen. Der Rezensent versteht dies vielleicht etwas anders, als der Autor es verstanden wissen wollte, nämlich als Aufforderung, Wagner zu lesen. Und er empfiehlt dem Leser, sich mit Jacobs zu streiten.

Rüdiger Jacobs: Richard Wagner. Konservativer Revolutionär und Anarch. Ares Verlag, Graz 2013, broschiert, 323 Seiten, 29,90 Euro

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nachzulesen bei JF 26-2013———

 

Plädoyer für Patriotismus


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Walhalla Götter Geschichte Odin

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Wir haben allen Grund dazu

AUDIO

Wenn das Selbstwertgefühl vieler deutscher Jugendlicher inzwischen so erschüttert ist, daß sie sich wünschen, in einem weiteren Leben mit einer anderen Nationalität wiedergeboren zu werden, so trägt die Verantwortung dafür die Generation der Erwachsenen, die das durch Tun oder Unterlassen im Rahmen der „Vergangenheitsbewältigung“ verursacht hat. Bis hin zu den Politikern, denen das Wort „deutsch“ ein Greuel ist, die Deutschland abschaffen und in Europa auflösen wollen.

Jedem Angehörigen einer anderen Nation oder eines anderen Volkes wird ein gesunder Patriotismus als selbstverständlich zugebilligt. Man versteht darunter die Vaterlands- und Heimatliebe, die gefühlsmäßige Bindung an Werte, Traditionen und kulturelle Leistungen des eigenen Volkes beziehungsweise der eigenen Nation.

Diese Fakten haben letztendlich dazu geführt, daß auch Deutschland seitdem eine „Vergangenheit“ hat, wie zum Beispiel die USA durch die grausame Verfolgung und Ausrottung der Indianer und die Entwürdigung von Schwarzafrikanern, die Franzosen durch Hinrichtung ihrer Krone und ihres Adels, die Russen durch Verfolgung und millionenfache Tötung aller Menschen, die dem Kommunismus unerwünscht waren, darunter allein 18 Millionen Christen, die Engländer durch kriegerische Eroberung, Unterwerfung und Ausbeutung anderer Völker, verbunden mit der Vernichtung von Millionen Menschen in Irland, Indien, Südafrika und den anderen ausgedehnten Kolonialgebieten.

Indessen verargt niemand den Angehörigen anderer Nationen, daß ihr Selbstwertgefühl sich auch auf einen gesunden Patriotismus stützt, daß sie stolz darauf sind, Amerikaner, Engländer, Franzosen oder Russen zu sein.

Sinnvoll ist es daher auch für Deutsche, in die eigene Geschichte zurückzublicken. Denn es gibt kaum ein Volk, das einen derart positiven Beitrag für die Welt geleistet hat wie das deutsche. Während uns nach dem verlorenen Kriege zu Zwecken der Umerziehung von den Siegermächten suggeriert wurde, wir seien ein kriegslüsternes, militaristisches Volk, ist in Wahrheit das krasse Gegenteil der Fall. In der Zeit von 1480 bis 1940 waren die europäischen Mächte an 278 Kriegen beteiligt – aber deutsche Lande, Preußen und später Gesamtdeutschland bloß an acht Prozent davon; England dagegen an 28 Prozent, Frankreich an 26, Spanien an 23, Rußland an 22 und Polen an elf Prozent (nach Quincy Wright: „A Study of War“, Band I).

Gemessen daran, war Deutschland von allen großen Nationen die friedlichste, da es die geringste Zahl von Kriegen geführt hat. Deutschland hatte niemals die Absicht, die Welt zu erobern, wie es auch bei den Nürnberger Prozessen bestätigt wurde. Nestbeschmutzer versuchten, uns nach dem Krieg Verbrechen der deutschen Wehrmacht einzuhämmern. Daß das Nürnberger Siegertribunal die Wehrmacht vollkommen zu Recht nicht als verbrecherische Organisation eingestuft hatte, war ihnen nicht wichtig. Die militärgeschichtliche Abteilung der israelischen Armee hatte Ende der fünfziger Jahre mehr als tausend Militärspezialisten der ganzen Welt danach befragt, welche Armee sie als die beste der Welt betrachten würden, welche Soldaten die tapfersten, die kampfgewandtesten, die diszipliniertesten und geschicktesten gewesen seien. Diese weltweite Befragung ergab, daß die deutschen Soldaten als die besten der Welt eingestuft wurden, für beide Weltkriege; die des Zweiten Weltkrieges noch punkthöher als die des Ersten (vgl. Der Tagesspiegel, 10. Mai 1958).

Lange zuvor hatte dies bereits der britische Diplomat und persönliche Sekretär Chamberlains und Churchills, John Colville, wie folgt zu Papier gebracht: „Die deutschen Soldaten waren die besten der Welt.“ In den USA erschien das bemerkenswerte Buch „A Genius for War“ aus der Feder des Militärhistorikers Oberst a. D. Trevor N. Dupuy, Absolvent der amerikanischen Elite-Anstalt Westpoint und führend im Nato-Hauptquartier Europa tätig. Aufgrund seiner detaillierten Untersuchungen gelangte er zu dem Ergebnis: Der deutsche Generalstab habe die Verkörperung dessen dargestellt, was man „militärischen Genius“ nennen könne. Die deutsche Wehrmacht sei die hervorragende („outstanding“) Streitmacht im Zweiten Weltkrieg gewesen, die sich aufgrund ihrer ganz außergewöhnlichen Leistungen einen Spitzenplatz in der Geschichte gesichert habe.

Einmalig war auch die Wiederaufbauleistung des deutschen Volkes nach dem Krieg. Der alliierte Bombenterror hatte die Wohnungen von acht Millionen Deutschen zertrümmert. Die Schuttmasse in Deutschland westlich von Oder und Neiße wurde zum Kriegsende auf 400 Millionen Kubikmeter geschätzt. Die Wiederaufbauleistung des durch Leiden des Krieges geschwächten deutschen Volkes war so ungeheuerlich wie geradezu unglaublich, daß das Ausland vom „deutschen Wunder“ sprach. Die Trümmerfrauen vollbrachten dabei die erste Pioniertat des Wiederaufbaus. In den fünfziger und sechziger Jahren stieg das reale bundesdeutsche Sozialprodukt bei einer Wachstumsrate von 6 bis 6,5 Prozent jährlich auf mehr als das Dreifache des ursprünglichen Wertes. (ohne jeden Türken !!!)

Kaum „auferstanden aus Ruinen“ wurde Westdeutschland zum zweitgrößten Exporteur und zum viertgrößten Industrieland der Erde. Die Siegermächte, mit Ausnahme der USA, zeigten sich demgegenüber eher in einem Zustand, als hätten sie den Krieg verloren. Zurückzuführen war dies alles darauf, daß Fleiß, Leistungswille, Pflichtbewußtsein und Tatkraft die Deutschen stets auf allen Gebieten an die Spitze dessen geführt hatten, was Menschen zu leisten vermochten.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte Deutschland auf dem Gipfel seines Ansehens gestanden. Auf wissenschaftlichem Gebiet stand es an der Spitze aller Völker. Seine Forscher errangen in allen Disziplinen mehr Nobelpreise als die anderen Nationen zusammen! Deutsche Wissenschaftler entdeckten den Tuberkel-, Typhus-, Cholera- und Diphterie-Bazillus sowie auch die Gegenmittel, um die Menschheit von diesen Plagen zu befreien. Außerdem hatte es sich den Ruf des Volkes der Dichter und Denker erworben. Kein Volk in Europa verfügt über so viele Herausragende wie das deutsche. Man höre nur die Namen: Klopstock, Lessing, Goethe, Schiller, Uhland, Hauptmann oder Kant, Schelling, Schlegel, Hegel, Fichte Schopenhauer, Nietzsche. Mit den Werken seiner Musiker wie Bach, Beethoven, Brahms, Mozart, Schubert, Schumann, Weber und Wagner hatte es die ganze Welt beglückt. „An die Freude“ aus Beethovens 9. Sinfonie ist nicht nur zu einer Art Europa-Hymne geworden, sondern wird selbst in Asien von riesigen Chören gesungen.

Unvergessen sind seine geschichtlichen Größen: Karl der Große, Otto der Große, Friedrich der Große, Otto von Bismarck, Meister Eckhart und Martin Luther. Auch seine Maler haben die Kulturen mit ihren Werken bereichert. Lebt die Seele eines Volkes in seinen Volksliedern und geistlichen Gesängen, so gibt es wohl kein Volk, welches davon quantitativ wie qualitativ mehr aufzuweisen hat als das deutsche. Otto Lilienthal flog als erster Mensch, mit Flügeln, die er selbst konstruiert hatte, Graf Zeppelin erfand und baute die Luftschiffe, die Hugo Eckener um die Erde steuerte. Von der Erfindung des Otto-Motors an blieb die Produktion von Kraftfahrzeugen in Deutschland führend in der Welt – bis heute noch. Entgegen ursprünglicher britischer Absicht wurde die Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ nicht zur Diskriminierung, sondern zum weltbekannten Gütezeichen deutscher Exportartikel.

Die Deutschen besaßen die besten Sozialversicherungen. Die Technik des Buchdruckes stammt von hier. Keine andere große Nation hatte intensivere Innere und Äußere Mission betrieben, mehr Diakone und Diakonissen, Mönche und Nonnen hervorgebracht als die deutsche.  Noch immer wirkten Kräfte aus der längst vergangenen Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Unübersehbar auch, daß die prächtigsten und schönsten historischen Städte der Welt in Deutschland zu finden sind. Im Unesco-Welterbe findet sich Quedlinburg mit seiner Rekordsubstanz von Fachwerkhäusern, von denen rund 1.200 noch erhalten sind – ein herausragendes Beispiel der großen Anzahl von Mittel- und Kleinstädten Deutschlands, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerbombt wurden und in denen die Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter noch erhalten sind. Görlitz glänzt mit rund 4.000 Baudenkmälern der Gotik, der Renaissance, des Barock und der Gründerzeit. Die ganze Welt kennt den Kölner Dom, aber auch Nürnberg, den Lieblingsplatz der römisch-deutschen Kaiser.

Deutschland ist von den Alpen bis zur See, vom Rhein bis zur Oder mit allen landschaftlichen Schönheiten gesegnet, die man sich nur vorstellen kann. Auch sie sind geeignet, die Verbundenheit der Deutschen mit ihrem Vaterland zu festigen.

Einer, der unserem Land über Jahre den Puls fühlte, war Vernon A. Walters, US-Botschafter in Bonn während der Wiedervereinigung. Der weltkundige Diplomat und Geheimdienstler sagte einmal: „Was ihr Deutschen braucht, ist mehr Selbstachtung und Patriotismus! Ihr habt das Recht dazu! Ihr seid ein großes Volk, das der Welt unermeßliche Kulturschätze geschenkt hat, Schätze der Wissenschaft und Kunst. Ihr habt in der Wehrmacht eine Armee gehabt, welche die Welt bewundert.“ Wenn das keine Ermutigung ist, aufzuhören, uns künstlich kleinzumachen. Unsere Nachbarvölker leben uns vor, was es heißt, selbstbewußte Nationen zu sein. Wieviel mehr haben wir Grund, groß von uns zu denken!

 

Dr. Georg Meinecke, Jahrgang 1926, ist Gründer und Seniorpartner der Rechtsanwaltssozietät Meinecke & Meinecke in Köln, die sich auf Medizinrecht spezialisiert hat. Er verfaßte mehrere Sachbücher zu Gesundheitsthemen. Auf dem Forum setzte er sich zuletzt kritisch mit Organspenden auseinander („Mein Herz gehört mir“, JF 34/12).

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nachzulesen bei JF 26-2013

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Kultur – deutsch – Richard Wagner der Urdeutsche – 3


Teil 1    https://deutschelobby.com/2012/08/21/kultur-deutsch-richard-wagner-der-urdeutsche/

Teil 2   https://deutschelobby.com/2012/08/21/kultur-deutsch-richard-wagner-der-urdeutsche-2/

Eine neue Welt entsteht
Richard Wagner, JF-Serie Teil III (Schluß): Moderner Staat,

Pessimismus und die Wiederkehr der
politischen Utopie / „Meistersinger“ sowie „Tristan und Isolde“ als zwei Seiten einer Münze

 hören statt lesen

THOMAS BARGATZKY

Die Vorarbeiten zum „Ring“ reichen
in den Spätsommer des
Jahres 1848 zurück. Am 4. Oktober
des Jahres legte Wagner den Entwurf
zu „Die Nibelungensage (Mythos)“
vor; aber bereits am 28. April 1848 hatte
er die Partitur zum „Lohengrin“ beendet.
Eine gedankliche Nähe zum Drachenkampf-
Motiv des „Ring“-Zyklus
ist also schon rein chronologisch plausibel;
durch die Analyse des Verhältnisses
Ortrud-Lohengrin im Lichte der vergleichenden
Mythenforschung wird sie zur
Gewißheit. Nach dem Sieg des Helden
über ein oft auch weibliches drachenartiges
Urzeit-Wesen entsteht nämlich
etwas Neues: die gegenwärtige Weltordnung.
So auch in „Lohengrin“: Der Tod
Ortruds, der Vertreterin der archaischen
Ordnung der vorchristlichen Götter,
läutet das Heraufkommen einer neuen
Staats- und Gesellschaftsordnung ein.
Lohengrins Sieg begründet eine neue,
nicht-archaische Ordnung. Anders als
im Mythos, in dem alles dem Gesetz der
Wiederkehr unterliegt, muß Lohengrin
für immer in die Welt des Grals zurückkehren.
Anders auch als im Mythos, in
dem das Sakrale innerweltlich wirksam
ist, bleibt das Numinose – der Gral –
von nun an außerweltlich, jenseitig: „In
fernem Land, unnahbar euren Schritten“
(„Lohengrin“ III, 3).
Die neue Welt, die der Sieger im Drachenkampf
hinterläßt, ist die Welt des
modernen, säkularisierten Staates ohne
Wunder und Mythos, in der Religion
Privatsache ist. Das Numinose kann
in dieser Welt nur noch sakramental,
durch die Vermittlung wirksam werden,
beispielsweise durch Ring, Horn
und Schwert, die Lohengrin dem Gottfried
schenkt, dem Herzog von Brabant.
Die Menschen bleiben unter sich, kein
Gralsritter kommt ihnen mehr zu Hilfe.
Die letzten Worte in „Lohengrin“ sind
daher „Ach“ und „Weh“, denn die neue
Welt der Moderne bietet keine unhinterfragte
Gewißheit einer Erlösung in der
göttlichen Geborgenheit mehr, die noch
Holländer und Senta miteinander teilten.
Es ist eine Welt, in der den Menschen,
als nunmehr aus den alten Gewißheiten
entlassenen „freigesetzten“ Individuen
der Kompaß abhanden kommen kann,
so wie es Tristan und Isolde widerfährt.
Der Nationalstaat
als ideelle Klammer
Tristan und Isolde – das sind Holländer
und Senta noch einmal, freilich ohne
die Tröstungen eines quasi-christlichen
Jenseits. Kaum ein Werk Wagners ist
daher moderner als „Tristan und Isolde“,
nirgendwo schafft Wagner der „Geworfenheit“
des modernen Menschen
so illusionslosen Ausdruck wie in dieser
1859 vollendeten „Handlung in drei
Aufzügen“.
Aber auch in der Geworfenheit seiner
Existenz ist das moderne Individuum
nicht alleine: Nach der Auflösung
des Lehnswesens formierten sich die
aus den alten Bindungen „freigesetzten“
Individuen neu unter kapitalistischem
Vorzeichen in Bürgertum und Arbeiterschaft

Der säkulare oder auch laizistische
Rechtsstaat trat an die Stelle der
religiös legitimierten Feudalordnung und
lieferte als Nationalstaat auf der Grundlage
einer als eigenständig wahrgenommenen
und geförderten Kultur eine neue
ideelle Klammer für die unterschiedlichen
Interessen verpflichteten Bürger,
die nicht länger Untertanen eines Souveräns
waren, sondern nunmehr selber
der Souverän sind.
Dies ist die Welt, die uns voller Optimismus
in den „Meistersingern“ entgegentritt.
Hier formiert sich das Volk als
souveräner Demos; der Adel hat keine
Legitimation zur Herrschaft mehr, es sei
denn, er schafft sie sich – zum Beispiel,
wie Stolzing, durch Leistungen in der
Kunst, der neuen identitätsstiftenden
Säkularreligion der bürgerlichen Gesellschaft.
Kirche und Religion kommen
in den „Meistersingern“ nicht vor. Das
heißt nicht, daß sie nicht mehr existierten,
aber sie sind eben Privatsache geworden,
spielen keine Rolle mehr für die
ideologische Legitimation des modernen
politischen Gemeinwesens.
Nirgendwo sonst in seinen Musikdramen
ist Wagner so demokratisch, so
republikanisch, so säkular, ja so links –
denn die Nation betritt ja als Ausdruck
der politischen Linken die Bühne der
Geschichte, was man heute in Deutschland
vergessen hat. Und wenn das Volk
am Schluß Hans Sachs „Heil!“ zuruft,
dann ist das keine vorauseilende Huldigung
an den künftigen GröFaZ, wie die
schlichteren Gemüter unter den Wagner-
Verächtern glauben, sondern es ist inmitten
all der Fahnen, Lobpreisungen und
Gesänge auf der Festwiese die säkulare
Selbstfeier des bürgerlichen Souveräns,
der sich in seinem Vertreter selber beglückwünscht.
„Meistersinger“ sowie „Tristan und
Isolde“ gehören zusammen wie die zwei
Seiten einer Münze, denn sie sind Wagners
modernste Bühnenwerke, in denen

uns das Schicksal des modernen Menschen
unverhüllt in seiner komplementären
Doppelgestalt als Vereinzelt-Einzelner
einerseits und im Kollektiv aufgefangener
citoyen andererseits präsentiert
wird. Es ist interessant, daß Wagner den
ersten Prosaentwurf der als Partitur erst
1867 vollendeten „Meistersinger“ bereits
am 16. Juli 1845 vorlegte, also ein knappes
Vierteljahr nach der Vollendung der
Partitur des „Lohengrin“. Dieses Werk
will mit seinem Optimismus so gar nicht
zum melancholischen und pessimistischen
Schluß des „Lohengrin“ passen,
wo die Heraufkunft der neuen Ordnung
mit Wehklagen begrüßt wird.
Hoffnung nach
dem Weltenbrand
Der Pessimismus des zwischen 1854
und 1859 entstandenen „Tristan“ schlägt
sich ja auch in dem gewaltigen „Ring“-
Zyklus nieder, aber er hat auf die ganze
lange Schaffenszeit von der Vollendung
des „Lohengrin“ an bis zur Vollendung
der „Götterdämmerung“ im Jahre 1874
einen Schatten geworfen. Auch Siegfried
scheitert, der moderne Mensch, der seine
Waffe ohne die Hilfe der Götter hergestellt
hat und daher frei von den vertraglichen
Bindungen ist, die deren Handlungsfreiheit
beschränken. Auch er versinkt
ja im Sumpf aus Egoismus, Habgier
und Intrigen, der Wotan das Ende herbeisehnen
läßt. In der kosmischen Katastrophe
des Weltenbrandes lösen sich
Natur und moderne Menschenwelt auf,
aber am Schluß der „Götterdämmerung“
entfaltet die Musik jenes Motiv, das zum
ersten Mal im dritten Akt der „Walküre“
zu Sieglindes Ruf „O hehrstes Wunder“
erklingt, nach Brünnhildes Verheißung
der Geburt Siegfrieds. Es bleibt Hoffnung.
Was wird folgen?
„Erlösung dem Erlöser“: Mit den letzten
Worten in „Parsifal“ wird die Moderne
entlassen, denn sie ist alt geworden

und hat sich überlebt. Milde und
versöhnlich verklingen ein Leben, ein
Werk und eine Welt. Auf die „Erlösung
in den Kommunismus“ durch das Volk
(„Das Kunstwerk der Zukunft“) folgt
die gegenseitige Erlösung von Gralsgemeinde
und Gralskönig; auf den modernen
säkularen Bürgerstaat der meistersingerlichen
Festwiese folgt, nach dem
Weltenbrand, die postmoderne Utopie
der Wiederaufrichtung des sakralen Königtums
der Gralsgemeinde.
„Staatendämmerung“ findet indessen
heute nicht mehr nur im Feuilleton
und auf der Bühne statt. Jenen, die den
modernen Staat, der überall vor dem
Scheitern steht, gar nicht erst errichtet
haben, gehört die Zukunft. Und während
Wagner in Bayreuth an der Partitur
des „Parsifal“ arbeitete, schrieb sein Pendant
Ende Februar/Anfang März 1881
in London im ersten Entwurf des Briefes
an Vera Sassulitsch, daß der Kapitalismus
sich in einer Krise befinde, „die erst mit
seiner Abschaffung, mit der Rückkehr
der modernen Gesellschaften zum ‘archaischen’
Typus des Gemeineigentums
enden wird“. Übereinstimmung in der
Tendenz und zeitliche Nähe geben der
Forschung ein weiteres Rätsel auf.
Die Rätsel begleiten uns bis zum Ende:
In Wagners Musikdramen sterben die
Helden, wenn sie ihr Werk vollbracht
haben. Richard Wagner starb am 13.
Februar 1883. Einen Monat später, am
14. März, folgte ihm Karl Marx.

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Prof. Dr. Thomas Bargatzky lehrte bis 2011
Ethnologie an der Universität Bayreuth. Von
ihm stammen mehrere, zum Teil auch im Ausland
erschienene Aufsätze über das Werk
Richard Wagners. Dieser Text hier beendet
seine dreiteilige Wagner-Serie in der JF.
Literatur- und Quellenverweise sind in folgendem
Beitrag des Autors zu finden: Lohengrins
Drachenkampf. Programmheft IV, Bayreuther
Festspiele 1993, S. 5-27; Nachdruck in Mythologica.
Düsseldorfer Jahrbuch für interdisziplinäre
Mythosforschung 8 (2002), S. 11-24.

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aus Junge Freiheit online Ausgabe 35-2012

Kultur – deutsch – Richard Wagner der Urdeutsche – 2


Ein uralt menschliches Gedicht

JF-Serie, Teil II: Richard Wagners Romantik und Erlösungssehnsucht / „Lohengrin“ eröffnet neue Weltsicht

hören statt lesen

Wagners Werk und Leben

sind ineinander verwobene

Variationen des Weges zum

„Kunstwerk der Zukunft“. Dieser Weg

ist nicht geradlinig, es gibt Bruche, uberraschende

Volten und Selbstinterpretationen,

in denen Leben und Theorie

in Ubereinstimmung gebracht werden

sollten. So hat Wagner oft seine fruheren

Werke auf eine Weise umgedeutet,

die erst aus einer spateren Warte heraus

plausibel war.

Dennoch liegt Leben und Werk eine

Folgerichtigkeit zugrunde, eine Logik

der Entwicklung der Person und des

Denkens des Menschen Richard Wagner,

in der nicht nur ein individuelles

Kunstlerdrama sichtbar wird, sondern

in der sich auch der historische Wandel

des Ubergangs von den geschlossenen

kollektiven Institutionen der Agrarwirtschaft

mitsamt allen daran geknupften

Rechten und Pflichten in die offene Gesellschaft

der freien Konkurrenz spiegelt.

Erst vor diesem Hintergrund ist ja Wagners

„Kommunismus“ denkbar.

In Wagners Leben, Schriften und

Musikdramen findet die Herausbildung

dieser Moderne ihren Niederschlag, wird

reflektiert und kommentiert und schafft

sich zuletzt, in „Parsifal“, die hochaktuelle

Utopie ihres eigenen postmodernen

Endes. Wagners Werk ist eine Signatur

der Gegenwart, sein Schopfer unser

Zeitgenosse.

Das Individuum nimmt im Denken

der westlichen Moderne eine Zentralstellung

ein. Nirgendwo auserhalb des

christlich gepragten Kulturkreises wird

es als Monade aufgefast, als Ebenbild

Gottes einzigartig und unersetzlich. In

der Romantik gewann die Figur des weltverlassenen

und die Welt verlassenden

Vereinzelt-Einzelnen neues Interesse,

selbstverstandlich auch als Ausdruck der

Resignation angesichts der politischen

Verhaltnisse. Insbesondere in Deutschland

feierte das von den Nachsten und

der Gemeinschaft abgeschnittene, der

Welt gleichsam abhanden gekommene

Individuum, wie es in Friedrich Ruckerts

Gedicht heist, sein melancholisches Debut

als Zentrum der Kulturschopfungen.

Mythische Weltsicht aller

Völker durch die Zeiten

Schon in „Hollander“ und „Tannhauser“

spielt Wagner die Themen Odyssee

und Erlosung durch. Der Grundzug des

Mythos vom Fliegenden Hollander, so

schreibt er in „Eine Mitteilung an meine

Freunde“ (1851), fand in Gestalt des

herumirrenden Odysseus einen fruhen

Ausdruck. So tritt uns der Vereinzelt-

Einzelne auch in der 1841 vollendeten

„romantischen Oper“ „Der Fliegende

Hollander“ entgegen. „Erlosung“ findet

der moderne Ahasver mitsamt seiner

kongenialen, ihrem gesellschaftlichen

Umfeld gleichfalls entfremdeten Partnerin

Senta in diesem Drama noch in

einem Jenseits, dessen christlicher Charakter

indessen nicht allzu deutlich ist.

Im „Tannhauser“, der 1845 vollendeten

„grosen romantischen Oper“,

kehrt der Abweichler jedoch wieder in

den Schos der Kirche und der Feudalordnung

zuruck und findet seine christlich-

himmlische Erlosung. Im Rahmen

des musikdramatischen Gesamtwerkes

erscheint „Tannhauser“ wie eine Regression,

denn bereits im folgenden

Musikdrama „Lohengrin“ ereignet sich

ein thematischer Qualitatssprung, geschieht

etwas Revolutionares. Auch dieses

1848 vollendete Werk firmiert noch

als „Romantische Oper“, aber unter den

Chiffren der Romantik verbirgt sich ein

Drama der Moderne. „Lohengrin“ offnet

den Zugang zu Gedankenwelten, denen

keine der Gestalten in Wagners folgenden

Werken mehr entkommen kann.

Das es sich bei alldem um etwas Politisches

handeln mus, last die zeitliche

Nahe von Wagners Schriften zu „Lohengrin“

erahnen, die Titel tragen wie

„Die Revolution“ oder „Der Mensch und

die bestehende Gesellschaft“, beide aus

dem Jahr 1849, wie auch die bereits im

ersten Teil dieses Aufsatzes (JF 33/12)

angefuhrten „sozialistischen“ Schriften

„Das Kunstwerk der Zukunft“ und „Das

Kunstlertum der Zukunft“.

Zunachst fuhlte sich Wagner nicht zur

Lohengrin-Sage hingezogen. Das anderte

sich aber schon bald, denn in in seiner

„Mitteilung an meine Freunde“ (1851)

schreibt er, das er im Mythos des Schwanenritters

„kein eben nur der christlichen

Anschauung entwachsenes, sondern ein

uralt menschliches Gedicht“ erkannte.

Die Kategorie „christlich-romantisch“ sei

nur eine Auserlichkeit, denn im Grunde

bringe der Mythos die Sehnsucht des

Menschen nach dem Gotte und Gottes

nach den Menschen zum Ausdruck.

Diesen Kern mythischer Weltsicht hatten

alle Volker durch die Zeiten in ihren

Mythen bewahrt.

Im Mythos von Zeus und Semele erkennt

Wagner die Grundgestalt der Lohengrin-

Erzahlung: Der Gott liebt ein

menschliches Madchen und nahert sich

ihr als Mann in menschlicher Gestalt,

aber Gott und Mensch konnen nicht

von gleich auf gleich miteinander umgehen,

der Mensch ertragt die Unmittelbarkeit

der Gottheit nicht. Als Zeus

sich der Konigstochter in seiner wahren

Gestalt zeigt, vergluht sie.

Wie jeder genuine Mythos ist auch

der Kunstmythos vieldeutig, daher kann

Shaws „sozialistische“ Erklarung des

„Ring“ erganzend und gleichberechtigt

neben Robert Doningtons psychologische

und Lynn Snooks symbolgeschichtliche

Deutungen treten. „Lohengrin“ ist

oft als Drama des modernen Kunstlers

verstanden worden. Diese Deutung ist

nicht falsch, greift aber zu kurz. „Lohengrin“

ist auch eine politische Dichtung,

ein Ausdruck der Ara zwischen

den beiden Revolutionen von 1830 und

1848. Die Anspielung auf den Sieg Konig

Heinrichs I. uber die Ungarn an der

Unstrut im Jahr 933 wurde von Wagners

Zeitgenossen als Appell zur deutschen

Einigung und zum Widerstand gegen

das Zarenreich als Hauptstutze der restaurativen

Bestrebungen der deutschen

Fursten verstanden.

Um aber die politische Aussage des

„Lohengrin“ noch besser zu verstehen,

mussen wir uns der Gestalt der Ortrud

zuwenden. Sie ist die „politische Frau“

(Hans Mayer), die machtige Gegenspielerin

des Schwanenritters. Elsa ist

fur Wagner nur der „andere Teil“ von

Lohengrin, nicht, wie Ortrud, der ihm

fern liegende, absolute Gegensatz. So

wie die Geschichte von Zeus und Semele

der Beziehung von Elsa und Lohengrin

mythische Tiefe verleiht, so

gestaltet Wagner auch das Verhaltnis

Lohengrins und Ortruds zueinander

durch ein mythisches Motiv: das Motiv

des Drachenkampfes. Es bleibt zwar in

seinen Reflexionen uber „Lohengrin“

ungenannt, im „Ring des Nibelungen“

greift er es aber ganz bewust in der Gestalt

des Fafner auf. Erst wenn man dieses

Motiv zur Deutung des „Lohengrin“

heranzieht, wird deutlich, welch neue

Weltsicht Wagner sich in diesem Musikdrama

erschliest.

Prof. Dr. Thomas Bargatzky lehrte bis 2011

Ethnologie an der Universität Bayreuth. Den

dritten und letzten Teil der Wagner-Serie lesen

Sie nächste Woche in der JF-Ausgabe 35/12