verarmte Verbraucher: Die Welt versinkt immer tiefer in Schulden


Keine neue Finanzkrise. Keine weitere Runde von Bailouts, in denen Kasinobanken von den Steuerzahlern gerettet werden. Und natürlich eine baldige wirtschaftliche Erholung. Das sind die Versprechen, die das große Geld und unsere politische Kaste seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 unaufhörlich zu Protokoll geben.

Die Realität sieht anders aus.

Sie wundern sich, weshalb immer weniger Menschen diese hingeworfenen Statements glauben. Wie sollen sie auch? In den vergangenen sieben Jahren haben die rund um den Globus aufgelaufenen Schulden um satte 40 Prozent auf jetzt rund 150 Billionen Dollar (120 Billionen Euro) zugenommen.

Im angeblich neuen Zeitalter der Austerität und der Sparversprechen explodieren die globalen Verbindlichkeiten auf ein Volumen, das dem 44-fachen der deutschen Wirtschaftsleistung in einem ganzen Jahr entspricht. Die Deutschen bräuchten also, wenn sie für nichts anderes Geld ausgeben würden als nur zum Tilgen dieser Schulden, eine ganze Generation.

Und die Zinsen auf all diese Schulden sind in der Rechnung gar nicht berücksichtigt. Nicht einmal zum Essen und Trinken wäre noch Geld übrig, um diesen horrenden Schuldenberg abzutragen. Der Verdacht liegt also nahe, dass aus der jüngsten Finanzkrise rein gar nichts gelernt wurde.

Blick auf die vielen »Todesspiralen«

Im Klartext: Auch die sogenannte Erholung der US-Wirtschaft seit der Finanzkrise wird weitgehend auf Pump finanziert, zu Lasten anderer Länder. Dass sich das bald ändert, erwartet niemand. Denn immer mehr Menschen in den USA fallen aus der Mittelschicht heraus und brauchen Hilfe vom bankrotten Staat, der fieberhaft Geld drucken lässt. Elf US-Bundesstaaten gelten bereits als sogenannte »Todesspiralen«, in denen es mehr Empfänger sozialer Leistungen gibt als Steuerzahler.

Italien baute seine Netto-Auslandsschulden laut den Zahlen des Internationalen Währungsfonds in den vergangenen acht Jahren von 450 Milliarden auf 740 Milliarden Dollar (von 361 auf 594 Milliarden Euro) aus, Spanien von 860 Milliarden auf jetzt 1,4 Billionen Dollar (von 690 auf 1,12 Billionen Euro).

Deutschland als großer Verlierer

Die größten Gläubiger dieser »Ich-will-dein-Geld-für-meine-Party«-Schmarotzer sind bekannt: Japan, China und Deutschland.

Schon jetzt wird viel weniger in neue Jobs investiert, weil die Nachfrage für eine wachsende Produktion der Industrie nicht vorhanden ist.

Die Verbraucher sind ausgezehrt, sie halten die Portemonnaies zu. Das zeigt am deutlichsten die drohende Deflation in der Euro-Zone. Die Preise beginnen in mehreren Ländern der Gemeinschaftszone zu sinken. In der Europäischen Zentralbank öffnet Präsident Mario Draghi daher weiter die Geldschleusen, um eine verheerende Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen, sinkenden Investitionen, einem Kreditinfarkt und einer Depression in der Wirtschaft zu verhindern.

Sie sagen uns eine Erholung der Wirtschaft vorher, in deren Verlauf neues Wachstum den Schuldenberg abträgt. Das genaue Gegenteil ist der Fall: Die Schuldenschlinge zieht sich immer enger und erdrosselt langsam unsere Volkswirtschaften. Im Falle Italiens sieht das so aus: Die Schulden im Vergleich zum BIP haben im ersten Quartal knapp 136 Prozent erreicht und nehmen mit atemberaubendem Tempo von weiteren fünf Prozentpunkten pro Jahr zu.

Die Hoffnung auf den „erlösenden“ Krieg…

Die Sparpolitik hat an diesem Desaster nichts geändert, sie hat es eher verstärkt. »Man braucht schier eine Atombombe, um diesen Trend wieder umzukehren«, vertraute im September der Strategiechef bei der Mediobanca, Antonio Guglielmi, der Londoner Zeitung Telegraph an.
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