Nach Türken-Video: Ried wird zur politischen Kampfstadt


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Das türkische Rapper-Duo Chiko ft. Dibo plant bereits den nächsten Song.

Nicht nur am Rieder Aschermittwoch wird hitzig über politische Thematiken diskutiert. Was sich in der idyllischen Innviertler Hauptstadt Ried im Innkreis vor wenigen Wochen abspielte, interessierte mittlerweile nicht nur die gesamte heimische Presse, auch französische Medien nahmen das eher peinliche als ernstzunehmende deutsch-türkische Musikvideo einer ausländischen Gruppierung zum Anlass, über Oberösterreich zu berichten. Zu allem Überfluss war das erste, laut Kennern der Szene nicht besonders gut gemachte Video offenbar noch nicht umstritten genug. Der mittlerweile unbeliebte Türke Chiko (Oğuz Akkuş) kündigt inzwischen bereits seinen nächsten „Hit“ an. Verwunderlich ist dabei allerdings die Stellungnahme linker „Extremismusexperten“, die überraschenderweise die Beteiligung der politisch extremistischen Grauen Wölfe beim Video schönzureden versuchen.

Tief verstrickt im extremistischen Sumpf

Seit dem Auftauchen des Videos von Chiko ft. Dibo (bürgerlich Ibo Dursun) mit dem Titel „Meine Stadt Ried“ (Unzensuriert.at berichtete) hat sich auf der Internetplattform Facebook eine Art Antwortgruppe auf die Sänger der aggressiven Botschaft gefunden. Unter dem Namen „Unsere Stadt Ried“, welche mittlerweile bei knapp 4.000 Menschen Gefallen gefunden hat, lässt man die südländischen Landgangster blass aussehen. Dort kann in zivilisierter Form über die Ereignisse und Zustände in Ried diskutiert werden.

Dies nahm ein 37-jähriger Welser namens Thomas Rammerstorfer nun zum Anlass, seine etwas eigenwilligen Theorien über Rechtsradikalismus in der Messestadt zum Ausdruck zu bringen. Typischerweise verbreitet er seine Lehren auf einem Internetblog sowie ab und an auch auf Vorträgen. Bedenklich findet er nicht das gewaltverherrlichende Video der muslimischen Rapper, sondern vielmehr empört er sich über dieFacebook-Gruppe von heimischen Bürgern, die ihrem Unmut Luft machen wollen, und bezeichnet diese pauschal als Rechtsextreme.

Nachrichten bieten Denunzianten Plattform

Rammerstorfer versteht nicht, warum man sich unter den Riedern über die ultranationalistische Gruppierung der „Grauen Wölfe“ aufregt, haben die laut seinen Angaben doch in den siebziger Jahren schon eng mit Neonazis zusammengearbeitet, und fällt mit dieser Behauptung auch schon das Urteil über die Innviertler Bevölkerung.

Viel bedenklicher an diesem selbsternannten Experten ist aber sein eigener Lebenslauf. So scheint Rammerstorfer seine demokratische Gesinnung für ausreichend belegt zu halten durch seine Mitarbeit bei der Linzer kommunistischen Parteizeitung KPÖ-Café, dem kommunistischen Organ Analyse & Kritik sowie seiner Mitarbeit in einigen extremistischen Antifa-Organisationen. So habe er laut eigenen Angaben in einem Interview mit den Oberösterreichischen Nachrichten, welche dem Überlebenskünstler bezeichnenderweise als Experten eine Plattform boten, an der Veröffentlichung eines Buches über die faschistische Gruppierung der „Grauen Wölfe“ mitgewirkt und wisse genau, dass es in Ried nur etwa ein Dutzend davon gibt. Wie sich eben jenes Dutzend ein eigenes Vereinslokal in der nicht gerade günstigen Gegend der Rieder Innenstadt leisten kann, wirft zusätzliche Fragen auf.

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