deutschelobby

NEIN ZUR BRD::::JA ZUM DEUTSCHEN REICH

  • Professional CREE XM-L T6 LED Flashlight SELBSTSCHUTZ wiederaufladbar, Zoom, wasserfest

  • Volkspädagogen

  • Gekaufte Journalisten

  • Massenmigration als Waffe

  • Die geheime Migrations-agenda

  • Umvolkung: Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden

  • Der Staat in der Flüchtlingskrise. Zwischen gutem Willen und geltendem Recht

  • Grenzenlos kriminell

  • Mekka Deutschland: Die stille Islamisierung

  • Die Asyl-Industrie

  • Verborgene Geschichte: Wie eine geheime Elite die Menschheit in den Ersten Weltkrieg stürzte

  • Das Anglo-Amerikanische Establishment

  • Tragödie und Hoffnung

  • Geheime Machtstrukturen

  • Geboren in die Lüge: Unternehmen Weltverschwörung

  • Die Weltbeherrscher: Militärische und geheimdienstliche Operationen der USA

  • Die geplante Vernichtung: Der Weg zur Weltherrschaft

  • Transformation of America…Mindcontrol — hart, entlarvend, mit Namen und Details…

  • Die Rothschilds…

    Die Rothschilds...

  • England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert: Die perfiden Strategien des British Empire

  • Visionen 2050

  • Deutschland in Gefahr: Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt

  • Beuteland

  • Wunschdenken: Europa, Währung, Bildung, Einwanderung – warum Politik so häufig scheitert

  • Und sie hatten sie doch!

  • Whistleblower

  • Europa Grenzenlos

  • Achtung Bargeldverbot!

  • „Other losses“ – die sonstigen Verluste – DVD

  • Sabatina James: Scharia in Deutschland

  • Höllensturm: Die Vernichtung Deutschlands, 1944-1947

  • Bargeldverbot: Alles, was Sie über die kommende Bargeldabschaffung wissen müssen

  • Die Grünen: Zwischen Kindersex, Kriegshetze und Zwangsbeglückung

  • Der geplante Tod: Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern

  • verheimlicht vertuscht vergessen: Was 2015 nicht in der Zeitung stand

  • Karl Albrecht Schachtschneider Erinnerung ans Recht

  • Die türkische Bedrohung: Europa im Fadenkreuz des Islam

  • Der direkte Weg in den Dritten Weltkrieg

  • Chemtrails. Verschwörung am Himmel? Wettermanipulation unter den Augen der Öffentlichkeit

  • Das grosse Buch der Überlebenstechniken

  • Deutschland im Blaulicht: Notruf einer Polizistin

  • Lügenpresse

  • Inside Polizei–Die unbekannte Seite des Polizeialltags

  • 1984…George Orwell

  • Der General des letzten Bataillons (Sonderelbe Jasmin, Band 1)

  • Die Zeit neigt sich dem Anbeginn Die Zeit neigt sich dem Anbeginn Band 1: Operation Walhalla IV

  • Die Zeit neigt sich dem Anbeginn Die Zeit neigt sich dem Anbeginn2 Band 2: Das Geheime Tagebuch der Arianni

  • Böse Gutmenschen: Wer uns heute mit schönen Worten in den Abgrund führt

  • Das NSU-Phantom: Staatliche Verstrickungen in eine Mordserie

  • Notfall-Vorsorge

  • Das große Buch der Selbstversorgung

  • WIE MEDIEN KRIEG MACHEN: Ein Insider über die wahren Drahtzieher

  • Hunde würden länger leben, wenn …: Schwarzbuch Tierarzt

  • Allahs Narren: Wie der Islamismus die Welt erobert

  • Eine Macht aus dem Unbekannten: Deutsche „UFOs“ – und ihr Einfluß im 21. Jahrhundert?

  • Verschwörung Jonastal. Sensationelle neue Erkenntnisse…

  • Sie sagten Frieden und meinten Krieg: Die US-Präsidenten Lincoln, Wilson und Roosevelt

  • Vorsicht Bürgerkrieg!: Was lange gärt, wird endlich Wut

  • Europa vor dem Crash: Was Sie jetzt wissen müssen, um sich und Ihre Familie zu schützen

  • Energie ohne Ende

  • 1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte: Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg

  • Good Bye Mohammed: Das neue Bild des Islam

  • Die Freihandelslüge: Warum TTIP nur den Konzernen nützt – und uns allen schadet

  • Countdown Weltkrieg 3.0

  • der-dritte-weltkrieg-schlachtfeld-europa…………Bestseller

  • Die Sprache der BRD: 131 Unwörter und ihre politische Bedeutung

  • Das Dschihadsystem – wie der Islam funktioniert

  • GenderGaga

  • Das jüdische Jahrhundert – in deutsch

    in deutscher Sprache!!!

  • Alles grün und gut?: Eine Bilanz des ökologischen Denkens

  • Dann mach doch die Bluse zu: Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn

  • Verfallssymptome: Wenn eine Gesellschaft ihren inneren Kompass verliert

  • Tödliche Toleranz: Die Muslime und unsere offene Gesellschaft

  • Als die Soldaten kamen: Die Vergewaltigung deutscher Frauen am Ende des Zweiten Weltkriegs

  • Völkermord an den Armeniern

  • Bevor Du Dich erschießt, lies dieses Buch!: …

  • S.O.S. Germany: Wie Deutschland ausgeplündert wird

  • Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen 2

  • Die Rote Walze: Wie Stalin den Westen überrollen wollte

  • 2018 – Deutschland nach dem Crash

  • Die Prinzipien der Kriegspropaganda

  • Die Impf-Illusion

  • Die vereinigten Staaten von Europa: Geheimdokumente enthüllen: Die dunklen Pläne der Elite

  • Unterwerfung – wenn der Halbmond über Paris aufsteigt

  • Machtwechsel auf der Erde – Armin Risi

  • Krieg in der Ukraine

  • Wenn das die Deutschen wüssten…: …dann hätten wir morgen eine (R)evolution

  • Ruhrkent: Roman

  • Attacke auf den Mainstream

  • Alptraum Zuwanderung

  • Brandneu! „Die erfolgreichsten Gehirnwäsche-Techniken. Der Globalisierungs-Fanatiker. Ein Psychogramm der Westlichen-Werte-Demokratie“

  • Die andere Gesellschaft

  • Die unbequeme Nation 2000 Jahre Wirtschafts- und Religionskrieg gegen die Deutschen

  • Weltenwende Die Gefahren der letzten Tage und der Weg ins Licht

  • Das Ende der Sicherheit

  • Der Fluch der bösen Tat

  • Zutritt streng verboten!: Die 24 geheimsten Orte dieser Welt

  • Am Vorabend des Dritten Weltkriegs: Was Hellseher für unsere nahe Zukunft prophezeien und was politische Fakten bestätigen

  • Kill the huns – Tötet die Hunnen!: Geheimdienste, Propaganda und Subversion hinter den Kulissen des Ersten Weltkrieges

  • Michael Wittmann: Efolgreichster Panzerkommandant des Zweiten Weltkrieges und die Tiger der Leibstandarte SS Adolf Hitler

  • Ihr seid Lichtwesen: Ursprung und Geschichte des Menschen

  • Das Tavistock Institut – Auftrag: Manipulation von Dr. John Coleman

  • Die Jahrhundert-Lüge

  • Das Komitee der 300 – die Verschwörer

  • Die Diktatur der Dummen: Wie unsere Gesellschaft verblödet, weil die Klügeren immer nachgeben

  • Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten

  • Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden

  • 14-18 der Weg nach Versailles

  • deutschland-von-sinnen

  • das Deutschland-Protokoll

  • Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

  • der-neue-tugendterror

  • Gefangen im Euro

  • Adolf Hitler – Der Frontsoldat

  • Unser Tausendjähriges Reich: Politisch unkorrekte Streifzüge durch die Geschichte der Deutschen

  • Als Deutschland Großmacht war

  • Irlmaier: ein Mann sagt was er sieht

  • das-erste-leben-der-angela-m.

  • Gangland Deutschland

  • Von Gesinnungspolizisten und Meinungsdiktatoren

  • Der Anfang vom Ende des alten Europa: Die alliierte Verweigerung von Friedensgesprächen 1914-1919

  • dokumentation-alliierter-kriegsverbrechen

  • Der Große Krieg

  • der falsche Krieg….die Schuld Englands….Freispruch für das Deutsche Reich

  • Internationales Freimaurerlexikon

  • Islam – Religion oder pol. Ideologie – Schachtschneider

  • MenschInnen: Gender Mainstreaming – Auf dem Weg zum geschlechtslosen Menschen

  • Deutschland, Verbrecherland?: Mein Einsatz gegen die organisierte Kriminalität

  • Die Souveränität Deutschlands: Souverän ist, wer frei ist

  • Jo Conrad – Entwirrungen

  • Europa Grenzenlos DVD

  • Konservative.de — aktuelles Magazin kostenlos

  • Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Artikel zu erhalten.

  • Suche nach Datum

    Dezember 2016
    M D M D F S S
    « Nov    
     1234
    567891011
    12131415161718
    19202122232425
    262728293031  
  • 14.9.1958 – „Niemals Verzicht auf Ostgebiete!“

    14.9.1958 ..... Zum 10. Tag der Heimat betonen alle Bonner Parteien: „Niemals Verzicht auf Ostgebiete!“
  • Menü-Themen

  • Meta

  • RSS Wahrheiten.org

  • Dezember 2016
    M D M D F S S
    « Nov    
     1234
    567891011
    12131415161718
    19202122232425
    262728293031  
  • Archive

  • Gemeinschaft – Community

  • Meta

  • Top-Beiträge

  • Top-Klicks

  • Neueste Kommentare

    qwertzu11 zu Weiter so…..was den Deutschen…
    qwertzu11 zu Studium der Bibel entlarvt: DA…
    Gari zu Update: VATIKAN IM SCHOCK: “15…
    Gari zu Update: VATIKAN IM SCHOCK: “15…
    3epochen zu Weiter so…..was den Deutschen…
    visnoctis zu Weiter so…..was den Deutschen…
    rositha13 zu Niederländer wehren sich: Wird…
    qwertzu11 zu Update: Volksaufklärungs-Schri…
    qwertzu11 zu Bitte um Hilfe: Ich will Geld…
    qwertzu11 zu Freispruch für das Deutsche Re…
    Dr. Nicolai Sennels:… zu Dr. Nicolai Sennels: 10 Tipps,…
    Bitte um Hilfe: Ich… zu Bitte um Hilfe: Ich will Geld…
    qwertzu11 zu Formular zum ausfuellen gegen…
    qwertzu11 zu Allüberall auf den Tannenspitz…
    qwertzu11 zu Klare Ansage: Kampftruppe jung…
  • Politisches Bekenntnis – Weigel: Deutsche Reich existiert in den Grenzen von 1937

    Politisches Bekenntnis - Weigel: Deutsche Reich existiert in den Grenzen von 1937

    Politisches Bekenntnis - Weigel: Deutsche Reich existiert in den Grenzen von 1937

  • Schuldenuhr zum Aktualisieren Taste F5 drücken
  • Archiv

  • Themen

  • Dezember 2016
    M D M D F S S
    « Nov    
     1234
    567891011
    12131415161718
    19202122232425
    262728293031  
  • Kategorien

  • Themen

  • Archiv

  • weitere Informationen

    http://www.alteundneuezeiten.de/
  • Daniel Ermordung Türken Röntgen Ärztin

  • Tags

    Allah Angela Merkel Asyl Asylanten Asylbewerber aufklarung Ausländer Ausländergewalt Ausländerkriminalität Banken Berlin Bilderberger Bremen Brussels Brüssel Bundestag Bundesverfassungsgericht CDU Christen Deutsche Deutsche Reich Deutsches Reich Deutschland Die Welt EFSF England ESM EU EU-Politik Euro Europa European Union Eurozone EZB Flüchtlinge France Frankreich Germany Gewalt Griechenland Grüne Gutmenschen Hamburg History Illegale Intensivtäter Invasoren Islam Islamisierung islamisten Islamkritiker Israel Italien Koran Krieg Köln leben Linke Linksradikale London Medien Medienmanipulation Merkel Messerstecher Migranten Migrantengewalt Mord Moschee Moslem Muslim Muslime München Nachrichten PEGIDA Politik Polizei Quran Religion and Spirituality Russland Schweiz Social Democratic Party of Germany SPD südländer Terror Turkey Türke Türkei Türken United States USA Video Volksverdummung Widerstand. Wien Wolfgang Schäuble Zigeuner Zuwanderer Zuwanderung Zuwanderungskriminalität Österreich
  • Blogstatistik

    • 5,151,784 hits

Süd-Tirol…immer schon Österreich/Ostmark/Deutsche Reich


Coat of arms of the Autonomous Province of Bol...

Unabhängigkeit – Südtirol zeigt seinen Willen zur Autonomie…das schönste deutsche Land wehrt sich seit Jahrzehnten

 

DerUnabhängigkeitstagvon Bruneckeine Nachbetrachtung

24. Mai 2016 (Von Reynke de Vos)

Das schönste deutsche Land liegt am Brennerhang. Uns genommen durch Kriegsrecht, uns geblieben durch Menschenrecht. Keiner kann es entfremden, keiner darf es enteignen. Dies deutsche Sprachland; dies deutsche Weinland; dies deutsche Blumenland; dies deutsche Lichtland. Der Ruf soll ergehn: ,Heraus damit!’ –  solange noch unsereins Worte hat; und eine Feder; und eine Sehnsucht; und einen Willen.“

Was der Schriftsteller Alfred Kerr Schriftsteller Alfred Kerr Ende 2  Schriftsteller Alfred Kerr EndeEnde der 1920er Jahre in Worte fasste, galt dem im schändlichen Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye Italien zugesprochenen südlichen Teil Tirols.

Im Gegensatz zu heute wusste man damals noch, dass des Dichters Adjektiv „deutsch“ Sprache und Kulturgemeinschaft meinte, nicht national(staatlich)es Terrain. Zumal da es noch nicht allzulange her war, dass der österreichische Kaiser und ungarische König Franz Josef I. ganz selbstverständlich vor aller Welt bekannte: „Ich bin ein deutscher Fürst“. Und dass das Land unterm Brenner, als Teil des Habsburgerkronlandes Tirol, zu Österreich gehörte und Italien, das 1915 die Seiten gewechselt und es 1918 trotz Abschluss des Waffenstillstandes kurzerhand annektiert hatte, im Pariser Vorortvertrag vom 10. September 1919 als Kriegsbeute zugesprochen worden war.

Selbstbestimmung verweigert

In Bruneck (Tirol) demonstrierten mehrere tausend Menschen aus allen Teilen Europas fuer nationale Autonomie. / Foto: Reynke de Vos

Bruneck in Südtirol: Die Menschen lieben ihre Heimat und wollen ihr Leben und ihre Identität selbst bestimmen.

Dort verblieb es auch nach dem Zweiten Weltkrieg und firmiert seitdem als „Provincia Autonoma di Bolzano-Alto Adige“, wenngleich die gesamte Tiroler Bevölkerung in Unterschriftensammlungen Manifestationen des Zusammengehörigkeitswillens dokumentierte und jüngste demoskopische Befunde in Südtirol sowie in Österreich den Wunsch nach Abhaltung eines Referendums über die Zukunft untermauern. Nie wurde den zwischen Brenner und Salurner Klause, zwischen Reschen und Dolomiten lebenden Menschen die Möglichkeit zuteil, gemäß dem Selbstbestimmungsrecht über ihre territoriale Zugehörigkeit, mithin über die Eigenständigkeit ihrer Heimat, zu befinden.

Maßgeblichen politischen Verantwortungs- und Entscheidungsträgern kam der Begriff Selbstbestimmung seinerzeit inflationär über die Lippen, als es ihnen um die gesetzliche Regelung der fallweisen Unterbrechung weiblicher Fertilität zu tun gewesen ist. In unserem Sinne bemüh(t)en sie sich tunlichst darum, die Erwähnung des Selbstbestimmungsrechts zu vermeiden.

Für die österreichische Außenpolitik und die Mehrheit des Nationalrats gilt die Autonomie Südtirols ausweislich einer parlamentarischen Resolution vom Juli 2015 sozusagen als eine Art bereits vollzogener besonderer Form der Selbstbestimmung. Und als „Ewiggestrige“ – laut Außenminister Sebastian Kurz, dem sich SPÖ, ÖVP, Grüne, Neos und deren Pendants in Innsbruck und Bozen beflissen anschließen – ,wer diesem völkerrechtlich verkürzten geistig-politischen Tiefflug nicht zu folgen bereit ist.

„Los von Rom“

Das sind viele, wie sich stets erweist. Soeben legten in Bruneck mehrere tausend Menschen auf einer von der „Arbeitsgemeinschaft iatz!“ (iatz = jetzt) des Südtiroler Schützenbundes (SSB) organisierten, volksfestartigen Zusammenkunft ein Bekenntnis zum Beschreiten des Weges ab, der zur Unabhängigkeit ihrer Heimat führen soll. Wen wundert’s, dass sich unter der Parole „Los von Rom“ nicht nur Tiroler von diesseits und jenseits des Brenners, sondern auch Vertreter von Venezianern, Triestinern, Lombarden, Friulanern und Sizilianern im Pustertal einfanden, sondern auch Basken und Katalanen sowie Flamen und Schotten, deren „Los von …“ den Hauptstädten Madrid, Brüssel und London gilt.

Volksbewegungen

In Bruneck (Tirol) demonstrierten Tausende Menschen aus allen Teilen Europas fuer nationale Autonomie. / Foto: Reynke de Vos

Nicht nur Tiroler tragen ihren Protest gegen die Unterdrückung ihrer Identität in Bruneck auf die Straße: Delegationen aus allen Teilen Europas waren dabei und unterstützten diese Forderung. Der Moloch EU hat die Herzen der Völker nicht erobern können.

   Für Manu Gomez hat das Referendum von Arrankudiaga (November 2014) zwar nicht die Unabhängigkeit des Baskenlandes gebracht, zumal das spanische Verfassungsgericht bisher jede derartige Regung als verfassungswidrig verwarf. Dennoch sei damit ein Schneebrett losgetreten worden, welches zur Lawine anwachse.

Shona McAlpine von der 2012 gegründeten Bewegung „Frauen für die Unabhängigkeit“ aus Glasgow wies darauf hin, dass beim Referendum 2014 nur wenig fehlte, um aus Schottland einen unabhängigen Staat zu machen. Dennoch habe sich seitdem politisch einiges ereignet. So haben in der Wahl zum schottischen Regionalparlament unlängst die Unabhängigkeitsbefürworter abermals die Mehrheit der Sitze errungen. Die dominante Nationalpartei SNP will über das „Los von London“ sofort wieder eine neuerliche Volksabstimmung ansetzen, sollten sich die Briten am 23. Juni mehrheitlich gegen den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union (EU) aussprechen. In Edinburgh hingegen ist man klar gegen den „Brexit“.

Die Katalanin Anna Arqué, die schon auf dem ersten derartigen „Unabhängigkeitstag“ (Mai 2013) in Meran sowie anlässlich der dortigen Andreas-Hofer-Feier im Februar 2016 eine die politisch-korrekte Politik- und Medienwelt EUropas verstörende Rede gehalten hatte, bezeichnete jetzt in Bruneck all jene Verantwortungsträger, „die vor den Nationalstaaten auf die Knie fallen und das internationale Recht auf Selbstbestimmung verneinen“, als „Gefahr für die Demokratie“. Und Bart De Valck, Vorsitzender der Vlaamse Volksbeweging (VVB; Flämische Volksbewegung) stellte die volklich-nationale Eigenständigkeit über den (dieser meist entgegengehaltenen) Primat der Wirtschaft: „Ohne Eigenständigkeit gibt es keine Grundlage für Wohlstand und Wohlergehen“.

Hoffnung, Mut und Zuversicht

Unter dem Motto „Heimat in Bewegung – Los von Rom“ zogen dann Tausende durch Bruneck, wo sich dem Auge ein beeindruckendes Fahnenmeer zeigte. Immer wieder von Beifall unterbrochen indes die Abschlussrede Elmar Thalers. Der Landeskommandant der Südtiroler Schützen und Hauptorganisator des „Unabhängigkeitstags“ wies eindrücklich darauf hin, wie sehr Südtirol von Rom abhängig sei, das in den letzten Jahren die in ganz Europa wider besseres Wissen als „Modell“ angepriesene Autonomie sukzessive entwerte.

„Wir haben ein starkes Vaterland, und wir sind ja nach wie vor − zumindest kulturell − ein Teil Österreichs“, just da gelte es anzuknüpfen und weiterzudenken, denn „die fertige Lösung, das perfekte Rezept für die Unabhängigkeit für unser Land“ gebe es nicht. „Niemand weiß, was er kann, bevor er’s versucht, und niemand weiß, was er erreichen kann, wenn er nicht nach mehr strebt“, rief Thaler dem enthusiasmierten Publikum zu und forderte von seinen Landsleuten mehr Mut:

„Wer etwas schaffen will, der muss zuversichtlich sein, der muss anpacken wollen, der muss etwas wagen“. Unrechtsgrenzen könnten in Europa auf friedlichem Wege korrigiert werden, das habe die Geschichte bereits gelehrt. Auch Deutschland sei unerwartet und entgegen allen Voraussagen wieder teil-vereinigt worden (die deutschen Ostgebiete fehlen).

Die zentrale Kundgebung in Bruneck. / Foto: Reynke de Vos

Die zentrale Kundgebung auf dem Platz in Bruneck. Ein realitätsferner, schikanöser Zentral-Machtapparat kann Heimatliebe, kulturelle Identität und Zusamengehörigkeit nicht ersetzen.

 

Es braucht den Mut zum Bekenntnis, denn nichts ist für immer, und nichts ist für die Ewigkeit“, lautet(e) denn auch das Fazit des Veranstalters für den „Unabhängigkeitstag“, der trotz niedriger Temperaturen in hoffnungsfroher, ausgelassener Feierlaune verlief. Für Stimmung sorgten Volkstanz- und Schuhplattlergruppen, Alphornbläser, Schwegler, Trommler, Goaßlschnöller, Ziehorgel-Spieler und nicht zuletzt die Musikkgruppen „Volxrock“ sowie „Die Seer“.

Einen außergewöhnlichen Festbeitrag leistete der Südtiroler Heimatbund (SHB). Sein Heißluftballon trug den Schriftzug „Freiheit und Unabhängigkeit“ in die Lüfte. Der SHB wollte damit nach Aussage seines Obmanns (Vorsitzenden) Roland Lang „das Freiheitsstreben der Tiroler und aller anderen fremdbestimmten Volksgruppen unterstützen“.

Wenn sie, wie in Bruneck, ihren Weg mit Einsatz und Klugheit unerschrocken weiter beschreiten, dürfte sich ihre Hoffnung über das philosophische Prinzip des Ernst Bloch hinaus in ein erreichbares Ziel verwandeln lassen.

Ballon Südtirol

Frei und stolz fliegt er in der Luft, der südtiroler Adler auf dem Ballon mit der Forderung nach Freiheit und Unabhängigkeit.

.

Unabhängigkeitsbestrebungen in Europa – Südtirol zeigt seinen Willen zur Autonomie

 

Coat of arms of the Autonomous Province of Bol...

Der Beginn der Tiroler Freiheit und Wehrhaftigkeit

Georg Dattenböck

Bereits seit den Zwanzigerjahren war es den meisten faschistischen Statthaltern in Südtirol ein unerforschbares Rätsel geblieben, wieso die Tiroler sich nicht willig unter der Knute Roms zu Italienern umformen ließen. Ein tieferer Blick in die Geschichte des Landes, seine gesellschaftlichen Traditionen und die in Jahrhunderten geformte kulturelle Identität der Tiroler hätte ihnen Aufschluss geben können. Der Historiker Georg Dattenböck, vor allem bekannt geworden durch seine Forschungen über die Vandalen und über das Nibelungenlied, hat uns nachstehenden Beitrag zur Verfügung gestellt, in welchem er nachweist, daß die Tradition der Tiroler Wehrhaftigkeit sehr alte Wurzeln hat.

Tiroler Landesverteidiger Zeitgenössische Darstellung Tiroler Landesverteidiger von 1796

Diese Arbeit entstand aus dem Wunsch, jenem bis heute im Dunkel der Geschichte liegenden Beginn der Tiroler Wehrhaftigkeit auf den Grund zu gehen. Dieser Beginn dokumentiert nicht nur die allgemeine Wehrhaftigkeit, sondern auch gleichzeitig, als wichtigste Voraussetzung, die Freiheit des Einzelnen und damit auch des gesamten Landes. Die vom Beginn bis heute gültige Formel lautet in Tirol: „Der freie, waffenfähige Mann verteidigt mit dem Einsatz seines Lebens die innere und äußere Freiheit seines Landes. Wird dieses Recht genommen und/oder beschnitten, herrscht Unfreiheit und Diktatur“. „Ursprünglich wurde das Heeresaufgebot von allen Besitzenden gestellt, auch von den freien Bauern. So wollte es das germanische Recht,…“ schrieben Egg und Pfaundler, begründeten den letzten Satz jedoch nicht weiter. (Erich EggAVolfgang Pfaundler: „Die Anfänge der Tiroler Landesverteidigung“; in: „Das große Tiroler Schützenbuch“; Wien-Zürich-München 1976, S. 8)

In ihrem Vorwort verwiesen sie aber bereits „auf die unvergleichliche Landesverteidigung, für die eben nur in Tirol die Voraussetzungen vorhanden waren: die persönliche Freiheit und die Waffenfreiheit der Bauern, die die Masse der Mannschaft stellten“. (Erich EggAVolfgang Pfaundler: a. a. O., S. 7)

SchützenfahneDie älteste noch erhaltene Schützenfahne Tirols ist die der Schwazer Bergknappen, wahrscheinlich aus dem Jahre 1499 stammend.

Aber auch die Eidgenossen besaßen seit jeher diese „unvergleichliche Landesverteidigung“, dies muss ergänzend als historische Tatsache im Kontext erwähnt werden.

Der Nordtiroler Landesarchivar Dr. Widmoser berichtete über die erste schriftliche Aufzeichnung dieser Tiroler Wehrhaftigkeit: „Schon seit es die Grafschaft Tirol gibt, bestand für die Untertanen des Landes die Pflicht der Landesverteidigung. Die Bürger von Bozen waren, laut einer Urkunde von 1290, zum Kriegsdienst und zur Heerfahrt für den Tiroler Landesfürsten verpflichtet. Hiebei werden zum erstenmal auf Tiroler Boden in deutscher Sprache die Worte,Heerfahrt“ und,Raise“ im Sinne für Kriegszug verwendet. Zum Kriegszug an die Südgrenze des Landes auf den Nonsberg und nach Trient 1300/01 wurden alle Gerichte der Grafschaft Tirol aufgeboten“. (Eduard Widmoser: „Südtirol von A-Z“, Bd. III., Innsbruck-München 1988, S. 1351)

Diese erste schriftliche Bekundung der Tiroler Wehrhaftigkeit sagt nichts über deren Anfang aus. Allerdings setzt sie, der Logik aller wehrhistorischen Entwicklungen nach, eine sehr alte Tradition voraus. „Durch das Tiroler Landlibell von 1511 wurde dann die Landesverteidigung auf eine allgemeine gesetzliche Grundlage gestellt, sodaß dieses Landlibell als ein grundlegendes Verfassungsgesetz, wie man es sonst nirgends in den deutschen Landen findet, zu betrachten ist.

LandlibellDas Tiroler Landlibell von 1511, welches sich auf einen älteren Freiheitsbrief von 1406 berief, war von Kaiser Maximilian I. als Lan-des-Verfassungsgesetz erlassen worden. Es regelte die Landesverteidigung durch den Landsturm. Die Tiroler hatten das Recht, Waffen zu tragen und mussten ihre Heimat nur innerhalb der Landesgrenzen verteidigen.

 Es hat dem Tiroler Volk nicht erst die innere Fähigkeit zur Selbstverteidigung verliehen, wohl aber dieser für lange Zeit die gesetzliche Stütze gegeben“, SO Widmoser. (Eduard Widmoser: a. a. O., S. 136) Über die Tiroler Wehrhaftigkeit und deren, sich im Laufe der Jahrhunderte, immer mehr verfeinerte, verbesserte Organisationsformen haben sich bereits viele Historiker umfassend geäußert. Wir wollen hier jedoch den Ursprung, den von Egg/ Pfaundler thematisierten Ansatz, das „germanische Recht“, die germanische Besiedelung und das Heerwesen in Tirol, untersuchen.

Auf der Marc-Aurel-Säule (Columna Centenaria Divorum Marci et Faustinae), einer Siegessäule in Rom, die zu Ehren des römischen Kaisers Marc Aurel errichtet wurde, sieht man spiralförmig angebrachte Reliefbänder mit Darstellungen aus den Ereignissen des Markomannenkrieges. Man erkennt u. a. eine ,Germanische RatsverSammlung4, wo die Freien zum Beraten zusammentreten und Schimmel vorgeführt werden.

Marc-AurelDarstellung einer germanischen Ratsversammlung auf der Marc-Aurel-Säule‘ in Rom.

Im Kapitel X. seiner „Germania“ berichtete der römische Historiker Tacitus vom Pferdekult bei den Germanen: „Eigentümlich ist den Germanen die Weissagung und Mahnung durch das Pferd. In gewissen heiligen Hainen und Gehölzen werden auf Gemeindekosten weiße, durch keine irdische Arbeit entweihte Rosse gehalten; diese, vor den heiligen Wagen geschirrt, begleitet der Priester mit dem König und beobachtet das Wiehern und Schnauben der Tiere…“

Im Kap. VI. schrieb Tacitus, im 1. Jhdt. unserer Zeitrechnung, über das germanische Heerwesen: {…)„Ihre Waffen sind Spee-re oder, wie sie es selbst nennen, Framen mit einer schmalen und kurzen Eisenspitze. Die aber so scharf und handlich ist, daß sich ein und dieselbe Waffe, je nach Bedarf, zum Nah- und Fernkampf verwenden lässt. Die Kämpfer zu Fuß dagegen werfen auch noch kleinere Spieße, einer immer mehrere, und zwar ungeheuer weit. (…) Nur wenige tragen Panzer, kaum der eine oder andere einen Helm aus Metall oder Leder. (…) Im allgemeinen liegt die Hauptkraft bei den Kämpfern zu Fuß, weshalb man auch in gemischten Verbänden kämpft. Aus der gesamten Jungmannschaft zu Fuß wählt man Leute aus und stellt sie an die Front, und ihre Behendigkeit passt sich dem Reiterkampf vorzüglich an. Ihre Zahl ist genau festgelegt: 100 Mann sind es aus jedem Gau, und ihre Hundertschaften heißen sie deshalb auch bei ihren Landsleuten, und die ursprüngliche Zahlbezeichnung ist nunmehr ein Ehrenname geworden“. Prof. Dr. R. Simek schrieb zur germanischen Kriegsführung: „Zu einer vollständigen Bewaffnung (die aber keineswegs alle Krieger besaßen) der Germanen in Südskandinavien während der römischen Kaiserzeit gehörten Schwert und Schild, Dolch, Lanzen (der Frame, latinisiert framea) sowie Bogen und Pfeile mit Eisenspitzen, die aber noch keine (wie dann später im Mittelalter üblich) große Spezialisierung aufwiesen (…) Das oftmals als typisch germanisch betrachtete einseitige Kurzschwert (mit einer Klingenlänge von 25 cm bis zu 50 cm), das übrigens von der Neuzeit nur im Altnordischen als Sax bezeichnet wurde, st allerdings erst in der Merowingerzeit bei den Franken archäologisch nachweisbar (…). So bestand etwa eine besiegte Armee im 4. Jahrhundert wie die im Waffenbeuteopfer von Esbol in Südjütland aus 9-10 Berittenen und 60 Fußkämpfern mit Schwertern, Messern, Schilden, Speeren und Lanzen, während 140 weitere Krieger zu Fuß nur mit Wurfspeeren, Lanzen und Schilden ausgerüstet waren, sodaß von einer Armee aus etwas mehr als 200 Mann nur 10 beritten waren.

 Diese Unterschiede in der Bewaffnung dürften die Schichten der Adeligen (Berittenen), Vollfreien und Halbfreien als ständische Pyramide repräsentieren. .. “ (Rudolf Simek: „Die Germanen“; Reclam, Stuttgart 2006, S. 30ff)

Emil Nack berichtet über das germanische Heer: „Das germanische Heer war ein Volksheer, das allgemeine Volksaufgebot aller Waffenfähigen und Waffenberechtigten. Nur dadurch, daß jeder sich freiwillig für den Kriegsdienst bereithielt, war es überhaupt möglich, daß die Germanen ohne ungeheure geldliche Anstrengungen und eine umfangreiche Verwaltung, wie es bei den Römern notwendig war, die schweren Zeiten einer fortgesetzten Kriegsführung mit dem römischen Imperium durchhalten konnten…“ (Emil Nack: „Germanien. Länder und Völker der Germanen“; Wien-Heidelberg 1963, S. 94ff)

In diesen Versammlungsplätzen, den „Malstätten“, wurde von den Freien über die Angelegenheiten des Stammes entschieden, u. a. auch über Krieg und Frieden. Die verfassungsrechtliche Grundlage der ersten Baiem war die bei Tacitus erwähnte Hundschaft oder Hundertschaft. In Ortsnamen mit Hund-(Hundsdorf, Hunding usw.) wird der Sachverhalt überliefert. Die Bezeichnung Hundschaft ist vom Zahlwort Hund = Hundert abgeleitet. Eine Hundschaft setzte sich aus hundert freien Sippen mit beliebig vielen Einzelpersonen zusammen. In jeder Hundschaft war der Mittelpunkt die Malstatt, dort war auch der Sitz des Gerichtes. Jacob Grimm verwies in seinem Werk,Deutsche Rechtsaltertümer‘ darauf, daß „was ehedem in Baiern, galt auch in Norwegen und noch spät in Sachsen“. In diesen Malstätten wurde das Heeresaufgebot ausgerufen, dort war das Kultzentrum, Ort der religiösen Feste und im Umfeld lag der Verbrennungsplatz der Toten bzw. der Bestattungsplatz. Auf dem ehemaligen röm. Reichsgebiet südlich der Donau findet man diese Malstätten oftmals an den Standorten röm. Kastelle an den Heerstraßen. Folgend einige von Wecus (Edmund v. Wecus: „Die Bedeutung der Ortsnamen für die Vorgeschichte“; Zeitz 1920, S. 21f) aufgelistete Symbole für die Malstatt, für Recht und Herrschaft:

Runen1: Malstatt; das ,Mal‘: Eiche, Esche, Buche, Linde oder Birke, manchmal eine Säule, darauf das Malkreuz mit dem heiligen (Sonnen-) Ring. Das Malkreuz ist die lineare Verbindung der Sonnenauf- und Untergangspunkte zur Winter- und Sommersonnenwende und zugleich Sinnbild für das nordatlantische Jahr. 2: Rechtkreuz, Symbol der Hundmühle -,Hundí kommt vom Führer einer Hundertschaft. 3: Das Rechtszeichen: der Hammer des Thor (Tyr); noch heute wird im angelsächsischen Rechtsbrauch vom Richter der Thors-Hammer verwendet. 4: Die Speerspitze oder Greve, das älteste germanische Herrschaftszeichen, es verweist auf die germanische Heeresmacht, die der Herzog oder König führte.

Welche Hinweise finden wir für eine Besiedelung durch Germanen in Tirol? Zunächst fällt uns sofort der Landesname selbst auf. „Tyräl“ wurde das Land erstmals schriftlich 1158 und wieder 1191 mit „Tyrol“ erwähnt. Wie mit der erstmals schriftlich mitgeteilten Wehrhaftigkeit, sagt die erstmalige schriftliche Erwähnung des Landesnamens nichts über dessen Alter aus. Schönberger schrieb, daß die Runen, die Symbol- und Schriftzeichen der Germanen, „mehr mit den Alpen zu tun haben, als man zunächst glauben möchte. (…) Das ZeichenÎ z.B. hat den Lautwert ,t‘ und heißt altnordisch ,Tyr‘; da aber dieser Name, der ein Göttername ist, eine abwehrende Wirkung hat, kommt diesem Zeichen dieselbe Wirkung zu, besonders wenn es dreimal wiederholt wird. (…) Die Bauern deuten diese drei Zeichen als ,Tod, Donner, Teufel‘ oder, Tod, Teufel, Trud“, was natürlich Auslegungen sind; aber sachlich bleibt die Deutung in der Sphäre des Gottes Tyr; denn dieser war ursprünglich Himmelsgott und wurde im Lauf der Zeit zum Schlachten- und Todesgott. Solche Einkerbungen werden bei uns ,Grunsen‘, verkleinert,GrünsT, genannt (auch die feine Zielkerbe beim alten österreichischen Militärgewehr hieß ,Grinsel‘, im Gegensatz zum ,Korn‘). Damit bezeichnet man oberflächliche Ritzungen im Holz, aber auch in der Haut oder in einer Rasenfläche. Wird hingegen ein gröberes Werkzeug verwendet (Stemmeisen, Hacke, die ,Runsenhaue‘ usw.) und fällt daher dieser Kratzer tiefer aus, dann spricht man von Runsen (das Wort hat nichts mit Runen zu tun, deren Stamm im deutschen Wort raunen erscheint). Solche Runen oder auch Grunsen wurden, wie mir erzählt worden ist, auf schuhlangen Stäben oder Spänen eingekerbt. Diese Stäbe wurden am Dachfirst aufbewahrt. Solange sie unversehrt blieben, sollte Haus und Hof von jedem größeren Unglück verschont bleiben. Wurde der Stab absichtlich oder zufällig zerbrochen, dann nahm das Unglück seinen Lauf. Eine andere Verwendung erfuhr ich von derBäurin Barbara Althuber in Hintertiefenbach (geb. 1845), die über 90 Jahre alt wurde; sie wußte auch den dazugehörigen Zauberspruch! Er lautete:

Drei Grunsen schneid ich hier,

Unmacht, Unruh, Unheil Dir! -Jetzt is getan, hiez fangts an!

Brichst Du ab, schneid i ab,

Wird mein Willn sich erfülln

Der Spruch mußte also, wie aus dem Text selbst hervorgeht, während des Einkerbens gesagt werden. Die Wirkung trat sofort ein, und zwar ist die Unmacht,Schwachheit“, die Unruh ,.Ruhelosigkeit‘ und das Unheil wird in Wagrain als Ausdruck z.B. für einen schadendrohenden Wildbach verwendet, der,ein Unheil für das ganze Lehen“ ist. (…) Dieser Runsenspruch hat eine gute Parallele in der Edda. Der Götterbote Skirnir kam als Brautwerber zur Riesentochter Gerdr und sagte der Widerwilligen als letzte Drohung (Strophe 36):,Einen Thrusen ritz ich Dir und drei Runen: Argheit und Unzucht und Unrast! Doch schneid ich auch weg, was eingeschnitten ist, wenn sichs zweckmäßig erweist“. (…) Die Parallelität zwischen den beide Zaubersprüchen ist so weitgehend, daß wohl kein Zufall vorliegen kann. “ (Matthias Schönberger: „Sinnzeichen und Runen in den Ostalpen“; in: Jahrbuch des Österreichischen Alpenvereins, Innsbruck 1950, S. 113ff. Siehe zu nordgermanischen Bräuchen in Tirol auch: Dr. Ludwig v. Hörmann: „Wetterherren und Wetterfrauen in den Alpen“; in Zeitschrift des deutschen und österr. Alpenvereines, Bd. XXXVIII, Jg. 1907)

Mit diesem eindeutigem Hinweis aus der Volkskunde auf die nordgermanische Herkunft des Brauches wenden wir uns der Frage zu, welcher der in Frage kommenden nordgermanischen Stämme gemeint sein kann, der Tirol besiedelte und damit die germanische Wehrverfassung und Wehrhaftigkeit hier eingeführt hatte.

Die Kimbern aus Jütland, welche am 30. Juli 101 vor unserer Zeit in der Poebene, südlich des heutigen Vercelli, von röm. Truppen unter dem Kommando des Catulus in einer offenen Feldschlacht geschlagen wurden, scheiden aus. Reste dieser Kimbern können sich unmöglich mehr als ein halbes Jahrtausend als winzigste Minderheit unter Roms Herrschaft in den Alpen erhalten haben, sie verschwanden aus der Geschichte. 270 Jahre nach den Kimbern stürmten die Markomannen bis in die Poebene und wurden, unter Aufbietung letzter Kräfte, von Kaiser Marc Aurel geschlagen. Auch diese Markomannen scheiden als Besiedler von Tirol aus. Betrachten wir folgende Aussagen von Historikern:

Otto Stolz, dessen Buch über die Tiroler Wehrverfassung ein grundlegendes Standardwerk ist, schrieb im Kapitel 1 über „Die volkhaften Grundlagen der Wehrhaftigkeit“ u.a.: „Von Ostgotenkönig Theoderich (f 526 n. Chr.) ist eine Sammlung von Verordnungen erhalten, von denen sich zwei mit dieser rätischen Landwehr und mit der Niederlassung gotischer Kriegersippen am Doss Trento zur Sicherung des Etschtales befassen. Gewisse Merkmale, wie Körperbeschaffenheit, Mundart und Hausbau, weisen nach der Meinung mancher Forscher darauf hin, daß auch die späteren Bauern des Sarntales und Passeiers von solchen Goten abstammen. Daß sich im deutschen Etschland die Heldensagen um Dietrich von Bern, eben jenen Gotenkönig Theoderich, erhalten haben und über Befehl des ritterlichen Kaisers Max I. in dem „Heldenbuch an der Etsch“, später nach seiner Aufbewahrung auch Ambraser Heldenbuch“ genannt, niedergeschrieben wurden, deutet ebenfalls auf solche Zusammenhänge. Eine ausgesprochene Wehrbauernsiedlung haben dann die ebenfalls germanischen Langobarden die Nachfolger der Ostgoten in der Herrschaft über Italien seit 568, an der Nordgrenze ihres Reiches mit ihren Arimannen oder Heermannen betrieben. In der Gegend von Trient, hinauf bis in das Fleimstal, werden noch im 13. Jh. bäuerliche Güter als ,Rimanien‘ bezeichnet“. (Univ.-Prof. Dr. Otto Stolz (Hg. Univ.-Prof. Dr. Franz Hüter): „Wehrverfassung und Schützenwesen in Tirol von den Anfängen bis 1918“; Innsbruck-Wien-München 1960.

Zur langobardischen Besiedelung des Südens von Tirol siehe: Dr. Friedrich Teßmann: „Die Langobarden in Südtirol“; in: ,Der Schiern“, Jg. 1950/1951/ 1952; ders.: „Der kärtnerisch-süd-tirolerische Limes im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr.“; in: ,Der Sthlern“ 28/1954)

Auch E. Schaffran war der Ansicht, daß es die Ostgoten waren, welche, als Nachfolger des Weströmischen Reiches, als erste Germanen sich im Etschland auf längere Zeit ansiedelten. Schaffran schränkte aber sofort ein, daß diese Ostgoten „in der Sprache und der blutsmäßigen Zusammensetzung der Bevölkerung nur geringe Spuren hinterließen; ihr archäologisches Erbe beschränkt sich auf wenige Stücke (Campill, Vervo und andere Orte des Nonsberges, Doss Trento, Antolz etc. wozu vielleicht noch einige ornamentale Steinreliefs im Museum von Trient kommen). Immerhin baute Theoderich d. Gr. 507-511 nach Christi die Trientiner Hauptbefestigung auf der Verruca (Doss Trento) als Fluchtburg stark aus, wobei wir als einzigen

FibelBei Naturns aufgefundene germanische Fibel aus dem 7. Jahrhundert n. Chr.

Fall von einer ostgotischen Siedlung, aber von keiner nationalostgotischen Garnison, Kenntnis erhalten, und verfügte ferner die Wiederherstellung und Verstärkung der Stadtmauern selbst. In Trient befand sich 536 ein staatlicher Getreidespeicher. (…) Gegen 575 erreichte der langobardische Vorstoß die Gegend von Bozen, denn der Besitz der dortigen Talgabel war auch für jetzt eine strategische Notwendigkeit. Dieser Vorstoß löste nach mehreren vorhergegangenen Zwischenfällen dann im Jahre 590 den ersten Krieg mit den Franken aus“. (Prof. Dr. Emmerich Schaffran: „Goten und Langobarden in Südtirol und im Trientinischen“; in: Jahrbuch des Österreichischen Alpenvereines, Bd. 75, Wien 1950, S. 122fif)

Dr. M. Mayer wies auf jene wichtigen ethnographischen Verschiebungen im 6. Jhdt. hin, wo auch in Welschtirol eine neue Epoche entstand. „Es ist die Besiedelung des ganzen Landes durch germanische Völkerstämme, welche dauernd darin seßhaft blieben (…). Mochten auch nach den neueren Annahmen die bajuwarischen Niederlassungen anfänglich nicht sehr zahlreich gewesen und erst nach und nach vermehrt worden sein, so gelangte doch in den bajuwarischen Landesteilen die deutsche Sprache allmählich zur Alleinherrschaft. Dagegen gestatten alle historischen Zeugnisse den Schluß, daß die langobar-disch-fränkische, vielleicht auch gotische Einwanderung nach Südtirol eine dichtere war. Auf den Trümmern des römischen Trient entstand ein eigenes politisches Gebilde, das Teilherzogtum Trient, als nördliches Grenzgebiet des Langobardenreichs. Das langobardische Fürstengrab von Civezzano, und sein kulturgeschichtlich höchst wichtiger Inhalt (jetzt im Landesmuseum zu Innsbruck) ist eines der wertvollsten Denkmäler dieses germanischen Volksstammes. Zur Wehrverfassung teilte Mayer mit, daß „die ständische Verfassung auf den Grundsätzen der Pflicht jedes einzelnen zur Landesverteidigung“ aufgebaut war, einer „altdeutschen Einrichtung. Eigentum an Grund und Boden verpflichtete auch zur Verteidigung desselben. (…) Nur zur Verteidigung des eigenen Bodens zieht der Mann aus (…) Die Landesverteidigung galt aber jedem Tiroler stets und durch alle Zeiten als seine oberste Pflicht“. (Univ.-Prof. Dr. M. Mayer: „Welschtirol in seiner geschichtlichen Entwicklung“; in: Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereines, München Jg. 1907, Bd. XXXVIII, S. 68ff. Zur Frage der frühen bajuwarischen Besiedlung vgl. auch J. Egger: „Die alten Benennungen der Dörfer“; in: Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg, 1897, III, Seiten 41 und 272ff)

In seiner sehr tief schürfenden Arbeit kam A. Schiber u.a. zur Ansicht, daß es eine auffallende Tatsache sei, daß das Gewohnheitsrecht in Rätien und Tirol, Je mehr man sich den Alpen nähert, ostgermanischen Charakter hat, wobei freilich nicht verschwiegen werden darf, daß der Verfasser diese ostgerm. Elemente nicht gerade auf die Goten, sondern auf andere nicht gotische, aber auch nicht burgundische Völker zurückführen möchte. Aber auf welche ?(…) Der Zusammenhang des rätischen Rechts mit der dänischen Gruppe ist etwas so Rätselhaftes, daß gewiß alles zu beachten ist, was für die Erklärung einen Halt bieten könnte“ (…). Schiber weiter (S. 46): „Hier scheint mir auch der Platz, einer merkwürdigen Überlieferung des 12. Jahrhunderts zu gedenken. Ich meine die von Riezler beschriebene Aufzeichnung eines St. Emmeramer Kodex mit folgendem Inhalt: Huni – Wnger – Gothi – Meranere – Wandali – Nortleute -Amelunge – Baier -Sclaui – Wilz. Es gilt, Sinn und Wert dieser Notiz zu prüfen. Wir sehen sofort, daß jeweils auf ein lateinisch dekliniertes Wort ein deutsches Wort folgt, nur Amelunge‘ macht eine Ausnahme; da überdies unsicher ist, ob,Baier‘ sich darauf bezieht – es scheint etwas ausgefallen zu sein -, so können diese zwei Worte unbeachtet bleiben“. (Adolf Schiber: „Das Deutschtum im Süden der Alpen“, II. Teil, in: Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Bd. XXXIV; Innsbruck 1903, S.42ff)  Hunnen und Ungarn wurden im 12. Jhdt. gleichgesetzt. Goten und Meranere (Meeranwohner der nördl. Adria) waren ident. Die Benennungen: ,Sclaui/Wilz‘ und ,Amelunge/Baier‘ verweisen darauf, daß diese Notiz aus dem 6. Jhdt. stammen muß, sehr wahrscheinlich aus dessen erstem Drittel. Denn damals herrschten die Ostgoten über Baiern und in den nördlichen und östlichen Teilen Baierns traten erstmals die Sclaui/ Wilzen auf. Außerdem werden in diesem Zeitraum die Bajuwaren in der sogenannten „fränkischen Völkertafel“ erstmals erwähnt und 30 Jahre später, im Jahre 551 schrieb der Gotenhistoriker Jordanes, unter Bezugnahme auf Cassiodor, von den „Baiobari“ als den östlichen Nachbarn der Schwaben. Der Bischof von Poitiers und lateinische Poet Venantius Fortunatus kam zwischen 565 und 571 an den Fluss Lech, der Westgrenze des Baiernstammes. Auch Fortunatus erwähnt den Baiern-namen. Der Name „Baiern“ wurde vorher, im 5. Jhdt, nie erwähnt, er kann somit nur nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches 476 und nur von den Ostgoten geprägt worden sein, welche ihr Königreich unter Theoderich d. Gr. (t 526) auf röm. Territorium mit der Hauptstadt Ravenna errichteten. Theoderich bezeichnete jene germanischen Stämme: Alamannen, Skiren, Thüringer, Heruler und Vandalen, die damals von der Donau bis zum Alpenvorland und vom Lech im Westen bis in den Westen Pannoniens siedelten, nach ihrem militärisch-politischem Zentrum: Iuvavum, heute: Salzburg. Die Stadt lag und liegt an einem geostrategisch äußerst wichtigen Platz. Sie bewacht seit jeher den Eingang in eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung über die Alpen. Das älteste Namensgut sind die Flußnamen, teils noch aus keltischer Zeit stammend. Durch Iuvavum fließt die Salzach, damals als Ivarus benannt. Eugippius, der Biograph und Schüler des Hl. Severin, berichtet, daß in Iuvavum in nachrömischer Zeit, also in gotischer Zeit, eine Basilika und ein Kloster bestand. Die Stadt hatte somit im Entstehungszeitraum des Baiernnamens und Stammes den alten römischen Namen bewahrt, erst ab dem 11. Jhdt. verschwand langsam die alte Benennung und wich dem deutschen Stadtnamen. Die vielen bajuwarischen Reihengräber entlang von Inn und Salzach zeigen, daß hier das Zentrum des werdenden Stammes lag. Gotenkönig Theoderich war es, der jene an der Salzach, seiner Machtbasis nördlich der Alpen, ihm. unterstehenden und bisher namenlosen Stammessplitter und Kriegerscharen den geographischen Namen gab: Bai/iuvarus. „Bai“ ist germanisch und bedeutet „Bucht“, im übertragenen geographischem Sinn: „Kessel“. Salzburg lag und liegt am Durchbruch des Iuvarus vom Gebirge in eine breite, tiefliegende Landbucht, umgeben von hohen Bergen. Diese Bucht ist nur nach Norden offen, wohin der Fluß weiter fließt und in den Inn mündet. Die gotische Benennung „Bai IIuvarus“ heißt somit militärisch knapp: Die „Iuvarus-Bucht-Bewohner“ oder dem Sinne nach auch: „unsere Krieger in der Iuvarus-Bucht“. Der Baiern-Name muss um 507/8 ge-

OstgotenreichDas Ostgotenreich in Italien zur Zeit Theoderichs des Großen

prägt worden sein, weil damals die Alamannen von den Franken geschlagen wurden und sich unter den Schutz Theoderichs d. Gr. und der Ostgoten begaben.

Von der genannten Notiz Riezlers bleiben die Wandalen/Nordleute als erklärungsbedürftig übrig. Sie sind es, die den historischen Schlüssel liefern, um die Erstbesiedelung zu klären und die Frage Schifers, welche Ostgermanen es waren, zu beantworten. Die zitierten Historiker waren zu sehr auf den Süden Tirols, auf Goten und Langobarden fixiert, obwohl viele der Hinweise zutreffend sind. Zutreffend ist der Hinweis von Stolz auf Dietrich v. Bern, welcher sehr wahrscheinlich in der „Berner Klause“, 20 km nördlich Veronas, geboren wurde. Der berühmteste Tiroler Sagenforscher, Karl Felix Wolf, schrieb dazu: „Die Klause liegt nicht weit von Verona, das in der deutschen Heldensage ,Berne“ genannt wird; darum heißt sie bei den Deutschen ,Berner Klause“, bei den Italienern ,Chiusa di Verona“. (…) Darum fühlen wir uns, wenn wir die Klause betreten, vor allem mit Dietrich v. Bern verbunden. (…) Auf dieser (westlichen) Seite der Schluchten befindet sich eine feste Burg, die im Spätmittelalter als mächtige, runde Bastei ausgebaut worden ist und heute noch ungebrochen dasteht. Diese – oder die von ihr nicht weit entfernte ,Burg ze Garte“ am Gardasee -muß Arnold v. Lübeck gemeint haben, als er im 12. Jhdt. seine Slawenchronik schrieb und bemerkte, daß bei der ,Veronensium Clusa“ ein,Castrum firmissimum“ (ein sehr starkes Bollwerk) stehe, das vor uralten Zeiten her als der Sitz Hildebrands bezeichnet werde (ex longa antiquitate urbs Hildebrandi dici-tur“)“. (Karl Felix Wolff: „Dolomitensagen“, Innsbruck 1913, S. 555ff)

TalkesselLandbucht / Talkessel von Stadt Salzburg, aufgenommen von Nordosten, aus Hallwang

Hildebrand war Erzieher und Schwertgenosse des Dietrich v. Bern. Diesen Dietrich von Bern konnte ich mit dem römischgermanischen Heermeister Ricimer identifizieren. Große Teile der Dietrich-Sage fanden im Süden Tirols statt. (Georg Dattenböck: „Heinrich v. Hag/Ofterdingen: Verfasser des Nibelungenliedes“, Norderstedt 2011, S. 342ff) 

Nicht nur die Sage spricht eine eindeutige Sprache, es gibt auch etliche wichtige historische Hinweise für die Erstbesiedlung Tirols.

Ein viel zu wenig beachteter wichtiger Hinweis auf die Vandalen stammt noch aus der Römerzeit und betrifft die sogenannte „Tabula Peutingeriana“, eine römische Staatskarte, welche die Vandalen in Südböhmen darstellt. Zur Datierung dieser Tabula wird angegeben: (…),treten für eine Datierung, jedenfalls der letzten Redaktion, in die 1. Hälfte des 5. Jhdts. ein, wobei es sogar Hinweise für das Jahr 435 n. Chr. gibt“.

St. MartinsbergKartenausschnit aus: Tabula Peutingeriana mit den Markomannen und Vandalen.

Es werden in dieser Tabula direkt unter der in roter Schrift eingezeichneten Markomannen die Vanduli (= Vandalen) erwähnt. Die Herausgeber dieser spätantiken Karte haben aus propagandistischer Absicht eine ,heile römische Welt1 vorgetäuscht, wobei jedoch die damalige politisch-militärische Lage wie: einsetzende Völkerwanderung, ungehinderter Durchzug von Kriegsscharen durch röm. Reichsgebiet, Besetzung Rätiens und Noricums durch Vandalen und gotische Scharen, völlig negiert, offiziell von Staats wegen nicht zur Kenntnis genommen wurden. Aus diesem Grund sind die Vandalen in der Tabula noch im Süden Böhmen, außerhalb der Reichsgrenze eingetragen, wo sie in Wahrheit jedoch schon ab ca 400 südlich der Donau lebten, wie wir durch den Römer Claudian Claudianus wissen. Claudianus berichtete von der Schlacht des römisch-vandalischen Feldherrn Stilicho und dessen van-dalischer Föderaten gegen Ostgotenkönig Alarich in der Nähe von Verona :„Wennder [röm.] Soldat erschöpft aus der Schlachtreihe weicht, setzt er [Stilicho] die Hilfstruppen [Vandalen/ Alanen] zur Behebung des Schadens ein. Durch diese schlaue List schwächt er die wilden Anrainer der Donau [Vandalen] durch die Kraft der Blutsverwandten [der vandalischen Söldner] und wendet den Kampf zum doppelten Gewinn für uns, indem auf beiden Seiten Barbaren [Goten und Vandalen/ Alanen] fallen“. (Ernst Nischer-Falkenhof: „Stilicho“, Wien 1951, S. 115) Durch diese Zeilen Claudians, der um 404 starb, erhalten wir u. a. Kenntnis, daß sich Teile der Vandalen bereits im rätisch-norischen Alpenvorland, „beiderseits des Inns“, niedergelassen hatten. Nischer-Falkenhof [S. 111] schrieb über die neuen römischen Verbündeten: „So wurde ein neuer Vertrag [zwischen Stilicho und den Vandalen] abgeschlossen, der dem Claudian Gelegenheit gibt, von der Schonung des Feindes [der Goten] und von Begnadigung zu sprechen und den Abzug Alarichs mit seinen durch Hunger und Krankheit gelichteten Scharen als Flucht zu bezeichnen“.

Die Historiker des letzten Jahrhunderts kannten und hatten die Möglichkeit noch nicht, an Hand einer Gen-Probe die Herkunft eines Menschen zu bestimmen. Das Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen gestaltete 2007/8 die Ausstellung Entstehung des Lebens im Linzer Schlossmuseum. (Dr. Martin Pfosser: „Der gläserne Museumsbesucher: Auswertung des DNA-Tests der Evolutionsausstellung 2007/2008 in Linz“, in: Schriftenreihe Österreichischer Museumstage; Bd. 1, Graz 2010)

Jeder Besucher dieser Ausstellung konnte seine persönliche DNA-Analyse bei seinen mütterlichen Ahnen durchführen lassen. Insgesamt wurden bei 2377 Personen, das sind 48 % aller Getesteten, die Haplogruppe H festgestellt.

HaplogruppeDiese Karte wurde jenen Testpersonen zugesandt, welche als aus der Haplogruppe H stammend, identifiziert wurden.

Die Haplogruppe H stammt aus dem schlesischen Raum. Dieser sehr hohe Prozentanteil lässt sich nicht mehr mit erfolgter Einwanderung schlesischer Sippen nach Baiem und Österreich durch die Jahrhunderte hindurch erklären, sondern muss mit der Sesshaftwerdung einer großen Gruppe aus Schlesien erklärt werden. Dies kann nur nach Räumung Norikums und Rätiens durch die römischen Reichsßtirger und bereits mit dem Einzug des Stammesverbandes ab dem Jahr 400 erfolgt sein. Denn wenigstens die Hälfte des Vandalenstammes blieben hier als römische Föderaten unter dem Kommando eigener Offiziere zurück, wie erwähnter Gen-Test beweist und wanderten nicht mit Herzog Godegisel zum Rhein, den sie in der Neujahrsnacht 406/7 überschritten und durch Gallien, weiter nach Iberien und mit König Geiserich nach Karthago. Die genetischen Ahnen dieser schlesischen //-Gruppe, die Gruppe HV, kamen aus Ostpreußen und deren Vorfahren, die Gruppe R kam aus dem nördl. Kaukasusgebiet und Südrußland, aus jenem Gebiet, aus dem u.a. die Alanen kamen. Diese Alanen/ Osseten und die pannonischen Sueben verschmolzen zu den historischen Huosi (Schwaben) der bairischen Urkunden.

(Zur politischen Entstehung des Baiernstammes verweise ich auf meinen Beitrag in der Zeitschrift „Zeitensprünge“, Gräfelfing 1/2007)

Wir müssen uns die Lage in der Spätantike vor Augen halten: Für Rätien, in dem Tirol lag, war der Dux Rhetia zuständig. Der ,Notitia Dignitatum ist zu entnehmen, daß es einen Aufsichtsbeamten mit der Bezeichnung Tribunus gentis für eine um Teriolis (=Zirl) angesiedelte Völkerschaft gab. Prof. Dr. Volk identifzierte j enen vom Anonymus von Ravenna“ genannten, befestigten spätrömischen Ort Theodoricopolis mit dem Martinsberg bei Zirl. (Prof. Dr. Peter Volk: „Zur Identifizierung der The(o)doricopolis das Anonymus von Ravenna“; in: Archäologisches Korrespondenzblatt 1,1971)

Baltic

Volk: „Der Kastellhügel heißt heute nach dem Patrozinium der Kirche Martinsbühl oder Martinsbichl, eine Parallele zum Lorenzberg bei Epfach. Den Namen Teriolis bewahrt das etwa

1 km entfernte Dorf Zirl. Das Kastell hatte in der Spätantike und im frühen Mittelalter die gleiche Funktion, die seit dem 13. Jh. Innsbruck einnimmt (…) Im Gegensatz zur abgeschlossenen Lage Churs ist an der Straße durch das Inntal vom 5. bis 8. Jh. ständige historische Bewegung erkennbar. An dieser Straße errichtet der ,rex Brentorum Sindwald mit meuternden herulischen Truppen sein kurzes Königreich.“

Der byzantinische Heerführer Narses siedelte im 6. Jhdt. diese Heruler als nördlichen Grenzschutz für Italien entlang der Heerstraße durch Tirol an. L. Schmidt bemerkte dazu, daß Narses die Heruler „unter das Kommando des Sindobald stellte. Dieser lehnte sich nach einigen Jahren gegen den Kaiser auf und ließ sich von dem ihm untergebenen Truppen zum König ausrufen, strebte also dahin, eine ähnliche Rolle zu spielen wie Odoaker. Die nicht ungefährliche Meuterei ward von Narses im Jahre 566 oder 567 nieder geworfen, Sindobald selbst gefangen und dem Galgen überliefert. Die Heruler verschwinden seitdem völlig aus der Geschichte. Es ist aber möglich, daß die Überbleibsel jener Ansiedlung in Tirol auf die spätere Gestaltung der dortigen ethnographischen Verhältnisse nicht ohne Einfluß gewesen sind“. (Ludwig Schmidt: „Geschichte der deutschen Stämme bis zum Ausgang der Völkerwanderung“, Nachdruck der Ausgabe von 1907, Paderborn 2011, S. 343. Siehe auch: Dr. Friedrich Teßmann: „Heruler in Südtirol?“ In: Der Sehlem, 26/1952 )

Prof. Volk berichtet weiter: „Die Theodoricopolis hat auf der Nordseite von Reschen und Brenner die Funktion einer Vorburg, eines Brückenkopfes (…) Von Italien aus gesehen muß der Sitz des ,dux Raetiarum1 im Inntal gesucht werden. Hier war das raetische Alpenvorland von Italien aus über einen einzigen Paß erreichbar (Reschen- oder Brenner). (…) Folgt der Anonymus hier der Straße von Stafulon I Staffelsee nach Süden, kann das Ortsnamenpaar Cariolon-Theodoricopolis als Zirl-St.Martinsberg auf gefaßt werden. (…) Die Jagdabenteuer Kaiser Maximilians in der Martinswand haben Eingang in die Volkssage gefunden, wie die Jagd Dietrichs v. Bern in König Laurins Rosengarten, in der gleichen Bergwelt Tirols“.

(Prof. Dr. Peter Volk: „Zur Identifizierung der The(o)doricopolis das Anonymus von Ravenna“; in: Archäologisches Korrespondenzblatt 1, 1971)

Zu dieser Zeit des Dietrich v. Bern [Heermeisters Ricimer] können im Inntal nur die Vandalen gelebt haben, denn der vandalisch-römische Feldherr Stilicho machte die Vandalen, nachdem er ihr versuchtes Eindringen nach Norditalien 401/2 verhindert hatte, zu seinen Verbündeten.

Dies vorausgesetzt, wenden wir uns den Sassen in Tirol zu. O. Stolz berichtete:,, Wie alle deutschen Stämme besaßen auch die Bajuwaren und Alemannen eine im Verhältnis zu ihrer Volkszahl sehr beträchtliche Wehrkraft, der Stamm bildete eine Heeresgemeinschaft und an der Spitze beider stand bezeichnenderweise der Herzog. Denn alle Freien, die sonst als Bauern von Ackerbau und Viehzucht lebten, waren in den Waffen geübt und folgten dem Heerbanne, wenn das Aufgebot des Herzogs oder seiner Vertreter in den Gauen der Grafen, erging. (…) Daß aber diese Landwehrpflicht der freien Bauern auch in der Blütezeit des deutschen Rittertums, im 11., 12. und 13. Jahrhundert, so gegolten hat, versichern uns die am Ende dieser Epoche verfaßten deutschen Rechtsbücher, der Sachsen- und der Schwabenspiegel. Denn sie sagen bei der Schilderung der Heeres- und Lehensordnung, des sogenannten Heerschildes, daß den siebenten und letzten Heerschild alle jene Leute bilden, die nicht eigen sind, die persönlich freien Bauern und Bürger oder Landsasssen“.

Wer waren diese (Land)Sassen?

Der Sasna-Gau im ehemaligen Lugier-/Vandalenreich, dem späteren Ostpreußen, war die alte Heimat der Tiroler Sassen. Der in der Dietrich-Sage auftauchende Name ,Holsaton‘ ist eine Zusammensetzung aus ,holt‘ (Wald, Gehölz, Holz) und ,sat‘ = Sasse in der Bedeutung ,die im Holz/Wald Sitzenden“. Aus der niederdeutschen Form ,Holsten“ wurde später der zweite Teil hyperkorrekt als niederdeutsch Steen (Stein) aufgefaßt und im Hochdeutschen zu Stein uminterpretiert. („Reallexikon der Germanischen Altertumskunde“, Berlin-New York 1968/73-2007,15. Bd., S. 84-89)

Jene in der Sage von Dietrich v. Bern genannte Landschaft ,Holsten“ war das Inntal ab Landeck.

Ursprünglich war „Sassen eine Landschaft in Ostpreußen im heutigen Polen. Sie bestand schon als Gau der Prußen vor der Eroberung durch den Deutschen Orden“, lautet die Auskunft in Wikipedia. Betrachtet man vergleichsweise die wissenschaftliche Karte vom vandalischen Lugier-Reich, fällt dieser Gau Sassen mitten in das damalige Vandalengebiet. Die freien Sassen in ganz Tirol, so auch um Teriolis/Zirl in der ,Notitia‘, gewinnen mit dieser Erkenntnis einen vandalischen Hintergrund.

Im ,AustroArchiv.com“ wird zu den freien Sassen mitgeteilt: „In einzelnen Gegenden Nord- und Südtirols gab es Familien, die sich Freisassen (freie Sassen) nannten und diesen Titel mit großem Stolze führten.“

0. Stolz meint, „daß diese Familien, obwohl nicht adelig, die Vorrechte des Adels genossen, d. h. sie unterstanden nicht der Gerichtsbarkeit des Landgerichtes, in dessen Sprengel sie mit ihren Gütern ansässig waren, sondern dem Gerichte des Landeshauptmannes an der Etsch und sie zahlten die Steuern nicht in der Kurie ihrer Gemeinde, sondern in jener des Adels. Für diese Vorrechte mußten sie, auf Aufruf, Waffendienste zu Pferd und in ,Rüstung‘ leisten. “

Hier finden wir den nahtlosen Anschluss der in Tirol angesiedelten vandalischen, freien Krieger und Bauern, der Sassen, noch während der römischen Herrschaft, ab dem 5. Jhdt. Das freie Wehrbauerntum in Tirol überlebte den Untergang des Weströmischen Reiches 476. Die Frage, warum sich diese freien Sassen nicht ihren Stammesnamen beibehielten, ist leicht zu beantworten: Sie waren bereits während der römischen Zeit ohne eigenen Herzog, ihr König saß ab dem Jahre 439 in Karthago, sie lebten als römische Soldaten unter der Führung von eigenen Offizieren und unterlagen dem röm. Militärrecht. Ihr germanisches Recht war nur in ihren Siedlungen gültig und dieses Recht ging nach dem Untergang des Weströmischen  Reiches 476 im neuen bairischen Recht, welches zu 50 Prozent aus dem Westgotischen Recht entnommen war, auf.

Tirol war bis in das 14. Jhdt. Teil des bairischen Herzogtums, wie u.a. das Wappen von Wilten und Freising beweist. In unserem Kontext sind unter dem Begriff ,Baiern‘ nicht die Bewohner des späteren Königreiches Bayern zu verstehen, sondern die Angehörigen des Bajuwarenstammes, zu dem bekanntlich auch der größte Teil der Bewohner Österreichs zu zählen sind. Die sogenannte bairische Besiedelung konnte erst erfolgen, als sich der Baiernstamm im 6. Jhdt. gebildet und konsolidiert hatte. Vorher, im 5. Jhdt., muss man von einer germanischen Besiedelung Tirols durch Goten, Langobarden, Heruler und Vandalen sprechen.

,Austro-Archiv“ berichtet: Josef Weingartner „meint, daß es sich bei den Freisassen nicht um bürgerliche Familien handelt, die später vom Landesfürsten die Vorrechte des Adels erlangten, sondern umgekehrt, um ehemalige Adelssitze, die in bäuerliche Hände übergegangen sind. Die neuen Besitzer (Bauern) nahmen die auf den Edelsitzen haftenden Vorrechte für sich in Anspruch (z. B. oft auch das Recht der Wappenführung) und der Landesfürst bestätigte (konfirmierte) ihnen diese Vorrechte. Staffier bezeichnet die Freisassen als ein Mittelding zwischen Adel- und Bauernstand. Die adeligen Vorrechte hätten nicht an einer Person oder an einer Familie, sondern am Grund und Boden gehaftet. Wir halten Weingartners Ansicht für die richtigste, nämlich, daß hier eine Umwandlung von Edelsitzen zu Bauerngütern erfolgte. Der Bauer wurde hiedurch zwar nicht adelig, er erlangte aber verschiedene adelige Vorrechte. Daher entschied auch das Ministerium des Innern in Wien im Jahre 1867, daß der Titel,Freisaß“ keinen Adelsgrad bedeute. In Nordtirol finden wir unter ändern solche Freisassen in Nauders (1567), so Sigmund Überreiner (1532), Musenatsch, Mitterhofen, Peschling (1427), den Sigmund Vischer Freisaß v. Nauders (1587), den Pinggera Freisaß v. Nauders (1659), die In Südtirol finden wir Freisassen in Latsch, Glums (Hans Höß, Freisaß im Vintschgau 1622) und Schlanders, im Nonsberg, Sulzberg, Pergen u. Mezzolombardo, z. B. Pankraz Freisaß v. Kuen (1489), in Stefansdorf bei Michaelsburg (Bruneck) unter der Gerichtshoheit des Klosters Neustift die Freisassen-Höfe zu Holenwege, Mülgaig und an dem Anger, in Segonzano usw. Auf der Malser Haide (Ober-Vintschgau) saßen im Dorfe Pla-wenn die Freisassen von und zu Plawenn, z. B. Hans Freisaß Plawenn (7.5.1582), in Niederolang und Antholz lagen neun sehr zerstreute Bauernhöfe, deren Besitzer den Titel,Freisaß‘ führten, nämlich Heidenburg, Mittermaier, Mooserhof, Gebelhof, Pfurnerhof, Neumeierhof in Michaelsburg, Mitterhofer-Hof in Schöneck und Urtalerhof in Altrasen, wo die Patrimonial-gerichtsherrschaft der Grafen v. Welsperg die Aufsicht über diese Freisassen-Höfe führte. In der Gemeinde Afing (Jenesien) lagen 4 Freisassen-Höfe der Freisassen v. Goldegg, nämlich Weiff-ner, Mayer, Faigl und Schaller. In Innsbruck lebte 1677 Johann Anton Landsaß v. Grustner-Grißdorf aus Eppan. Landsasse war im Mittelalter ein freier Pächter. In Meran lebten die Freisassen v. Grießenstein, in Rodenegg die Freisassen v. Winkler (1608). Mit der Änderung der Verwaltung und der Steuerreform Maria Theresias 1774 kam auch die Freisassen-Würde außer Gebrauch.“

Zum Schluss und zur urkundlichen Bekräftigung der vanda-lischen Erstbesiedlung sei auf jene von Dr. Ernst Klebel zitierte altdeutsche Glosse aus dem Ende des 6. Jhdts. im Kloster St. Gallen hingewiesen, welche Papst Gregor (d. Gr.) zugeschrieben wird:

St.GallenGlosse aus dem Kloster St. Gallen.

Deren Text lautet: „Die Vandalen, die als Volk in der Vergangenheit nach Afrika zogen, sind die Baiern.“

(Aus: Dr. Ernst Klebel: „Baierische Siedlungsgeschichte; in: Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte“, 15. Bd., Heft 2, München 1949, S. 75-82)

Die Tiroler Wehrhaftigkeit hat sehr alte germanische Wurzeln, die sich vor allem auch in Bezug auf das germanische Volk der Vandalen und auf die von aus diesen herstammenden freien Sassen nachweisen lassen!

Sie hat durch die Jahrhunderte das Land geschützt und 1809 sollte der Opfermut der freien Tiroler das Bewusstsein kommender Generationen mit Wucht prägen.

Auch wenn im Jahre 1915 die alte Wehrverfassung nicht mehr bestand, so äußerte sich auch hier in der höchsten Not des Landes der Freiheitswille der Tiroler ein weiteres Mal auf eindrucksvolle Weise. Als Italien unter Bruch des Bündnisses angriff und nach Tirol eindringen wollte, eilten die für den regulären Kriegsdienst zu jungen und die zu alten Tiroler Standschützen zu den Waffen. Sie hielten ihre Stellungen bis zum letzten Tage und wehrten den Feind ab. Dann brach die alte und ruhmreiche Monarchie aus innerer Erschöpfung zusammen und das Land war dem Feind preisgegeben.

Der Widerstandsgeist, welcher die Landesverteidiger beseelt hatte, ging aber auch während der drückenden Faschistenzeit nicht verloren. Heute sind die Schützenkompanien des Südtiroler Schützenbundes Garanten dafür, daß der Freiheitsgedanke im südlichen Tirol nicht verloren geht.

Schützen 2009Südtiroler Schützen in Innsbruck auf dem Landesfestzug 2009.

Georg Dattenböck

….

Referendum zur Selbstbestimmung Südtirol

Tiroler Landsturm 1809 (56 x 74 cm, Öl auf Hol...

Tiroler Landsturm 1809 (56 x 74 cm, Öl auf Holz Gemälde von Joseph Anton Koch, um 1820)

Rückkehr in die Heimat…Österreich / Bayern / Tirol

Die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT arbeitet an der Abhaltung eines landesweiten Referendums über die Selbstbestimmung im Jahr 2013. Dies kündigte die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT anlässlich ihrer Bilanzpressekonferenz an. 

Vergangene Woche fand im Süd-Tiroler Landtag eine Abstimmung zum Selbstbestimmungs-Beschlussantrag der SÜD-TIROLER FREIHEIT statt, der von der SVP in allen Punkten niedergestimmt wurde.

Folgende Punkte standen zur Abstimmung:
•    Der Süd-Tiroler Landtag unterstreicht, dass Süd-Tirol gegen den Willen der Bevölkerung vom Vaterland Österreich abgetrennt wurde und bezeichnet die unfreiwillige Angliederung Süd-Tirols an Italien als Unrecht.
•    Der Süd-Tiroler Landtag bekundet -in Berufung auf die Atlantikcharta von 1941- die Annexion fremder Territorien, die gegen den Willen der angestammten Bevölkerung erfolgen, als unrechtmäßig.
•    Der Süd-Tiroler Landtag bekennt sich zu den UNO-Menschenrechtspakten und bekräftigt das in Artikel 1 der UNO-Menschenrechtspakte verankerte Selbstbestimmungsrecht der Völker auch für Süd-Tirol.
•    Der Süd-Tiroler Landtag unterstreicht das Recht des Süd-Tiroler Volkes aller drei Sprachgruppen -im Sinne der UNO Menschenrechtspakte- frei über die eigene Zukunft und somit über die weitere politische Zugehörigkeit zum italienischen Staat abzustimmen.
•    Der Süd-Tiroler Landtag unterstützt jede Form der friedlichen Lösung von Minderheitenkonflikten und begrüßt das für 2014 anberaumte Selbstbestimmungs-Referendum in Schottland.
•    Der Süd-Tiroler Landtag beauftragt den Landeshauptmann und die Landesregierung, mit der schottischen Regierung in Kontakt zu treten, um nach dem Vorbild dieser Abstimmung, welche von der britischen Regierung und der EU gutgeheißen wird, einen genauen Zeit- und Aktionsplan für die Durchführung des Selbstbestimmungsrechtes auch in Süd-Tirol zu erstellen.

Deutsch: Roveredo, im Karl Friedrich Würthle, ...

Deutsch: Roveredo, im Karl Friedrich Würthle, Malerische Ansichten von süd u. Nord Tirol nach der Natur gezeichnet von F. Würthle in Stahl gestochen von denselben u. Andern, nebst erklarenden Texte, begonnen von F. Lentner u. fortgesetzt von Dr. Ludwig Strub u. Georg Mayr, Salzburg, 1852 Italiano: Rovereto in un dipinto di Karl Friedrich Würthle, 1852

Die SVP hat sich mit ihrem unverantwortlichen Abstimmungsverhalten -am Gründungstag ihrer Partei- endgültig vom Selbstbestimmungsrecht verabschiedet und sogar die Tatsache verneint, dass die Angliederung Süd-Tirols an Italien ein Unrecht war.

Coat of arms of the Autonomous Province of Bol...

Deutsch: Wappen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol

Besonders schwerwiegend ist jedoch die Ablehnung der SVP zur Anerkennung der Atlantik-Charta und zu den UNO Menschenrechtspakten. Durch die ablehnende Haltung der SVP hat sich der Süd-Tiroler Landtag somit gegen das international anerkannte Selbstbestimmungsrecht, aber vor allem gegen die Menschenrechte ausgesprochen.

Es ist eine Schande für einen demokratisch gewählten Landtag, aber vor allem für ein Minderheitengebiet wie Süd-Tirol, sich nicht zu den Menschenrechten zu bekennen. Die SVP bietet Italien den Verzicht auf das Selbstbestimmungsrecht damit auf dem goldenen Tablett.

Sollte Süd-Tirol zukünftig das Selbstbestimmungsrecht einfordern wollen oder müssen, kann Italien jederzeit darauf verweisen, dass sich der Süd-Tiroler Landtag mehrheitlich gegen das Selbstbestimmungsrecht und die UNO-Menschenrechtspakte ausgesprochen hat. So etwas ist schlichtweg politischer Selbstmord!

Fedaiako lakua, Süd Tirol

Fedaiako lakua, Süd Tirol

Dieses unverantwortliche Verhalten der SVP zwingt die SÜD-TIROLER FREIHEIT zum Handeln. Nach dem großen Erfolg des Selbstbestimmungsreferendums im Ahrntal wird die SÜD-TIROLER FREIHEIT daher im kommenden Jahr ein Selbstbestimmungsreferendum in ganz Süd-Tirol durchführen. Vom Reschen bis nach Winnebach und vom Brenner bis nach Salurn werden die Menschen selbst darüber entscheiden können, ob sie die Selbstbestimmung für Süd-Tirol wollen.
Nicht die SVP entscheidet über die Zukunft des Landes, sondern das Volk!

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT ist sich der historischen Tragweite dieser Abstimmung bewusst und schreckt auch nicht davor zurück, diese Abstimmung im Wahljahr 2013 durchzuführen. Im Gegenteil, die politische Dynamik des Wahljahres 2013 bietet die Gelegenheit, eine breite Diskussion über die Zukunft des Landes zu führen, die längst überfällig ist. Die Zukunft Süd-Tirols wird damit das dominierende Thema des Wahlkampfes 2013 werden.

Ganz Europa ist derzeit im Umbruch, und immer mehr Völker und Regionen beanspruchen ihr Recht auf Selbstbestimmung.
Schottland ist bereits auf dem Weg zu Selbstbestimmung und hat für das Jahr 2014 ein Referendum anberaumt, mit dem es sich von Großbritannien trennen will. Sowohl die britische Regierung als auch die anderen EU-Staaten nehmen diese Entscheidung Schottlands zur Kenntnis und erkennen damit nicht nur ein weiteres Mal das Recht auf Sezession auch ohne Menschenrechtsverletzungen an, sondern legitimieren demokratisch eingeforderte Grenzkorrekturen in Europa.

Deutsch: Corvara und die Berge Magyar: Corvara...

Deutsch: Corvara und die Berge

Wenn Schottland 2014 durch die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes seine Unabhängigkeit erreicht, obwohl es weder wirtschaftlich noch politisch in eklatanter Art und Weise von Großbritannien unterdrückt wird, wird niemand mehr den Süd-Tirolern erklären können, warum die Selbstbestimmung in ganz Europa anwendbar ist und nur Süd-Tirol auf Gedeih und Verderb bei Italien bleiben soll.

Die politische und wirtschaftliche Entwicklung Italiens bietet Süd-Tirol keine Zukunft. Die Folgen der Zugehörigkeit zu Italien werden die Menschen in den nächsten Monaten immer schmerzlicher zu spüren bekommen. Diese Tatsachen können nicht ignoriert werden.

Österreich, Innsbruck, Bergisel, Andreas-Hofer...

Österreich, Innsbruck, Bergisel, Andreas-Hofer-Denkmal. Bildhauer: Heinrich Natter 20px 20px

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT wird daher Vertreter aus ganz Europa mobilisieren und nach Süd-Tirol holen, um das Selbstbestimmungsreferendum zu begleiten und zu unterstützen. Europa muss darauf vorbereitet werden, dass Süd-Tirol das nächste Land sein wird, in dem es zur Ausübung der Selbstbestimmung kommt.

In den kommenden Monaten wird die SÜD-TIROELR FREIHEIT alle organisatorischen Details klären und die Vorbereitungen für das große Selbstbestimmungsreferendum im Jahr 2013 treffen. Die Aktion soll im Detail zunächst den Mitgliedern in den Bezirken vorgestellt werden.  Anlässlich der Landesversammlung im November soll die Abhaltung des Referendums beschlossen werden.  Die Zeit für die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes ist auch in Süd-Tirol längst reif.

Deutsch: Der Sandhof, das Wohn- und Geburtshau...

Deutsch: Der Sandhof, das Wohn- und Geburtshaus von Andreas Hofer bei St. Leonhard

Zu keinem Zeitpunkt hat Süd-Tirol die Zugehörigkeit zu Italien angestrebt, und immer mehr Süd-Tiroler sind davon überzeugt, dass sie im Staat Italien wirtschaftlich und politisch keine Zukunft haben. Tausende von Süd-Tirolern, die am 14. April 2012 in Bozen auf die Straße gegangen sind, um für die Freiheit Süd-Tirols zu demonstrieren, haben dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Die Geschichte lehrt uns, dass es keinen Stillstand gibt, und die Unrechtsgrenzen von heute schon morgen Vergangenheit sind. Es ist daher an der Zeit, dass auch für Süd-Tirol ein neues Kapitel der Geschichte beginnt. Ein Kapitel der Freiheit.

SÜD-TIROLER FREIHEIT
Freies Bündnis für Tirol

######

Südtiroler Schützenbund bekräftigt Ziel: In Zukunft ohne Rom!

Die “Damen” und Herren in Brüssel sehen es überhaupt nicht gerne, wenn in Europa Regionen nach Unabhängigkeit streben und sich von bestehenden Ländern loslösen wollen. Das ist bei den Bestrebungen in Katalonien (Spanien) genauso zu beobachten wie in Schottland (Großbritannien). Und dass die Südtiroler weg von Italien möchten, ist sowieso ein Tabu-Thema in der “EU”.Schuetzen_Foto

Allem zum Trotz hat nun der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes, Elmar Thaler, der gerade mit 152 von 163 möglichen Stimmen in seiner Funktion bestätigt wurde, die Trennung von Rom als Ziel seiner Arbeit formuliert. Er sagte, dass die Zukunft des südlichen Tirol nur losgelöst vom italienischen Nationalstaat und eingebettet in Europa funktionieren könne. Und dafür erntete er tosenden Applaus.

Kampf für volle Südtiroler Autonomie Los_von_Rom_03

Dass die Stimmung gegen Rom immer stärker wird, liegt am Umgang Italiens mit der Autonomie Südtirols. Eine wirkliche Autonomie ist nur möglich, wenn man finanziell nicht ausgehungert wird. Wenn aber die Mittel drastisch gekürzt werden, wie das in den vergangenen Jahren passiert ist, kann man seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen und verliert an Autonomie. Dabei ist auch festzustellen, dass Südtirol  einer der wenigen Flecken auf italienischem Hoheitsgebiet ist, der funktioniert und auch der wirtschaftlichen Krise Paroli bietet.

Südtirol soll für Italien Schulden machen

Mit einem Budget von 5,3 Milliarden Euro hat Südtirol bereits 500 Millionen zum Konsolidierungspaket in Italien beigetragen und soll noch einmal 500 Millionen leisten. Das ist ohne die Verschuldung des finanziell soliden Landes nicht möglich. Wen wundert es also, dass nicht nur der Landeskommandant des Schützenbundes für ein selbständiges Südtirol kämpft, sondern zuletzt sogar ein Landesrat der Südtiroler Volkspartei (SVP), Thomas Widmann, zuletzt eine „Vollautonomie“ Südtirols gefordert hat?

Chrissie

————————–

http://www.andreas-hofer-bund.de/pressemitteilung_tit_08032012.htm

#####

Zeitzeugen der 1960er Jahre berichten: „

Puschtra Bua“ Heinrich Oberleiter (Teil 1)

In der Reihe „Zeitzeugen“ sprechen Akteure des Süd-Tiroler Freiheitskampfes der 1960er Jahre über ihre Erlebnisse. Im hier veröffentlichten Interview kommt Heinrich Oberleiter, Jahrgang 1941, zu Wort. Oberleiter gehörte zu den vier Freiheitskämpfern, die als „Puschtra Buabm“ in die Geschichte eingingen. Heinrich Oberleiter, der in Italien aufgrund der Sprengstoffanschläge in den 1960er-Jahren zu zweimal Lebenslänglich verurteilt worden ist, kann immer noch nicht in seine geliebte Heimat zurückkehren.
Im ausführlichen Interview mit dem Filmemacher Franz Haller spricht Heinrich Oberleiter unter anderem über die turbulenten Bombenjahre, seine Motivation in den Untergrundkampf zu gehen und die ungeheuerliche Verurteilung der „Pfunderer Buabm“. Teil zwei des großen Interviews erscheint am nächsten Samstag. Die Reihe „Zeitzeugen“ wird vom „Südtiroler Heimatbund“ unterstützt.

Süd-Tiroler Freiheit • Freies Bündnis für Tirol

.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: