Staatsverschuldung 1950-2011 – Generationenvertrag ade – 12 Bill. Eurokrise – Hans Werner Sinn


Sinn zeigt in knapp 35 Minuten die für Deutschland absolut tödliche Kombination von Geburtenrückgang, wachsenden Sozial- und Rentenansprüchen, sowie die Brisanz des Verleihens der deutschen Altersvorsorge via Target-Kredite an die Südländer auf.

Wir müssen einsehen, dass unser Geld schon weg ist und die Politik mit immer aberwitzigeren Rettungsmaßnahmen lediglich immer kürzere Zeitkontingente kauft.

Sehr aufwühlender Vortrag!

timgund

Welt, Bild arbeitet mit Linksradikalen zusammen: „Grenzen wurden überschritten“


Olympiateilnehmerin Nadja Drygalla: Die sportliche Zukunft der Athletin ist ungewiß

hören statt lesen

Nach all dieser durch Grüne und Rote verursachte Medien-hetze schlimmsten Ausmaßes, zudem falsch und verlogen:

was ist falsch an einer national-patriotischen Partei die verfassungsmäßig zu allen Wahlen zugelassen ist???

Was ist an der NPD im Vergleich zum chinesischen Rot-Faschismus-Kommunismus denn schlimmer? Die roten Massen-Mörder aus China werden von den Grünen, speziell diesem Vesper, vergöttert und verteidigt. Die NPD, die ausser ihrer deutsch-freundlichen Gesinnung sich nie etwas hat zu schulden kommen lassen, wird bis zum Mord verfolgt……..

Deshalb: wir haben nichts gegen die NPD aber alles gegen GRÜNE und LINKE…..

HENNING HOFFGAARD

Wer sich aktuelle Fotos von
Nadja Drygalla anschaut,
erkennt die 23 Jahre alte
Sportlerin kaum noch wieder. Das lebenslustige
Lächeln vergangener Tage
ist verschwunden. Die junge Frau wirkt
traurig, geschafft, gebrochen. Seitdem
ihre Beziehung zu einem ehemaligen
NPD-Mitglied, der auch bei den „Nationalen
Sozialisten Rostock“ aktiv gewesen
sein soll, am 1. August auf einer anonymen
linksextremen Internetseite thematisiert
wurde, steht die Welt der jungen
Sportlerin kopf. Nur Stunden nachdem
erste Zeitungen die Antifa-Meldung
aufgegriffen hatten, bittet der Chef der
deutschen Olympiamannschaft, Michael
Vesper, die Ruderin zum Rapport. Am
Ende des Gesprächs gibt Drygalla bekannt,
sie werde das olympische Dorf
in London unverzüglich verlassen.
Anstatt die Wogen so zu glätten,
nimmt die Debatte um das Privatleben
der Sportlerin danach erst richtig Fahrt
auf. Welt und Bild veröffentlichen Anfang
der Woche verpixelte Antifa-Fotos
einer rechtsextremen Kundgebung. Vorwürfe
werden laut, es handele sich bei
einer schlecht erkennbaren blonden
Demonstrantin um Drygalla. Sie dementiert

schließlich rudert auch die
Springer-Presse zurück. Doch die politische
Diskussion ist zu diesem Zeitpunkt
schon nicht mehr zu stoppen. Als erstes
hatte sich die Linken-Politikerin und
Vizepräsidentin des Bundestags, Petra
Pau, aus der Deckung gewagt. Der Athletin
sei bereits seit Jahren ein „strammer
Hang ins Nazimilieu“ nachgesagt worden,
behauptet Pau. „Meiner Meinung
nach wäre nach den vorliegenden Informationen
eine Olympiateilnahme von
Nadja Drygalla nicht zu rechtfertigen
gewesen.“
Ähnlich äußert sich auch die Vorsitzende
des Sportausschusses im Bundestag,
Dagmar Freitag (SPD). Sie will das
Thema nach der Sommerpause auf die
Tagesordnung setzen. Die Intention ist
deutlich. Sippenhaft dürfe es nicht geben,
meint sie, und läßt prompt ein Aber
folgen. Nun müsse sich die Bundeswehr,
bei der Drygalla einen Antrag auf Sportförderung
gestellt hatte, fragen lassen, ob
sie die Athletin fördern wolle. Zudem
müsse Klarheit geschaffen werden, welche
Beziehungen die Ruderin zur rechtsextremen
Szene habe und warum sie ihre
Ausbildung bei der Polizei in Mecklenburg-
Vorpommern beendet habe. Der
Geschäftsführer des Landessportbundes
Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Haberland,
riet der Sportlerin sogar, sich
einen neuen Freund zu suchen

Erwin Sellering (SPD) geht das
zu weit. Der Ministerpräsident von
Mecklenburg-Vorpommern erhob am
Dienstag schwere Vorwürfe gegen Innenministerium
und Ruderverband.
„Man kann sie nicht aus London nach
Hause schicken und diesem Mediensturm
überlassen, sondern dann muß
man auch sagen: Nach unserer Auffassung
ist ihr nichts vorzuwerfen“, sagte
der SPD-Politiker. Es dürften keine
Mutmaßungen über das Privatleben der
Sportlerin ausgetauscht werden, derren
Nominierung im übrigen nicht zu beanstanden
sei. Auch Verteidigungsminister
Thomas de Maizière (CDU) will sich
von der Hysterie nicht anstecken lassen.
Drygallas Antrag auf Sportförderung
werde unvoreingenommen geprüft.
Unterdessen prüft das Bundesinnenministerium
bereits einen Gesinnungs-
Tüv für Sportvereine. Mit Drygalla, die
sich während ihrer Karriere bislang niemals
politisch äußerte, hat das nichts
zu tun. „Ich habe viele Bilder gesehen,
unter denen mein Name stand und
vermeintliche Fakten gelesen, die einfach
falsch sind“, sagt sie bestürzt der
Nachrichtenagentur dpa. Ihr Freund
habe sich nun aus der Szene zurückgezogen.
Die NPD bestätigte unlängst
seinen Austritt aus der Partei. Drygalla
sagt, sie wolle derzeit nur noch eines:
„Rudern.“

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aus JF 33-2012 online

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Michael Vesper-grüner-Rotfaschist: Nach ihrem Krisengespräch mit dem DOSBChef reiste Ruderin Drygalla ab


Der
Wohl-Täter

Michael Vesper.

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Nach ihrem
Krisengespräch mit dem DOSBChef
reiste Ruderin Drygalla ab.

RONALD BERTHOLD

Dieser Mann hat sich Respekt
verschafft: Als es dieser Tage
darum ging, Sippenhaftung und
den „Kampf gegen Rechts“ auf
politisch korrekte Weise zu
verbinden, hat Michael Vesper
„konsequent“ gehandelt – das
wird ihm von Medien und Politik
einhellig bescheinigt. Nach
der Einbestellung der deutschen
Olympia-Ruderin Nadja Drygalla
(Bericht Seite 4) zum Krisengespräch
mit Vesper reiste
die 23jährige „freiwillig“ aus
London ab. Der Generaldirektor
des Deutschen Olympischen
Sportbundes (DOSB) gilt jetzt
als so etwas wie der Retter des
olympischen Gedankens, denn
Vesper habe den „Nazi-Skandal“,
der die Spiele „verdunkele“, wie
es in den Medien hieß, energisch
und elegant gelöst.
Dabei war Vesper pikanterweise
vor vier Jahren, bei den
Olympischen Spielen in Peking,
selbst dem kommunistischen Regime
beigesprungen, als es dafür
kritisiert wurde, Internetseiten zu
zensieren. Damals hatte er in Interviews
gesagt: „In jedem Land
der Welt, auch in Deutschland,
werden Internetseiten gesperrt.“
Dies sei „natürlich“ auch in China
so. Im übrigen: „Es geht um
Sport, nicht um Politik.“ Wie
wahr, mag mancher, der sich nun
mit der Sippenhaftung im Fall
Drygalla noch nicht anfreunden
kann, ihm heute beipflichten.
Und wie damals versucht Vesper
auch heute auf allen Hochzeiten
gleichzeitig zu tanzen: 2008
indem er flugs nachschob, daß
er trotz seiner Rechtfertigung
der Zensur natürlich „ein strikter
Gegner von Internetzensur“
sei und, als die Kritik an ihm
zu groß wurde, seine Äußerungen
gar widerrief. Jetzt, indem
er Nadja Drygalla zwar auch in
Schutz nahm, ihr etwa attestierte,
„auf dem Boden demokratischer
Grundsätze“ zu stehen, gleichzeitig
aber ihre Abreise – sprich
Abservierung – „begrüßte“.
Bekannt ist der Name Vesper
aber nicht nur in Zusammenhang
mit dem DOSB. Der
Diplom-Soziologe ist mit der
Journalistin Ferdos Forudastan
verheiratet, die jüngst für Aufmerksamkeit
sorgte, als sie zur
Sprecherin von Bundespräsident
Gauck berufen wurde (JF 29/12),
und Bruder Stefan ist seit 1999
Generalsekretär der einflußreichen
„linkskatholischen“ Laienorganisation
Zentralkomitee der
deutschen Katholiken. Geboren
1952 in Köln, war Michael Vesper
einst Gründungsmitglied
der Grünen, saß für diese im
Landtag von NRW, brachte es
gar zum Bauminister und Vize-
Ministerpräsidenten. Manch alter
Weggefährte wirft ihm heute
Verrat an den Idealen von einst
vor, um den Posten des DOSBDirektors
zu ergattern. Laut Financial
Times Deutschland hat
Vesper tatsächlich „den DOSB
mit harter Hand in ein zentralistisches
Organ verwandelt“,
während dieser in einem Selbstportrait
verlauten läßt: „Michael
Vesper ist ein Funktionär, aber
das bürokratische Image des Begriffs
paßt nicht zu ihm. Er ist
sprachlich und gedanklich sehr
beweglich.“ Was das genau zu bedeuten
hat, hat er im Fall Drygalla
nun eindrucksvoll gezeigt.
Michael Vesper. Nach ihrem
Krisengespräch mit dem DOSBChef
reiste Ruderin Drygalla ab

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aus Junge Freiheit Ausgabe online Nr. 33-2012

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Totale Entmenschlichung


journalismus
journalismus

„Fall Drygalla“: Die Medienhysterie ist ein Lehrstück des aktuellen Journalismus

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DORIS NEUJAHR
Die Medienhysterie um die Ruderin
Nadja Drygalla wirft zwei Fragen
auf: Ist dies eine neue Etappe der
geistig-moralischen Erosion des Landes
und insofern eine Negation seiner Ursprünge?
Oder kommt die Bundesrepublik
in ihr zu sich selbst? Der Vorwurf an
Drygalla, sich nicht von ihrem Freund,
einem ehemaligen Sportkameraden und
NPD-Mitglied getrennt zu haben, läßt
an Brechts „Ballade von der Judenhure
Marie Sanders“ denken, deren Geliebter
„zu schwarzes Haar“ hat: „Besser, du bist
heute nicht zu ihm /wie du gestern zu ihm
warst.“ An gleichlautenden Ratschlägen
hat es auch bei Frau Drygalla nicht gefehlt,
deren Geliebter eine braune Seele
haben soll. Den gängigen Einwand: „Aber
das sei doch etwas völlig anderes!“, kann
man getrost wegwischen. Die Vorzeichen
haben sich geändert, doch die Instinkte
und Verhaltensmuster sind die gleichen
und abrufbar.
Ganz klar hat die Kampagne eine sexuelle
Konnotation, wie man sie auch in
des verklemmten Julius Streichers Stürmer-
Propaganda nachgewiesen hat: Da ist die
blonde Schöne als Objekt der Begierde,
die vom animalischen King-Kong-Nazi
in Beschlag genommen wird. Was für eine
Beleidigung des ehrbaren Demokraten.
Ein seriöser Journalismus würde danach
fragen, ob eine NPD-Mitgliedschaft zwingend
die Bewunderung für Adolf Hitler
nahelegt. Oder, ob man die Persönlichkeit
eines Menschen auf seine Parteizugehörigkeit
reduzieren darf, ob das nicht eine
totalitäre Entmenschlichung ist. Doch das
zu erörtern, wäre riskant für den, der zur
Gemeinschaft der „Anständigen“ (so Ex-
Kanzler Gerhard Schröder) dazugehören
will.
Einfacher ist es, die soziale und psychische
Vernichtung einer jungen Frau
zu betreiben, die keinem etwas getan hat.
Übrigens: Auch ihr Freund hat offenbar
niemandem etwas getan, man kann ihm

nur die falsche Gesinnung vorwerfen. Es
war eine Spezialität des Stalinismus, private
Loyalitäten zu zerstören, um das atomisierte
Individuum politisch form- und verfügbar
zu machen. Sippenhaft heißt nicht
unbedingt, in Haft genommen zu werden,
sondern jemanden für das Handeln eines
Dritten haftbar zu machen. Allerdings
kann die Haftung tödliche Formen annehmen.
Das reicht vom Selbstmord bis zur
stalinistischen Praxis, selbst Zwölfjährige,
die ihre Eltern nicht denunzieren wollten,
zu Verbrechern zu erklären.
Der Redakteur einer Lokalzeitung
schreibt: „Es gehört zur Fürsorge-Pflicht eines
Sportverbandes, daß er über die Gesinnung
seiner Sportler Bescheid weiß.“ Die
Verbindung der Gesinnungskontrolle mit
dem Anspruch sozialer und pädagogischer
Fürsorge war schon das Herzensanliegen
des Chefs der DDR-Staatssicherheit, Erich
Mielke. Der Sportfunktionär Michael Vesper,
nach der Intimbeziehung Drygallas
befragt, antwortete: „Wenn wir da nur
einen leisesten Hinweis in diese Richtung
hätten, wäre diese Person nicht Mitglied
unserer Mannschaft.“ Diese Person! Ihr
Name sei ausgelöscht. Da fehlt nur noch,
daß man Drygalla aus Gruppenfotos herausretuschiert.
Vor allem erleben wir ein Lehrstück über
den aktuellen Journalismus. Gemeint sind
nicht die defizitären, im Grunde bedauernswerten
Antifa-Autoren, sondern die
durchschnittlichen Handwerker. Bundesdeutsche
Journalisten sind Staatsmenschen

„Die Verbindung der
Gesinnungskontrolle
mit dem Anspruch
sozialer und pädagogischer
Fürsorge war
schon das Herzensanliegen
des Chefs der
DDR-Staatssicherheit,
Erich Mielke

par excellence, das heißt, in ihnen manifestieren
sich am klarsten die Mechanismen,
die innere Logik und die Intentionen des
Staates. Das ergibt sich aus ihrem Doppelcharakter.
Einerseits betätigen sie sich als
Sinn- und Ideologieproduzenten. Sie haben
den Ehrgeiz, die Entwicklungen nicht nur
zu kommentieren, sondern auch voranzutreiben,
ihre Richtung zu bestimmen, die
Stichworte zu liefern, Macht auszuüben.
Andererseits ist ihre Macht nur geliehen
und ihre Stellung prekär. Sie sind weniger
Ideengeber als Transmissionsriemen,
und wenn sie die Machtverhältnisse falsch
einschätzen, verschwinden sie sang- und
klanglos in der Versenkung. Aus dieser
Unsicherheit begeben sie sich in die Sicherheit
des Rudels. Von dort agieren sie
mit brutaler Verschlagenheit. Andererseits
verfallen sie in sentimentale Wehleidigkeit,
wenn es schlecht aussieht.
Und es sieht heute alles andere als gut
aus, selbst für sie nicht. Angesichts des fundamentalen
Euro-Irrtums vermag niemand
einzuschätzen, wie das Land sich in einem
Jahr befinden wird. Die Journalisten, die
mehrheitlich ihrem Rudelinstinkt gefolgt
waren und die Euro-Ideologie propagierten,
haben allen Grund, verunsichert zu
sein. Was liegt da näher, als zur bewährten
Nazi-Jagd zu blasen?
Aber die Sache liegt tiefer. Mit der Begründung
des Gegenentwurfs fixiert die
Bundesrepublik sich jeden Tag mehr auf
das Dritte Reich, das längst ihren wichtigsten
Sinnstifter darstellt. Ist es da nicht
unausweichlich, daß ein dialektischer Umschlag
erfolgt und sie Steuerungsmechanismen,
Zustände und Verhaltensweisen von
damals – unter konträren Vorzeichen – reproduziert
und mimetisch nachvollzieht?
Der Journalist als Staatsmensch legt diese
These nahe.
Doch es gibt Ausnahmen, sogar in der
Presse. Und Verteidigungsminister Thomas
de Mazière hat seinen Widerwillen über
die Kampagne mit der Deutlichkeit ausgedrückt,
die ihm möglich ist. Der größte
Lichtblick aber ist, daß Nadja Drygalla
trotz allem zu ihrem Freund hält – daß es
in Deutschland noch soviel Anstand gibt.

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aus Junge Freiheit Ausgabe online Nr. 33-2012

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CSU-Politiker erhebt schwere Vorwürfe gegen SPD und Grüne


Florian Herrmann: SPD und Grüne Mitschuld an Gewalt gegen Polizisten .

MÜNCHEN. Der innenpolitische Sprecher der CSU Fraktion im bayerischen Landtag, Florian Herrmann, hat SPD und Grünen vorgeworfen, eine Mitverantwortung für die steigende Gewalt gegen Polizisten zu tragen. Beide Parteien ließen keine Gelegenheit aus, die Beamten als „bürgerfeindliche, schnüffelnde und mit Rechtsextremisten paktierende Schläger darzustellen“, sagte der CSU-Politiker. Wer sich so äußere, dürfe sich nicht wundern, wenn Polizisten als Freiwild betrachtet würden.

Herrmann forderte die Oppositionspolitiker auf, die Leistungen der Polizisten im Freistaat künftig stärker zu würdigen und ihr Verhältnis zu gewalttätigen Linksextremisten zu klären. „Wenn der steinewerfende Autonome zum Demokratie-Held hochstilisiert wird und der Polizist zum Gegner, dann haben wir eine verschobene Werteskala“, kritisierte Herrmann. Die Beamten müßten von den Abgeordneten eine große Portion Vertrauen erwarten können.

Hintergrund der Kritik ist ein Bericht des bayerischen Innenministeriums, nachdem die Gewalt gegen Polizisten im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent auf 6.909 Fälle gestiegen ist. Etwa ein Drittel davon sind Körperverletzungsdelikte.

Etwa jeder fünfte Täter war nicht im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit.

Skandalisierung: Die Macht der manipulierten Meute


Michael Brückner

Die Regisseure von Skandalkampagnen brauchen vor allem eines: ein Publikum, das ihnen bereitwillig folgt und in den Chor der Empörten und Entrüsteten einstimmt. Mit welchen Mitteln sie dabei vorgehen und weshalb ihre Strategien mitunter auch grandios scheitern, weiß der renommierte Medienwissenschaftler Hans Mathias Kepplinger.

Nichts bindet mehr Aufmerksamkeit in der medial übersättigten Gesellschaft als ein handfester Skandal. Einstige Superstars stürzen in die Bedeutungslosigkeit, die Reputation einstmals angesehener Menschen wird vernichtet, Unternehmen werden in die Insolvenz getrieben. Die Medien beherrschen das Handwerk der Skandalisierung virtuos. Manager, Politiker und andere

Protagonisten des öffentlichen Lebens verschwinden nach einem Skandal für lange Zeit, viele für immer, von der Bühne. Manchen aber gelingt ein fulminantes Comeback.

Der Fernsehzuschauer, Zeitungsleser oder Internet-User empfindet vielfach die Skandalisierung als eine gerechte Strafe für vermeintliche oder tatsächliche Sünder. Ex-Postchef Zumwinkel wurde wie ein Verbrecher vor laufenden Kameras abgeführt, weil er Steuern hinterzogen hatte. Guttenberg jagte man wegen seiner Tricksereien bei seiner Doktorarbeit in Schimpf und Schande aus dem Amt. Und auch dem Wetter-Moderator Kachelmann hat bis zu seinem Freispruch wohl eine Mehrheit der Bevölkerung so ziemlich alles zugetraut.

Die Medienkonsumenten empfinden eine Genugtuung darüber, dass eben sogar den Reichen, Mächtigen und Prominenten Ungemach ins Haus steht, wenn sie gegen Regeln verstoßen. Tatsächlich aber sind die Bürger nicht nur Beobachter – vergleichbar mit den Zuschauern in einem Gerichtssaal –, sondern Teil der Inszenierung. Sie spielen unbewusst eine wichtige Rolle. Und sie müssen sie spielen, denn ohne breite Resonanz in der Öffentlichkeit läuft der Versuch einer Skandalisierung regelmäßig ins Leere.

Der Politik- und Medienwissenschaftler Hans Mathias Kepplinger hat jetzt die Mechanismen der Skandalisierung enthüllt. Sein neues Buch stützt sich auf die Befragung Hunderter von Journalisten, Politikern und Managern. Zudem wurden Tausende von Skandalberichten in Presse, Rundfunk und Fernsehen unter die Lupe genommen.

Seine Analysen tragen dazu bei, das Publikum zu immunisieren gegen gezielte Medienmanipulationen. Wer weiß, wie (und warum) die Drehbücher der Skandalisierung geschrieben werden, lässt sich nicht so einfach instrumentalisieren. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Nur in wenigen Fällen werden Skandale von so genannten investigativen Journalisten aufgedeckt. Sie »übernehmen die skandalträchtigen Perspektiven vielfach von Skandalisierern im vormedialen Raum«, schreibt Kepplinger. Die CDU-Spendenaffäre rund um Ex-Kanzler Kohl habe erst dann an Brisanz gewonnen, als ihm sein »Parteifreund« Heiner Geißler in den Rücken gefallen sei.

Wie aber lässt sich ein Skandal am wirkungsvollsten dramatisieren? Mit welchen Methoden wird das Publikum manipuliert? Hans Mathias Kepplinger nennt die sechs perfidesten Strategien, die jedem Fernsehzuschauer und Zeitungsleser sehr bekannt vorkommen dürften.

  1. Die Verwendung von Horror-Begriffen: »Killerbakterien«, »Waldsterben«, »Pandemie« und »Super-GAU« sind wahre Klassiker. Bleibt die Katastrophe am Ende wieder einmal aus, dann war es eben eine »Beinahe-Katastrophe«.
  2. Verbrechens-Assoziationen: Es werden Begriffe verwendet, die an schwerste Formen der Kriminalität erinnern. Beispiele: »Blutbad«, »Wasserdiebstahl«, »Verfassungsbruch«.
  3. Katastrophen-Suggestionen: Die Medien ängstigen das Publikum ausschließlich mit Worst-Case-Szenarien (zum Beispiel im Zusammenhang mit der Vogel- und Schweinegrippe), unabhängig davon, wie wahrscheinlich der Eintritt einer solchen Entwicklung ist.
  4. Katastrophen-Collagen: Dabei werden Missstände und Schäden willkürlich aneinander gereiht. Kepplinger zitiert das folgende Beispiel aus Spiegel-TV vom 29. Mai 1994: »Nach dem unheimlichen Angriff der Aidsviren, des Rinderwahnsinns und der Schweinepest formieren sich nun die Killerbakterien zum finalen Schlag gegen die Menschheit…«
  5. Schuld-Stapelung: Mehrere »Skandälchen«, die für sich genommen noch nicht das Potenzial zu einem Aufregerthema bergen, werden als Teil einer Serie dargestellt. Kepplinger nennt das Beispiel des früheren sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf und die mit seinem Namen verbundenen Gästehaus-, Koch-, Gärtner-, Putzfrauen- und Yacht-Affären.
  6. Optische Übertreibungen: Wie oft bekamen die Fernsehzuschauer während der SARS-Epidemie die Aufnahmen von Chinesen mit Mundschutz zu sehen, wie oft die unappetitlichen Schlachthofszenen im Zusammenhang mit der BSE-Krise?

Eine zunehmend wichtige Rolle bei der Skandalisierung spielt das Internet. »Der erste internetbasierte Skandal in Deutschland war 2003 die erfolgreiche Skandalisierung des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann«, schreibt Kepplinger. Am 27. Oktober 2003 erschien inm Online-Magazin Hagalil.com ein Kommentar von Andrea Livnat, die ihm vorwarf, »antisemitische Argumentationen der übelsten Sorte« aufzuwärmen. Eine Rede, die anfangs kaum beachtet worden war, führte schließlich zum Ausschluss Hohmanns aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und später sogar aus der Partei.

Auch der frühere Verteidigungsminister zu Guttenberg sei »von einer anonymen Meute« im Internet zur Strecke gebracht worden, stellt der Autor fest. Wie überhaupt die Verursacher von Skandalkampagnen oft im Dunkeln bleiben. »Die Informanten betreiben die Skandalisierung von Personen und Organisationen aus unterschiedlichen Motiven, bleiben aber in der Regel unerkannt im Hintergrund, geschützt durch das Zeugnisverweigerungsrecht der Journalisten.«Bei den Journalisten unterscheidet Kepplinger zwischen Wortführern, Mitläufern (der überwiegende Teil), Chronisten und Skeptikern.

Allerdings: Nicht immer spielt das Publikum seine ihm zugedachte Rolle in den Skandalisierungs-Inszenierungen. Das bekannteste Beispiel ist die Kampagne gegen Thilo Sarrazin, die in sich zusammenbrach, als die Medien unversehens feststellen mussten, dass ihre Tiraden zu Rohrkrepierern wurden.

Hans Mathias Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung, München 2012, 224 S., 26,90

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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/michael-brueckner/skandalisierung-die-macht-der-manipulierten-meute.html

Deutschlands peinlichster Wochenrückblick


Udo Ulfkotte

Deutschland wird offenkundig immer verrückter. Die CSU verkauft jetzt Schnuller, die Stadt Köln denkt über die Besteuerung von Warteschlangen nach und Kassel eröffnet einen Trinkerraum für Alkoholiker, in dem Bier und Wein ausgeschenkt werden. Doch das ist erst der Anfang der bizarrsten Nachrichten aus den letzten Tagen.

Nicht nur der Bundesfinanzminister, auch die Parteien brauchen dringend Geld. Die CSU verkauft jetzt Schnuller. Angeboten wird der »Beruhigungssauger« für die ganz jungen CSU-Wähler im Alter von bis zu sechs Monaten von der Partei zum Stückpreis von 2,99 Euro, dekoriert mit einem bayerischen Löwen. Der Informationsdienst Kopp Exklusiv berichtete als erstes Medium darüber.

Auch in Köln ist die Stadtkasse leer. Und das Ordnungsamt brillierte nun mit der bahnbrechenden Idee, eine Steuer für Warteschlangen einzuführen. Wer beispielsweise vor Gaststätten oder Discotheken auf dem Bürgersteig steht und auf Einlass wartet, der beansprucht schließlich öffentlichen Raum für eine genehmigungspflichtige »Sondernutzung«, so das Kölner Ordnungsamt. Und dafür müsse dann eine Gebühr gezahlt werden. Was wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, war den Beamten bitterer Ernst. Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) musste aus dem Urlaub ein Machtwort sprechen, um die skurrile Steuer doch noch aufzuhalten. Wer glaubt, das sei skurril, der kennt die vielen anderen Ideen nicht, mit denen Kommunen in den letzten Tagen die Deutschen beglücken wollten.

Den Volltext dieses Artikels lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Hintergrundinformationsdienstes KOPP Exklusiv.

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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/deutschlands-peinlichster-wochenrueckblick.html