Geschichte: Sieben-jähriger-Krieg 1756 bis 63: Friedrich II. an der Spitze seiner Truppen


Vorwärts voran

Das Gemälde von Arthur Kampf (1864-1950) hat diese berühmte Szene festgehalten.

im Siebenjährigen Krieg, der 1756-63 um den Besitz Schlesiens geführt wurde, zog der Preußenkönig Friedrich der Große an der Spitze von 14.000 Mann in zwölftägigem, über 300 Kilometer langem Gewaltmarsch im August 1758 von Böhmen nach Küstrin.

Am 23. August überschritt Friedrich, nachdem er sich mit dem 22.000 Mann starken Korps des Grafen Dohna vereint hatte, bei Güstebiese die Oder und griff die bei Zorndorf lagernden Russen von Norden an.

Die Schlacht zog sich den ganzen Tag über in glühender Sommerhitze hin. Entgegen der bisherigen Erfahrung konnte der erprobte preußische Infanterieangriff nicht auf Anhieb eine Bresche in die gegnerische Front schlagen.

Lange Zeit wogte der Kampf unentschieden hin und her, der linke preußische Flügel wich gar zurück. Der König selbst zeichnete sich durch den Einsatz seines eigenen Lebens aus, als er vom Pferd stieg, die Fahne des Regiments Bülow zu Fuß ergriff und seine zurückgehenden Soldaten wieder dem Feind entgegenführte.

Das Gemälde von Arthur Kampf (1864-1950) hat diese berühmte Szene festgehalten.

Erst eine Reiterattacke des Generals Friedrich Wilhelm von Seydlitz mit über 50 Schwadronen am Nachmittag führte Friedrichs Truppen zum Sieg.

Geschichte: 16. Februar 1741: Vor 276 Jahren schlossen sich Großbritannien, Russland, Österreich, die Niederlande gegen Preußen zusammen


Immer mit dabei an vorderster Front: die antideutsche Haltung der Engländer…schon damals unter zionistischem Einfluß…

Zu Beginn des Österreichischen Erbfolgekrieges beziehungsweise Ersten Schlesischen Krieges lavierte Sachsen beständig zwischen Preußen und Österreich. Im Rahmen dieser Schaukelpolitik kam es vor 275 Jahren zur Bildung einer Koalition, die Preußen hätte vernichten können – wenn sie nicht bald wieder zerbrochen wäre.

Am 20. Oktober 1740 segnete der Kaiser und österreichische Erzherzog Karl VI. das Zeitliche, ohne einen Sohn zu hinterlassen. Damit trat die Erbfolgeregelung in Kraft, die er selbst 1713 in der Pragmatischen Sanktion verfügt hatte: Nach dem Erlöschen des Hauses Habsburg im Mannesstamm ging der Thron in Wien an seine älteste Tochter Maria Theresia.

Das freilich stieß auf den Widerstand der beiden Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern und Friedrich August von Sachsen, die im Namen ihrer Ehefrauen, die beide Töchter von Karls älterem Bruder Joseph I. waren, Anspruch auf die habsburgischen Erblande erhoben. Hieraus entwickelte sich der Österreichische Erbfolgekrieg, der bis 1748 andauerte und weltumspannende Dimensionen annahm.

Geschichte Friedrichs des Großen

Dabei wurde auch Preußen zur Konfliktpartei, weil Friedrich der Große, der erst wenige Monate zuvor den Thron bestiegen hatte, sofort erkannte: „Dies ist der Augenblick der völligen Umwandlung des alten Systems.“ Und daran wollte der neue preußische Herrscher unbedingt mitwirken – ungeachtet der dringenden Mahnung seines Vaters, des Soldatenkönigs Fried­rich Wilhelm I., keine leichtfertigen Kriege zu führen.

Am 11. Dezember 1740 setzte Friedrich Maria Theresia ein Ultimatum: Er forderte Schlesien als Preis für seine Anerkennung der Pragmatischen Sanktion, die ihm zutiefst widerstrebte, da die Kaisertochter seines Erachtens kein Recht auf das habsburgische Erbe hatte. Deshalb wartete er dann auch gar nicht ab, bis die Antwort aus Wien eintraf, sondern rückte bereits fünf Tage später mit 27159 Mann und 42 Kanonen in das Herzogtum ein.

Als Preußen Schlesien annektierte, wogegen Österreich letztlich nichts auszurichten vermochte, stand es im Bunde mit Bayern und Sachsen sowie Frankreich, Kurköln, Spanien, Neapel und Schweden – alles Mächte, die ein erhebliches Interesse daran hatten, die habsburgische Herrschaft geschwächt zu sehen. Auf der anderen Seite genoss Maria Theresia die Unterstützung Russlands, Englands, Sardiniens und der Niederlande. Doch Koalitionen änderten sich im Österreichischen Erbfolgekrieg schnell. Dies deutete sich schon Ende 1740 an, als Sachsen anfing, zum unsicheren Kantonisten zu werden.

In Dresden fürchtete Fried­rich August II. angesichts der preußischen Besetzung Schlesiens, dass das eigene strategische Ziel, eine Landbrücke zwischen seinem Kurfürstentum Sachsen und seinem Königreich Polen zu gewinnen, nun überhaupt nicht mehr erreicht werden könne. Schon bald nach der Besetzung Schlesiens durch Preußen erhielt er einen Vorgeschmack auf die kommenden Widrigkeiten.

Das Nachbarland erhob Steuern auf den sächsisch-polnischen Transit­handel – und zwar in Höhe von immerhin 30 Prozent des Warenwertes. Dies schürte in Dresden die ohnehin schon bestehenden Zweifel am Sinn des Bündnisses mit Fried­rich II., was selbiger durchaus spürte.

Deshalb bestellte er am 26. Dezember 1740 den sächsischen Gesandten Friedrich Gott­hard von Bülow zu sich ins Feldlager und drängte: „Sachsen kann tun, was es will, nur möge es sich entscheiden. Preußen ist stark genug, um seinen Weg allein zu gehen, aber es verlangt zu wissen, woran es ist.“

Nun musste Graf Heinrich von Brühl, der heimliche sächsische Regierungschef, an den der entscheidungsschwache Kurfürst derlei Entscheidungen zu delegieren pflegte, wohl oder übel Farbe bekennen. Und das tat er dann auch. Am 29. Dezember machte er mobil und stellte anschließend 20000 marschbereite Soldaten der österreichischen Seite in Aussicht, wenn diese Sachsen „reale Sicherheiten“ in Schlesien biete.

Gleichzeitig begann sich Georg II., König von Großbritannien und Irland sowie Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, in das diplomatische Ringen einzuschalten und eine förmliche Kriegskoalition gegen Friedrich II. zu schmieden. Dabei war er von dem Motiv getrieben, Preußen zu schwächen, um seine hannoversche Hausmacht zu stärken.

Hieraus resultierte das Zusammentreffen der diplomatischen Vertreter Englands, Russlands, Österreichs, Hollands und nunmehr auch Sachsens in Dresden vom 16. Februar 1741. In dessen Verlauf wurde beschlossen, Preußen mit Waffengewalt zur Anerkennung der Pragmatischen Sanktion und zur Abtretung von Territorien an seine Gegner zu zwingen.

Das brachte Friedrich in eine extrem gefährliche Lage, aus der ihm dann aber vier glückliche Umstände heraushalfen: erstens der Triumph in der Schlacht bei Mollwitz am 10. April 1741 gegen die Österreicher, die danach nur noch defensiv agierten, zweitens das Ausscheren der Briten und Russen, die bald mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hatten, drittens die verstärkte Rückendeckung durch Frankreich, Spanien und Bayern infolge des Nymphenburger Vertrages vom 28. Mai 1741 sowie viertens ein nochmaliger Seitenwechsel Sachsens.

Hierdurch verbesserte sich die Position Friedrichs derart, dass Maria Theresia reichlich vier Monate später gezwungen war, den geheimen Waffenstillstand von Klein-Schnellendorf zu unterzeichnen, dem dann am 11. Juni und 28. Juli 1742 der Vorfriede von Breslau und der endgültige Friede von Berlin folgten. In diesem bekam Preußen sowohl einen Großteil Ober- und Niederschlesiens als auch die Grafschaft Glatz zugesprochen.   

 

 

Friedrich der Große…»Mohammed war ein Betrüger«…„Dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seinen Mitbürgern Glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet……


»Mohammed war ein Betrüger«

Friedrich der Große war ein erklärter Gegner der muslimischen Religion und scharfer Kritiker Mohammeds.

Darüber hinaus existieren zahlreiche Belege dafür, dass der Preußenkönig dem Islam mit größter Abneigung gegenüberstand, was vor allem auf den Einfluss des Philosophen François Marie Arouet, genannt Voltaire, zurückging. Für diesen war Mohammed nämlich nur ein „verwegener Marktschreyer“ und der Koran ein „Mischmasch, ohne Verbindung, ohne Ordnung, und ohne Kunst“, das nur „Raserey“ und „Enthusiasterey“, aber mit Sicherheit keine Vernunft hervorbringe. Deshalb verfasste er dann auch eine Tragödie mit dem bezeichnenden Titel „Der Fanatismus oder Mohammed der Prophet“, die er im Dezember 1740 an Friedrich den Großen schickte.

Friedrich der Große

In diesem Stück heißt es unter anderem: „Dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seinen Mitbürgern Glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt, dass er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben lässt: das ist mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke auf die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat ihm jedes natürliche Licht (der Vernunft) erstickt. Mohammed ist nichts weiter als ein Tartuffe (Betrüger) mit dem Säbel in der Hand.“

Und diese Aussagen fielen bei Friedrich dem Großen auch definitiv auf fruchtbaren Boden. Das beweist unter anderem seine eigene Kritik am Propheten Mohammed aus dem Jahre 1775: „Seit dem frommen Äneas, seit den Kreuzzügen des heiligen Ludwig finden wir in der Geschichte kein Beispiel eines religiösen Helden. Denn Mohammed war nicht fromm, sondern nur ein Betrüger, der sich der Religion bediente, um sein Reich und seine Herrschaft zu begründen.“ Ganz ähnlich lautete die Einschätzung des Königs in zwei Briefen an den Mathematiker und Aufklärer Jean-Baptiste le Rond

d’Alembert vom April 1770 beziehungsweise Oktober 1777. Darin schrieb Friedrich: „Gehe ich die Geschichte durch, so finde ich zwei Arten von Betrügern. Erstens solche, die den Aberglauben als Sprungbrett zum Erfolg benutzten, und zweitens solche, die mit Hilfe einiger Vorurteile das Volk zu seinem eigenen Vorteil gängelten. Zu den ersteren rechne ich die Bonzen, Zoroaster, Numa, Pompilius, Mohammed.“ Ebenso stellte der Alte Fritz fest: „Was die Religion betrifft, so scheint sich aus allem, was uns vom Altertum überliefert ist, zu ergeben, daß die Herrschsucht sich ihrer zum eigenen Emporsteigen bedient hat. Mohammed und so manches andere Sektenhaupt bezeugen diese Wahrheit. Sie sind zweifellos zu verdammen.“

Deshalb ließ Friedrich der Große selbst dann keine „Mosqueen“ bauen, als während des Siebenjährigen Krieges mehrere hundert Muslime aus dem Heer der russischen Zarin Elisabeth I. auf die preußische Seite wechselten, wo sie 1762 im Husaren-Regiment „Bosniaken“ zusammengefasst wurden.

Wolfgang Kaufmann paz2015-43

Friedrich der Große…»Mohammed war ein Betrüger«…„Dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seinen Mitbürgern Glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet……


»Mohammed war ein Betrüger«

Friedrich der Große war ein erklärter Gegner der muslimischen Religion und scharfer Kritiker Mohammeds.

Darüber hinaus existieren zahlreiche Belege dafür, dass der Preußenkönig dem Islam mit größter Abneigung gegenüberstand, was vor allem auf den Einfluss des Philosophen François Marie Arouet, genannt Voltaire, zurückging. Für diesen war Mohammed nämlich nur ein „verwegener Marktschreyer“ und der Koran ein „Mischmasch, ohne Verbindung, ohne Ordnung, und ohne Kunst“, das nur „Raserey“ und „Enthusiasterey“, aber mit Sicherheit keine Vernunft hervorbringe. Deshalb verfasste er dann auch eine Tragödie mit dem bezeichnenden Titel „Der Fanatismus oder Mohammed der Prophet“, die er im Dezember 1740 an Friedrich den Großen schickte.

Friedrich der Große

In diesem Stück heißt es unter anderem: „Dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seinen Mitbürgern Glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt, dass er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben lässt: das ist mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke auf die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat ihm jedes natürliche Licht (der Vernunft) erstickt. Mohammed ist nichts weiter als ein Tartuffe (Betrüger) mit dem Säbel in der Hand.“

Und diese Aussagen fielen bei Friedrich dem Großen auch definitiv auf fruchtbaren Boden. Das beweist unter anderem seine eigene Kritik am Propheten Mohammed aus dem Jahre 1775: „Seit dem frommen Äneas, seit den Kreuzzügen des heiligen Ludwig finden wir in der Geschichte kein Beispiel eines religiösen Helden. Denn Mohammed war nicht fromm, sondern nur ein Betrüger, der sich der Religion bediente, um sein Reich und seine Herrschaft zu begründen.“ Ganz ähnlich lautete die Einschätzung des Königs in zwei Briefen an den Mathematiker und Aufklärer Jean-Baptiste le Rond

d’Alembert vom April 1770 beziehungsweise Oktober 1777. Darin schrieb Friedrich: „Gehe ich die Geschichte durch, so finde ich zwei Arten von Betrügern. Erstens solche, die den Aberglauben als Sprungbrett zum Erfolg benutzten, und zweitens solche, die mit Hilfe einiger Vorurteile das Volk zu seinem eigenen Vorteil gängelten. Zu den ersteren rechne ich die Bonzen, Zoroaster, Numa, Pompilius, Mohammed.“ Ebenso stellte der Alte Fritz fest: „Was die Religion betrifft, so scheint sich aus allem, was uns vom Altertum überliefert ist, zu ergeben, daß die Herrschsucht sich ihrer zum eigenen Emporsteigen bedient hat. Mohammed und so manches andere Sektenhaupt bezeugen diese Wahrheit. Sie sind zweifellos zu verdammen.“

Deshalb ließ Friedrich der Große selbst dann keine „Mosqueen“ bauen, als während des Siebenjährigen Krieges mehrere hundert Muslime aus dem Heer der russischen Zarin Elisabeth I. auf die preußische Seite wechselten, wo sie 1762 im Husaren-Regiment „Bosniaken“ zusammengefasst wurden.

Wolfgang Kaufmann paz2015-43

Geschichte: 16. Februar 1741: Vor 275 Jahren schlossen sich Großbritannien, Russland, Österreich, die Niederlande gegen Preußen zusammen


Immer mit dabei an vorderster Front: die antideutsche Haltung der Engländer…schon damals unter zionistischem Einfluß…

Zu Beginn des Österreichischen Erbfolgekrieges beziehungsweise Ersten Schlesischen Krieges lavierte Sachsen beständig zwischen Preußen und Österreich. Im Rahmen dieser Schaukelpolitik kam es vor 275 Jahren zur Bildung einer Koalition, die Preußen hätte vernichten können – wenn sie nicht bald wieder zerbrochen wäre.

Am 20. Oktober 1740 segnete der Kaiser und österreichische Erzherzog Karl VI. das Zeitliche, ohne einen Sohn zu hinterlassen. Damit trat die Erbfolgeregelung in Kraft, die er selbst 1713 in der Pragmatischen Sanktion verfügt hatte: Nach dem Erlöschen des Hauses Habsburg im Mannesstamm ging der Thron in Wien an seine älteste Tochter Maria Theresia.

Das freilich stieß auf den Widerstand der beiden Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern und Friedrich August von Sachsen, die im Namen ihrer Ehefrauen, die beide Töchter von Karls älterem Bruder Joseph I. waren, Anspruch auf die habsburgischen Erblande erhoben. Hieraus entwickelte sich der Österreichische Erbfolgekrieg, der bis 1748 andauerte und weltumspannende Dimensionen annahm.

Geschichte Friedrichs des Großen

Dabei wurde auch Preußen zur Konfliktpartei, weil Friedrich der Große, der erst wenige Monate zuvor den Thron bestiegen hatte, sofort erkannte: „Dies ist der Augenblick der völligen Umwandlung des alten Systems.“ Und daran wollte der neue preußische Herrscher unbedingt mitwirken – ungeachtet der dringenden Mahnung seines Vaters, des Soldatenkönigs Fried­rich Wilhelm I., keine leichtfertigen Kriege zu führen.

Am 11. Dezember 1740 setzte Friedrich Maria Theresia ein Ultimatum: Er forderte Schlesien als Preis für seine Anerkennung der Pragmatischen Sanktion, die ihm zutiefst widerstrebte, da die Kaisertochter seines Erachtens kein Recht auf das habsburgische Erbe hatte. Deshalb wartete er dann auch gar nicht ab, bis die Antwort aus Wien eintraf, sondern rückte bereits fünf Tage später mit 27159 Mann und 42 Kanonen in das Herzogtum ein.

Als Preußen Schlesien annektierte, wogegen Österreich letztlich nichts auszurichten vermochte, stand es im Bunde mit Bayern und Sachsen sowie Frankreich, Kurköln, Spanien, Neapel und Schweden – alles Mächte, die ein erhebliches Interesse daran hatten, die habsburgische Herrschaft geschwächt zu sehen. Auf der anderen Seite genoss Maria Theresia die Unterstützung Russlands, Englands, Sardiniens und der Niederlande. Doch Koalitionen änderten sich im Österreichischen Erbfolgekrieg schnell. Dies deutete sich schon Ende 1740 an, als Sachsen anfing, zum unsicheren Kantonisten zu werden.

In Dresden fürchtete Fried­rich August II. angesichts der preußischen Besetzung Schlesiens, dass das eigene strategische Ziel, eine Landbrücke zwischen seinem Kurfürstentum Sachsen und seinem Königreich Polen zu gewinnen, nun überhaupt nicht mehr erreicht werden könne. Schon bald nach der Besetzung Schlesiens durch Preußen erhielt er einen Vorgeschmack auf die kommenden Widrigkeiten.

Das Nachbarland erhob Steuern auf den sächsisch-polnischen Transit­handel – und zwar in Höhe von immerhin 30 Prozent des Warenwertes. Dies schürte in Dresden die ohnehin schon bestehenden Zweifel am Sinn des Bündnisses mit Fried­rich II., was selbiger durchaus spürte.

Deshalb bestellte er am 26. Dezember 1740 den sächsischen Gesandten Friedrich Gott­hard von Bülow zu sich ins Feldlager und drängte: „Sachsen kann tun, was es will, nur möge es sich entscheiden. Preußen ist stark genug, um seinen Weg allein zu gehen, aber es verlangt zu wissen, woran es ist.“

Nun musste Graf Heinrich von Brühl, der heimliche sächsische Regierungschef, an den der entscheidungsschwache Kurfürst derlei Entscheidungen zu delegieren pflegte, wohl oder übel Farbe bekennen. Und das tat er dann auch. Am 29. Dezember machte er mobil und stellte anschließend 20000 marschbereite Soldaten der österreichischen Seite in Aussicht, wenn diese Sachsen „reale Sicherheiten“ in Schlesien biete.

Gleichzeitig begann sich Georg II., König von Großbritannien und Irland sowie Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, in das diplomatische Ringen einzuschalten und eine förmliche Kriegskoalition gegen Friedrich II. zu schmieden. Dabei war er von dem Motiv getrieben, Preußen zu schwächen, um seine hannoversche Hausmacht zu stärken.

Hieraus resultierte das Zusammentreffen der diplomatischen Vertreter Englands, Russlands, Österreichs, Hollands und nunmehr auch Sachsens in Dresden vom 16. Februar 1741. In dessen Verlauf wurde beschlossen, Preußen mit Waffengewalt zur Anerkennung der Pragmatischen Sanktion und zur Abtretung von Territorien an seine Gegner zu zwingen.

Das brachte Friedrich in eine extrem gefährliche Lage, aus der ihm dann aber vier glückliche Umstände heraushalfen: erstens der Triumph in der Schlacht bei Mollwitz am 10. April 1741 gegen die Österreicher, die danach nur noch defensiv agierten, zweitens das Ausscheren der Briten und Russen, die bald mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hatten, drittens die verstärkte Rückendeckung durch Frankreich, Spanien und Bayern infolge des Nymphenburger Vertrages vom 28. Mai 1741 sowie viertens ein nochmaliger Seitenwechsel Sachsens.

Hierdurch verbesserte sich die Position Friedrichs derart, dass Maria Theresia reichlich vier Monate später gezwungen war, den geheimen Waffenstillstand von Klein-Schnellendorf zu unterzeichnen, dem dann am 11. Juni und 28. Juli 1742 der Vorfriede von Breslau und der endgültige Friede von Berlin folgten. In diesem bekam Preußen sowohl einen Großteil Ober- und Niederschlesiens als auch die Grafschaft Glatz zugesprochen.   

 

 

Friedrich der Große…»Mohammed war ein Betrüger«…„Dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seinen Mitbürgern Glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet……


»Mohammed war ein Betrüger«

Friedrich der Große war ein erklärter Gegner der muslimischen Religion und scharfer Kritiker Mohammeds.

Darüber hinaus existieren zahlreiche Belege dafür, dass der Preußenkönig dem Islam mit größter Abneigung gegenüberstand, was vor allem auf den Einfluss des Philosophen François Marie Arouet, genannt Voltaire, zurückging. Für diesen war Mohammed nämlich nur ein „verwegener Marktschreyer“ und der Koran ein „Mischmasch, ohne Verbindung, ohne Ordnung, und ohne Kunst“, das nur „Raserey“ und „Enthusiasterey“, aber mit Sicherheit keine Vernunft hervorbringe. Deshalb verfasste er dann auch eine Tragödie mit dem bezeichnenden Titel „Der Fanatismus oder Mohammed der Prophet“, die er im Dezember 1740 an Friedrich den Großen schickte.

Friedrich der Große

In diesem Stück heißt es unter anderem: „Dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seinen Mitbürgern Glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte; dass er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt, dass er, um diesem Werke Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben lässt: das ist mit Sicherheit etwas, das kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke auf die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat ihm jedes natürliche Licht (der Vernunft) erstickt. Mohammed ist nichts weiter als ein Tartuffe (Betrüger) mit dem Säbel in der Hand.“

Und diese Aussagen fielen bei Friedrich dem Großen auch definitiv auf fruchtbaren Boden. Das beweist unter anderem seine eigene Kritik am Propheten Mohammed aus dem Jahre 1775: „Seit dem frommen Äneas, seit den Kreuzzügen des heiligen Ludwig finden wir in der Geschichte kein Beispiel eines religiösen Helden. Denn Mohammed war nicht fromm, sondern nur ein Betrüger, der sich der Religion bediente, um sein Reich und seine Herrschaft zu begründen.“ Ganz ähnlich lautete die Einschätzung des Königs in zwei Briefen an den Mathematiker und Aufklärer Jean-Baptiste le Rond

d’Alembert vom April 1770 beziehungsweise Oktober 1777. Darin schrieb Friedrich: „Gehe ich die Geschichte durch, so finde ich zwei Arten von Betrügern. Erstens solche, die den Aberglauben als Sprungbrett zum Erfolg benutzten, und zweitens solche, die mit Hilfe einiger Vorurteile das Volk zu seinem eigenen Vorteil gängelten. Zu den ersteren rechne ich die Bonzen, Zoroaster, Numa, Pompilius, Mohammed.“ Ebenso stellte der Alte Fritz fest: „Was die Religion betrifft, so scheint sich aus allem, was uns vom Altertum überliefert ist, zu ergeben, daß die Herrschsucht sich ihrer zum eigenen Emporsteigen bedient hat. Mohammed und so manches andere Sektenhaupt bezeugen diese Wahrheit. Sie sind zweifellos zu verdammen.“

Deshalb ließ Friedrich der Große selbst dann keine „Mosqueen“ bauen, als während des Siebenjährigen Krieges mehrere hundert Muslime aus dem Heer der russischen Zarin Elisabeth I. auf die preußische Seite wechselten, wo sie 1762 im Husaren-Regiment „Bosniaken“ zusammengefasst wurden.

Wolfgang Kaufmann paz2015-43

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 20.09. bis 02.10.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

.

20.9.1863
Jakob Grimm †, Begründer der
Germanistik, nationalfreiheitlicher
Politiker

.
21.9.1558
karl V. †; als deutscher könig, kaiser
und spanischer könig Herrscher
über ein gewaltiges Weltreich

.
22.9.1158
Otto i. Bischof von Freising †,
bedeutendster Geschichts –
schreiber des Mittelalters

.
23.9.1933
Erster Spatenstich
für die reichs autobahn
(Frankfurt a. M. – Heidelberg)

.
24.9.1688
Beginn des dritten raubkrieges
des französischen „Sonnenkönigs“
gegen das schwer von den türken
bedrängte Deutsche reich

.
25.9.1963
Generaloberst kurt Zeidler †,
Chef des Generalstabes des Heeres
ab 1942, Eichenlaubträger

.
26.9.1963
Österreich bringt die
Südtirol-Frage vor die UNO

.

27.9.1958
Rückkehr der restaurierten
Quadriga aufs Brandenburger tor

.
28.9.1858
Gustaf Kossinna *,
genialer Vorgeschichtsforscher

.
29.9.1938
Münchner Abkommen unterzeichnet;
Durchsetzung des Selbst –
bestimmungsrechtes für die
Sudetendeutschen

.
30.9.1943
Johann Deisenhofer *, Biophysiker,
chemie-Nobelpreisträger

.
1.10.1858
Alois Negrelli Ritter von Moldelbe †,
Erbauer der ersten Schweizer
Eisenbahn (Zürich – Baden), Planer
des Suezkanals

.
2.10.1818
Konrad Wilheln Hase *, Architekt,
Erbauer von mehr als 100 Kirchen,
Restaurator der Marienburg
in Westpreußen

.
3.10.1990
Vereinigung der Bundesrepublik
mit den Ländern der DDR
offiziell vollzogen
Aus Deutscher Kalender 2013

//

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 13.09. bis 19.09.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

.
13.9.1938
Luftschiff LZ 130 „Graf Zeppelin“
wird der Öffentlichkeit vorgestellt

.
14.9.1958
Zum 10. Tag der Heimat betonen
alle Bonner Parteien: „Niemals
Verzicht auf ostgebiete!“

.
15.9.1913
Johannes Steinhoff *, Jagdflieger-
Ass im Zweiten Weltkrieg,
Schwerter träger, Inspekteur der
Bundesluftwaffe

.
16.9.1813
Sieg der Lützower im Gefecht an
der Göhrde; Heldenmädchen Eleonore
Prochaska tödlich verwundet

.
17.9.1883
Käthe Kruse*, „Puppenmutter“

.
18.9.1978
Rudolf Nebel †, Pionier der Raketentechnik
und Weltraumfahrt

.
19.9.1993
Quedlinburger Domschatz, 1945
von US-Soldaten geplündert, in die
Stiftskirche der Stadt zurückgekehrt

//

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 06.09. bis 12.09.2013


.

Deutsche Gedenktage

.

Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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6.9.1813
Die Preußen siegen über die
Franzosen in der Schlacht bei
Dennewitz

.
7.9.1958
Als erster Mensch läuft Armin Hary
die 100 Meter in 10,00 Sekunden

.
8.9.2003
Leni Riefenstahl †, Tänzerin, Schauspielerin,
Regisseurin, Fotografin

.
9.9.1583
Fürstbischof Julius Echter von
Mespelbrunn gründet die Julius-
Maximilian-Universität in
Würzburg

.
10.9.1898
Elisabeth („Sisi“), Kaiserin von
Österreich, wird in Genf von einem
italienischen Anarchisten ermordet

.
11.9.1273
Wahl Rudolfs von Habsburg zum
deutschen König

.
12.9.1683
Schlacht am Kahlenberg; Reichsheer
unter Herzog Karl von
Lothringen befreit Wien aus
türkischer Umklammerung

//

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Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 30.08. bis 05.09.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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30.8.1938
Fritz Opel †, Bahnbrecher moderner
Automobilfabrikation

.
31.8.1928
Beginn der 5. Deutschen Funk –
ausstellung in Berlin mit der ersten
öffentlichen Fernseh-Vorstellung

.
1.9.1938
Deutsche Lufthansa stellt Transozean-
Flugboot „Do 26“ in Dienst

.
2.9.1873
Einweihung der Siegessäule
in Berlin zur Erinnerung an die
Einigungskriege

.
3.9.1978
Sigmund Jähn aus der DDR,
Deutschlands erster Weltraum –
fahrer im All, landet nach erfolg –
reicher Mission

.
4.9.1853
Hermann von Wissmann *, Pionier
der Afrikaforschung, Kämpfer
gegen die Sklaverei, Gouverneur
von Deutsch-Ostafrika

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5.9.1938
Feierliche Überführung der Reichskleinodien
von Wien nach Nürnberg,
an historisch rechte Statt

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 23.08. bis 29.08.2013


Deutsche Gedenktage

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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

.
23.8.1958

Segelschulschiff der Bundesmarine
„Gorch Fock“ vom Stapel gelaufen

.

24.8.1313

Heinrich VII. †, deutscher König und
Kaiser; er hatte die „kaiserlose,
schreckliche Zeit“ beendet

.

25.8.1938

Als erste deutsche Frau
durchschwimmt die Ostpreußin
Anni Weynell den Ärmelkanal

.

26.8.1813

Theodor Körner im Gefecht bei
Gadebusch nahe Schwerin gefallen

.

27.8.1938

Peter Mitterhofer †, Erfinder
der Schreibmaschine

.

28.8.1948

Wiedereröffnung des
Weimarer Nationaltheaters

.

29.8.1868

Christian Friedrich Schönbein †, Begründer
der Geochemie, Entdecker
des Ozons

//

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 16.08. bis 22.08.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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16.8.1743

Matthias Klotz †, genialer
Geigenbauer aus Mittenwald

.
17.8.1868

Norddeutscher Reichstag beschließt
einheitliches Dezimal- bzw.
metrisches System bei Maßen
und Gewichten

.
18.8.1373

Vertrag von Fürstenwalde:
Wittelsbacher müssen die Mark
Brandenburg dem Kaiser überlassen

.
19.8.1753

Balthasar Neumann †, genialer
Hauptmeister des deutschen
Spätbarock in der Baukunst

.
20.8.1938

Beginn des Sportwettkampfes
der Erdteile (Amerika-Europa)
im Berliner Olympiastadion

.
21.8.1838

Adelbert von Chamisso †, Meister
der Dichtkunst, Naturforscher

.
22.8.1283

Adolf, deutscher König, verleiht
der Stadt Dortmund das Privileg,
Bier zu brauen

//

Deutsche Gedenktage: Wirken und Werden unseres Volkes – 09.08. bis 15.08.2013


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Deutsche Gedenktage
Wirken und Werden unseres Volkes

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9.8.378

Sieg der Westgoten über die Römer
unter kaiser Valens in der Schlacht
bei Adrianopel

.

10.8.1913

Wolfgang Paul *, Nobelpreisträger
für Physik („Ionen-Falle“)

.

11.8.843

Vertrag von Wirten (Verdun),
„Geburt“ des Ostfränkischen
(Deutschen) Reiches

.

12.8.1763

Friedrich der Große erlässt das
international beispielgebende
preußische Gesetz zur Einführung
der allgemeinen Schulpflicht

.

13.8.1913

August Bebel †, großdeutsch
gesinnter Sozialistenführer

.

14.8.1943

Erster uS-amerikanischer Bombenangriff
auf österreichisches Gebiet
(Wiener Neustadt)

.

15.8.1248

Grundsteinlegung des kölner
Domes Sankt Peter an der Statt
einer alten karolingischen kirche

deutsche reich fahne

Friedrich der Große – Wegbereiter des modernen Rechtsstaats


Friedrich II. beobachtet die Urbarmachung sumpfiger Ländereien, kolorierter Holzstich nach dem Gemälde von C. Koch, um 1890: Mit Paragraphen, die festlegten, daß „auch Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Oberhaupt
des Staates und seinen Untertanen bey den ordentlichen Gerichten entschieden werden sollen“, wird die völlig veränderte Staatsidee des aufgeklärten Herrschers dokumentiert

Gleichheit aller staatlichen Glieder vor dem Gesetz: Friedrich der Große und das „Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten“

JOST BAUCH

Das „Friedrichjahr“ anläßlich
des dreihundertsten Geburtstags
von Friedrich dem
Großen, der am 24. Januar
1712 in Berlin geboren wurde, neigt sich
dem Ende zu. Entsprechend groß war
die Zahl der Würdigungen und Veröffentlichungen,
die aber zumeist nur
einen Teilausschnitt der Wirkungsgeschichte
dieser komplexen Persönlichkeit
wiedergeben. Im Fokus steht der
„Alte Fritz“ als Kriegsherr, seine innenpolitischen
Leistungen werden zumeist
nur beiläufig erwähnt.
Dabei sind seine innenpolitischen
Reformen für den preußischen Staat
genauso beachtens- und bewundernwert
wie seine militärischen Erfolge. So
wurde in seiner Regierungszeit das „Allgemeine
Landrecht für die Preußischen
Staaten“ erarbeitet, ein Gesetzeswerk,
das im Übergang vom altständischen
Patrimonialstaat zum institutionellen
Flächenstaat die Grundlagen für eine
rechtsstaatliche Entwicklung in Preußen
legte. Zwar setzten die Bemühungen
um eine Gesamtkodifikation für
die Preußischen Staaten bereits unter
Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1714 ein,
doch erst unter Friedrich II. setzten ab
1746 neue Anstrengungen ein, um ein
juristisches Gesamtwerk zu schaffen.
Friedrich forderte ein „deutsches allgemeines
Landrecht, welches sich bloß
auf die Vernunft und Landesverfassungen

gründet“ und beauftragte den Chef
der Justiz Samuel Freiherr von Cocceji
mit dem Projekt des „Corporis Juris
Fridericiani“, das dann von den Reformern
Johann Heinrich Casimir Graf
von Carmer und Carl Gottlieb Svarez
weitergeführt wurde. Die Arbeiten zogen
sich hin, so daß Friedrich die Vollendung
des Werkes nicht mehr erleben
konnte. Das „Allgemeine Landrecht für
die Preußischen Staaten (ALR)“ trat unter
Friedrich Wilhelm II. am 1. Juni
1794 in Kraft. Die Arbeiten am Landrecht
dauerten lange, weil immer wieder
Kompromisse mit dem Adel und
der „altständischen societas“ gesucht
werden mußten. Für ein Gesetzeswerk
ungewöhnlich, hatte das Landrecht
einen erzieherischen und edukativen
Charakter, geradezu dialektisch sollte es
die alte Ordnung teilweise anerkennen,
um diese dann aber sukzessive so zu
verändern, daß der Weg für die Schaffung
eines modernen Staates und einer
Staatsunmittelbarkeit der Untertanen
frei wurde.
Es gab keine dem König
zufallende Staatsräson
Um „das Revolutionäre“ des Landrechts
verstehen zu können, muß man
wissen, daß die frühabsolutistische Gesellschaftsordnung
noch ganz auf die
persönliche Lehnsordung zwischen Vasall
und Lehnsherr ausgerichtet war.
Wie Hagen Schulze schreibt: „Nicht
Staaten auf territorialer Basis kannte das
mittelalterliche Europa, sondern Personenverbände

auf der Grundlage des
persönlichen Lehnseids.“ Diese patrimonialgesellschaftliche
Ordnung sollte
durch das Landrecht in eine institutionelle
staatliche und gesellschaftliche
Ordnung transformiert werden. Man
fing an, den Staat als Anstalt zu begreifen,
der unabhängig von persönlichen
Lehnsbeziehungen dauerhaft existiert.
Dieses alte Lehnsrecht bedingte, daß
die Gesellschaft ständisch durchgliedert
war und die preußische Gesellschaft als
Aneinanderreihung von relativ unabhängigen
adligen eingesessenen Gutsherrschaften
anzusehen war. Die erbuntertänigen
Bauern waren so primär
Untertanen des jeweiligen lokalen Gutsherren,
der über seine eigene Patrimonialgerichtsbarkeit
und herrschaftliche
Unabhängigkeit verfügte und nur locker
mit anderen Gutstellen über die provinzielle
Ständeversammlung verbunden
war. Durch das „Indigenatsrecht“ war
sichergestellt, daß alle Ämter und Positionen
der ständischen Repräsentation
durch Landeseingeborene zu besetzen
waren. Preußen war also zu diesem Zeitpunkt
ein Flickenteppich von relativ autonomen
Provinzen und gutsherrlichen
Kleinstherrschaften.
Der König war in dieser Konstellation
nichts weiter als ein großer Grundbesitzer
unter anderen Gutsbesitzern,
darüber hinaus gab es keine dem König
zufallende Staatsräson, er hatte kaum
ein Durchgriffsrecht auf die Untertanen.
Das Landrecht verfolgte nun die
Intention, diesen traditionsgeleiteten
Ständestaat langsam, aber kontinuierlich

in einen rationalistisch organisierten
absolutistischen Flächenstaat umzubauen.
Wie Reinhart Koselleck betonte,
galt es zunächst eine „Staatsunmittelbarkeit“
der Untertanen zu schaffen,
der Staat, nicht der lokale eingesessene
Gutsherr sollte den primären Zugriff auf
den Untertan erhalten. Dies erreichte
das Landrecht, „indem es die Eigenständigkeit
der Stände in staatlichen
Auftragsdienst verwandelte“.
Der Adel behielt zwar seine privilegierte
Stellung, dieser aber wurde „funktionalisiert“,
er hatte besondere Rechte,
nur weil er die Würde des Staates repräsentierte
und der Staat hatte Priorität:
„Die Pflichten der Unterthanen gegen
ihre Herrschaft müssen jedoch den
Pflichten gegen den Staat, wenn beyde
nicht zusammen bestehen können, weichen“
(ALR, Paragraph 136). Als Folge
der Staatsunmittelbarkeit mischte sich
das Landrecht sogleich in die Beziehung
zwischen eingesessenem Adel und den
erbuntertänigen Untertanen ein. Immerhin
in 16 Paragraphen regelte es die
Pflichten der Herrschaft, wozu gehörte,
dem Gesinde Nahrung bis zur Sättigung
zu reichen und es im Krankheitsfall zu
versorgen, Zeit für den Gottesdienstbesuch
zu gewähren und ihm nicht mehr
Dienste zuzumuten, als mit seiner Gesundheit
verträglich war.
Gesinde und bäuerliche Untertanen
waren nach Auffassung des Landrechts
keine Leibeigenen oder persönliche
Sklaven des Gutsherren. Der „Preußische
Sekretär“, eine kommentierende
Schrift zum Landrecht, differenziert

zwischen „Leibeigenschaft“ und „Erbuntertänigkeit“.
Die Erbuntertänigkeit
sei durch das Landrecht fixiert worden,
die Dienstpflicht beziehe sich qua Landrecht
nicht mehr auf den Leib des Gutsherren,
sondern auf das Gut. Der Bauer
sei verpflichtet, jene Dienste zu verrichten,
die zum Erhalt des Gutes notwendig
seien, darüber hinaus bestehe keine
auf die Person des Gutsherren zentrierte
Dienstpflicht.
Der Staat wird zur
„juristischen Person“
Den Staat als Anstalt zu begreifen,
heißt, auch die Rolle des Königs, als
Staatsoberhaupt neu zu definieren. Das
Landrecht spricht nicht vom König sondern
vom „Oberhaupt im Staat“. Hier
kündigt sich eine Staatsauffassung an,
die zwischen dem König als fleischlicher
Person und dem Amt unterscheidet.
Der Staat wurde unabhängig von
seinen Repräsentanten zu einer „juristischen
Person“. Friedrich der Große
hat die Vorstellung des Staates als einer
juristischen Person vorangebracht, als er
die staatlichen Domänen nicht mehr als
privaten Fideikomiß des Hauses Hohenzollern
auffaßte, sondern unmittelbar
als Staatsgüter.
Friedrich verstand sich als Repräsentant
des Staates, niemals als Staat
selbst, wie etwa Ludwig XIV. (L’ etat,
c’est moi). Und so bekommt das Landrecht
einen „metakonstitutionellen Charakter“,
indem es auch das Oberhaupt
des Staates an die Rechtsordnung bindet

und die Willkür seiner Machtsprüche
einschränkt, denn „auch Rechtsstreitigkeiten
zwischen dem Oberhaupt des
Staates und seinen Untertanen sollen
bey den ordentlichen Gerichten (…)
entschieden werden“ (ALR, Paragraph
80). So stellt Richard Dietrich in seiner
„Kleinen Geschichte Preußens“
fest, daß das Landrecht die bürgerliche
Rechtsgleichheit aller Glieder des
„einheitlichen Untertanenverbandes“
brachte, aber nicht die sozialen Schranken
zwischen den einzelnen Ständen
aufhob. Auch hier zeigt sich der Kompromißcharakter
des Landrechts, denn
der Versuch, eine Staatsunmittelbarkeit
der Untertanen zu initiieren, konnte nur
bis in den genuin politischen und rechtlichen
Bereich vordringen, die soziale
Differenzierung blieb nolens volens der
alten ständischen Ordnung überlassen.
Gleichwohl muß betont werden, daß
mit dem Landrecht rechtsstaatliche Elemente
Eingang in die Staatsauffassung
gefunden haben. Die rationale Staatsidee
der Aufklärung mit ihren vertragstheoretischen
Komponenten, die
Ausrichtung der Staatszwecke auf das
Glück der Untertanen, die Auffassung
vom Staat als juristischer Person und
die Unabhängigkeit der Justiz waren
allesamt Bestandteil des Landrechts.
Mit dem Landrecht wurde in Preußen
und Deutschland die Idee des Rechtsstaates
in politische Praxis umgesetzt.
Der „Alte Fritz“ hat somit nicht nur die
politische Landkarte in Europa verändert,
er war auch Wegbereiter der modernen
Rechts- und Staatsauffassung

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aus Junge Freiheit 45-2012