Gesundheit: Aromatherapien – Ätherische Öle in der Medizin


Heilen mit Lavendel, Thymian und Zitronenmelisse

Auch Krankenhäuser bieten heute AromatherapienHuiles-essentielles als unterstützende Maßnahmen an. Das halten manche Schulmediziner zwar noch immer für Esoterik, aber die Heilung ist nachweisbar.

Stark duftende ätherische Öle aus Pflanzen können nicht nur das Wohlbefinden der Menschen steigern, sondern auch die Heilung (etwa von Wunden) unterstützen. Das ist schon seit Jahrtausenden bekannt. Schon im Mittelalter entwickelte sich zum Beispiel in der französischen Provence und an der Côte d’Azur, insbesondere rund um die Stadt Grasse, eine im wahrsten Sinne des Wortes florierende Parfümindustrie.

Der Begriff »Parfüm« stammt aus dem lateinischen perfumum (»durch den Rauch«), denn die aromatischen Pflanzen in der Antike wurden meist als Räucherwerk verwendet. Später gewannen die alkoholischen Pflanzenextrakte in Form von Eau de Toilette oder Parfüm an Bedeutung, da die Menschen sich bis in die Neuzeit vergleichsweise selten gewaschen haben. Neben einem angenehmen Duft verbreiten Pflanzen wie der Lavendel oder der Thymian aber auch gute Stimmung.

Das hängt wohl damit zusammen, dass die Riechnerven ohne den Umweg über den Thalamus direkt in das für das Gefühlsleben zuständige limbische System unseres Hirns führen. In der modernen Wellness spielen sie deshalb eine Schlüsselrolle. Neuerdings wächst wieder das Interesse an einem gezielten Einsatz ätherischer Öle in der Medizin. Es ist seit Längerem bekannt, dass Lavendelöl stark antiseptisch wirkt und sich vor allem bei der Behandlung von Brandblasen bewährt hat.

Außerdem vertreibt Lavendelduft Ungeziefer. cat-aromatherapie-103Auch Thymian, Salbei, Zimtrinde und Zitronenmelisse wirken antibakteriell. Bei Husten und anderen Erkältungskrankheiten haben sich Bäder oder Aufgüsse mit
verschiedenen ätherischen Ölen wie Eukalyptus, Kamille und Thymian bewährt.

Bei Depressionen und Stimmungsschwankungen helfen Jasmin-, Orangen- und Zitronenöl. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg kam dafür der Begriff »Aromatherapie« in Mode. Heute müssen niedergelassene Ärzte und Heilpraktiker in Deutschland eine zertifizierte Zusatzqualifikation aufweisen, wenn sie die seit Jahrtausenden bewährten alten Aromatherapien anbieten.

Denn manche ätherischen Öle sind trotz ihrer nachgewiesenen Heilwirkung keineswegs ungefährlich, wenn sie nicht richtig dosiert werden. Wer etwa unkontrolliert Teebaumöl zu sich nimmt, der muss wissen, dass dieses infolge des hohen Gehaltes an Terpenen neben den positiven Wirkungen durchaus auch zu Leberschäden führen kann.

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Kopp 26-2014