Bretterbuden…für Deutsche streng verboten


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Letzte Woche überraschte Stadtentwick­lungssenator Müller von der SPD die Berliner mit einem innovativen Vorschlag für die Verbesserung der Wohnungs­situation in der Stadt bei gleichzeitiger Bereicherung des Stadtbildes durch ungewöhnliche Architektur.

Die Blaupause dafür lieferten die sogenannten Flüchtlinge am Kreuzberger Oranienplatz, die sich vor mehr als einem Jahr auf Einladung des Kreuzberger grünen Bürgermeisters dort niedergelassen haben und bisher in Zelten kampierten. Nun verschönern sie in fleißiger Arbeit den Oranienplatz mit Bretterbuden. Das rief anfangs Irritationen hervor, selbst im Rathaus Kreuzberg, bis die Hauptstadtmedien die frohe Botschaft verkünden konnten, dass alles seine Ordnung habe.

Senator Müller von der SPD hatte erklärt, dass Bretterbuden unter zehn Quadratmetern und einstöckig „verfahrensfrei“ seien und keiner Genehmigung bedürften.

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Wunderbar! Ich sehe mich schon auf meinem Lieblingsplatz im Pankower Bürgerpark eine Bretterresidenz bauen, natürlich unter zehn Quadratmetern, einstöckig. Ich darf gespannt sein auf die Reaktionen meines Bezirksamts, das weniger begeistert von meiner Idee sein wird, vor allem, wenn ihr viele Pankower folgen. Statt der großen Liegewiese hätten wir bald eine Shanty-Town an der Panke. Gleiches ist denkbar in allen großen und kleinen Parks in der Stadt.

Habe ich etwas übersehen? Ach ja, ich bin kein Flüchtling, man kennt meinen Namen und meine Adresse.

Innerhalb weniger Stunden wäre die Polizei vor Ort und würde meinem Treiben ein Ende machen. Danach sähe ich mich mit Anklagen konfrontiert, etwa wegen Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung. Wenn ich mit Verweis auf die Einlassung unseres Stadtentwicklungssenators auf meinem verfahrensfreien Recht bestünde, könnte ich mich glücklich schätzen, wenn ich nur unter staatliche Kuratel gestellt werden würde und nicht gleich in der geschlossenen Anstalt verschwände. Meine Partei würde ein Ausschlussverfahren gegen mich einleiten und die Hauptstadtmedien würden mich, je nach Tagesform des Redakteurs, entweder mit scharfen Worten verurteilen oder sich über mich lustig machen.

Es sei denn, ich finanzierte einen Flüchtling, vorzugsweise aus Lampedusa, der sich statt meiner im Bürgerpark niederließe. Dann hätte ich das vollste Verständnis der regierenden SPD und der Hauptstadtpresse. Die CDU würde ein bisschen Theaterdonner veranstalten, ich könnte aber sicher sein, dass unser Innensenator, wie am Oranienplatz, auf die Durchsetzung von Recht und Gesetz verzichten würde. Ich könnte meine Ausgaben von der Steuer absetzen und mich für den Toleranzpreis nominieren lassen.

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