Serie Ostdeutschland aktuell: Königsberg: Schneller ins Stadtzentrum


 

Königsberg erhält erstmals in seiner Geschichte eine S-Bahn-Verbindung

paz22

Ende März wurde erstmals in der Geschichte des Königsberger öffentlichen Personennahverkehrs ein Triebwagen als S-Bahn genutzt. Zuvor hatte der Chef des Königsberger Stadtrats, Andrej Kropotkin, den schlechten Zustand des öffentlichen Busverkehrs beklagt: „Schmutzige alte Busse im Einsatz – das ist einfach eine Missachtung der Passagiere. Das muss anders werden.“ Tatsächlich wurden in den vergangenen Jahren die meisten Straßenbahnlinien eingestellt, Trolleybusse verkehren nur noch im Zentrum. Die Bevölkerung war so gezwungen, auf private Fahrzeuge umzusteigen oder Minibusse zu nutzen.

Doch jetzt gibt es eine Alternative. Der „Schienenbus“, wie ihn die Königsberger und die Organisatoren des Projekts nennen, verbindet den Stadtteil Ponarth mit dem Zentrum. Zuvor mussten die Bewohner sich über drei Brücken ins Zentrum quälen, eine wurde lange repariert, die anderen beiden waren nur eingeschränkt befahrbar. So dauerte der tägliche Weg zur Arbeit oft über eine Stunde, obwohl die Entfernung nur fünf Kilometer beträgt. Der gleiche Weg mit der Bahn dauert nur zwölf Minuten, was eine erhebliche Einsparung bedeutet. Diese Zeit benötigen Fahrgäste, um von der Station „Kiewskaja“ zum Nordbahnhof zu gelangen. Daneben wurde die Route Selma–Nordbahnhof in Betrieb genommen. Der neue Stadtteil Selma wächst in rasantem Tempo, mehrstöckige Häuser schießen förmlich aus dem Boden. Nun ist das Königsberger Zentrum sowohl mit den nördlichen als auch mit den südlichen Stadtteilen verbunden.

Die Idee einer S-Bahn ist weder neu noch originell. In vielen Städten Europas haben sich S- und U-Bahnsysteme bewährt. Für Königsberg ist es ein Novum, das vielen tausend Bürgern das Leben erleichtern wird. Die Fahrt mit der S-Bahn kostet genau so viel wie die mit anderen Verkehrsmitteln, nämlich 15 Rubel, umgerechnet 30 Cent. Um diesen niedrigen Preis bis Jahresende aufrecht erhalten zu können, wurden aus dem Haushalt der Stadt 4,2 Millionen Rubel, umgerechnet 85000 Euro, zur Verfügung gestellt.

Die städtischen Verkehrsbetriebe haben für die Bewohner des Königsberger Rajons eine Buszubringerlinie bis zur Station „Kiewskaja“ eingerichtet. Die im Bus gelöste Fahrkarte gilt für die Weiterfahrt mit der S-Bahn. Zwar wird der ehemalige Güterbahnhof als S-Bahn-Station erst noch bekannt werden und die eine steile Treppe zu den Gleisen für Gehbehinderte passierbar gemacht werden müssen, doch die Behörden rechnen mit schneller Abhilfe.

Ein S-Bahn-Waggon hat 78 Sitzplätze, mit Stehplätzen fasst er 110 Passagiere. Sollte die Nachfrage steigen, können weitere Waggons angehängt werden. Der Fahrplan sieht bislang sechs Fahrten zu den Stoßzeiten morgens und abends in beiden Richtungen vor. Die ersten Passagiere haben schon den Wunsch nach dem Ausbau des Fahrplans geäußert, damit auch diejenigen, die bereits früher mit der Arbeit beginnen, die Verbindung nutzen können.

Obwohl erst seit Kurzem in Betrieb genommen, erfreut sich die neue S-Bahn-Verbindung bereits großer Nachfrage. Die Waggons sind modern und komfortabel mit weichen Sitzen. Die Fahrt ist wesentlich angenehmer als die mit einem der stinkenden Busse, die regelmäßig im Stau des Berufsverkehrs stecken bleiben.

In Zukunft sollen auch „Schienenbusse“ in den Ort Metgethen, der als Verwaltungsstadt Königsbergs gilt und sich auf dem Weg nach Pillau befindet, eingerichtet werden. Es wird auch über den Bau einer U-Bahn von Tannenwalde, das sich auf dem Weg nach Rauschen befindet, nachgedacht. Das deutet auf eine stärkere Nutzung der Bahn schon in naher Zukunft hin.

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paz 22-14

„EU“-Wahl: Was ist eigentlich links und was rechts?…von Eva Herman


Frei gedacht

von Eva Herman Eva Herman

Während ich diesen Text schrieb, zählten wir nur wenige Tage bis zur „Europawahl“ 2014. Die Berichterstattung im Vorfeld war beeindruckend, überall wurden wir mit bunter Wahlwerbung konfrontiert: Linke, Rechte, Grüne, Rote, Schwarze und so weiter priesen sich an. Auffällig: Die Sorgen und Ängste der Regierenden und Oppositionellen klangen immer öfter durch, denn sie spürten: Da ist etwas im Gange …

Nie zuvor sind sich die Mächtigen der Politik-Elite ihres Erfolges so unsicher gewesen wie heute: Man hat die Gespenster rechts und links in Stellung gebracht, an dieser Linie entscheidet sich nun, wer für oder gegen das System ist. An diesem Punkt entscheidet sich in diesen Tagen offenbar das gesamte Schicksal Europas! Wir wollen darüber nachdenken, was diese Begriffe bedeuten, welche Berechtigung sie in Wahrheit haben.

Was die offiziellen Deutungsbegriffe rechts und links angeht, so geht es in Frankreich, England, Italien, Ungarn, Österreich und weiteren Ländern seit einiger Zeit hoch her: Die „EU“-Kritiker stehen auf der Matte, Euro-Gegner formieren sich, sie alle eint der Gedanke: Schluss mit dem Zentralisierungswahnsinn in Brüssel! Sie wollen ihre natürlichen, die nationalen Rechte zurück-haben, möchten ihren Anspruch auf eigenständiges, regionales Leben zurückerobern und sich nicht von den ungewählten Politikern Brüssels zentral kaputtregieren lassen. Sie erkennen, der „EU“-Zug hat an Fahrt aufgenommen: Was heute an nationalen Völkerrechten einfach gestrichen wird, ist morgen uneinholbar verloren. Die Menschen beginnen zu kämpfen, für ihre Heimat, für ihr Recht auf ihr Land, für ihre Sprache, ihre eigene Mentalität, ihre Zukunft! Und die wollen sie selbst bestimmen, handelt es sich hier doch einzig und allein um ihr Leben.

Und auch in Deutschland zeigte sich vor der Europawahl eine gespaltene Situation: Etablierte Parteien, die seit Jahrzehnten das Heft in der Hand hielten, können sich nun nicht mehr sicher sein, das Volk wendet sich zunehmend ab. Dafür erhalten kleine konservative Parteien Zulauf. Die Etablierten strickten in der Vergangenheit am großen Modell der Europäischen Union eifrig mit, mal von der Regierungsbank aus, dann wieder als Opposition. Doch sprachen sie dabei die ganze Zeit von Europa: Und stifteten damit Verwirrung. Denn die meisten Menschen im Abendland sind zwar klar für Europa, für eine gemeinsame Grundlage von Kultur, Tradition und Vielfalt, im richtigen Sinne allerdings. Doch sprechen sich diese Menschen gleichzeitig gegen das „EU“ngeheuer in Brüssel aus, das mit seinem Gleichmachungswahn ihre Lebensformen beschneidet und ihnen die Identität raubt.

Gerade für diese Haltung werden die Menschen von der Politik und den Systemmedien als rechts bezeichnet. Letztere helfen nicht, die auffallend unterschiedlichen Begriffe „EU“ und Europa sauber zu erklären. Die offizielle Lesart lautet platt: Bist Du gegen die „EU“, so bist Du gegen den Euro, und damit bist Du gegen Europa! Das bedeutet ganz klar: Du bist rechts!

Und was geschieht weiter? Die Regierungsoberhäupter und ihre Medienleute erheben die Begriffsverwirrung über sämtliches Geschehen, um mit diesem Werkzeug die Stimme der „EU“-Gegner (es handelt sich übrigens um die überwältigende Mehrheit der Bürger Europas) schnell und wirksam zu eliminieren: Diese werden einfach als rechts abgeurteilt, als rechtspopulistisch, als rechtsextrem. Diese Begriffe werden im Moment des Aussprechens bereits mit dem unrühmlichsten Teil der deutschen Geschichte eng verknüpft, und schwupp, gehört man auch schon dazu.

Flugs wird man, aufgrund einfach überzeugender, sachlicher Kritik an dem ja schon sichtbar zusammenbrechenden System, auf diesem Wege automatisch zum geschichtlichen Mittäter abgestempelt, der jetzt besser den Mund halten sollte, wenn er keinen Ärger will. Währenddessen erfüllen die systemtreuen Medien ihren Auftrag, um unterstützend diesen Eindruck zu verfestigen. Und so wird so manch braver Bürger über Nacht als ein Rechter, als ein Rechtsradikaler, als Nazi diffamiert. Ist man heute also schon ein Nazi, wenn man seine Kultur verteidigt?

Gleichzeitig dürfen die Linken angriffslustig auftreten. Sie haben wenig zu befürchten. Denn sie sorgen sich nicht um den Erhalt ihrer Traditionen, sie pfeifen drauf! Sie suchen keine individuelle Kultur, denn sie glauben, alle Menschen seien gleich. Sie finden das Deutsche peinlich, wollen ihre Identität lieber heute als morgen loswerden. Deswegen werden sie auch von den Mächtigen unterstützt, die mit der Brüsseler Zentralregierung die Hoheit über Gesamteuropa wollen, ohne deutsche, ohne individuelle, ohne irgendwelche Eigenheiten. Und so randalieren die Linken munter drauflos, sie greifen rechte Bürger an, rhetorisch wie auch körperlich, sie zünden Autos an, werfen Farbbeutel auf Häuser und Eier auf Menschen.

Links gegen rechts. Ist das alles noch zeitgemäß? Wohl nicht, denn die Begriffe stimmen ja nicht mehr, sie stehen nicht richtig, werden falsch ausgelegt, vollkommen umgedeutet. Wer seine kulturelle Identität wahren will, ist rechts? Ja, warum denn eigentlich nicht? Schauen wir uns einmal die beiden Begriffe rechts und links noch genauer an, was bedeuten sie denn im ursprünglichen Sinne?

Der Begriff rechts entstammt dem indogermanischen Wortstamm reg, der die sprachgeschichtliche Wurzel darstellt für folgende Ausdrücke: sich aufrichten, recken, geraderichten, aufrichten. Wer sich zum Beispiel die Semantik zur allgemeinen Rechtsprechung anschaut, findet hier den Begriff rechts außerordentlich ausgeprägt: Rechtsordnung, Recht und Gesetz, das Rechte wollen, das Richtige und vieles mehr. Es passt also genau zusammen, wenn wir den ursprünglichen Wortstamm reg zugrunde legen. Rechts hat durchweg eine positive Begrifflichkeit. Schauen wir noch einen Schritt weiter:

Des Menschen Tat- und Arbeitshand ist allermeist die rechte. Ausnahmen bestätigen die Regel. Es ist also nicht die linke Hand. Wer seine Kleidung falsch herum anzieht, trägt sie links. Wer sich falsch bewegt, ist linkisch. Wer gegen andere Menschen hintertrieben agiert, wird als linker Vogel bezeichnet, der jemanden linkt, also betrügt. Das neuhochdeutsche links stammt aus dem mittelhochdeutschen linc, lenc. Die ursprüngliche Bedeutung war ungeschickt.

Übrigens wächst die Zahl jener Regionen in Europa, die Unabhängigkeit, also ihre nationale Identität, anstreben, rasant. So wollen sich zahlreiche Schotten vom Vereinigten Königreich abspalten. Ebenso strebt Katalonien seine Unabhängigkeit von Spanien an. Im März stimmten über zwei Millionen Einwohner der Region Venetiens für die Loslösung Roms, das waren fast 90 Prozent. Ebenso sprechen sich immer mehr Sarden für die Unabhängigkeit von Rom aus, und selbst in Sizilien gibt es zunehmende Strömungen dafür. Belgien ist in Flamen und Wallonen aufgeteilt, auch in der Bretagne gibt es Loslösungswünsche von Paris. In Südtirol gärt es schon lange, ein unabhängiger Freistaat wird hier von den „EU“-Gegnern ins Visier genommen … Und so weiter …

Europa 2014: Ein Kontinent voller rechter Bürger? Warum eigentlich nicht?

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paz 22-14