Update: Berliner U-Bahnschläger bleiben frei


Das Opfer ist zu schnell geflüchtet

U-Bahnhof Kaiserdamm: Das Opfer ist zu schnell geflüchtet

BERLIN. Die beiden kurdischen U-Bahnschläger, die im vergangenen September in Berlin den 23 Jahre alten Guiseppe M. überfielen und dessen Tod verursachten, sind zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Beide waren bereits wegen Körperverletzung und Raubdelikten bekannt. Damit blieb das Berliner Landgericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die viereinhalb Jahre Haft für den 21jährigen Haupttäter Ali Eren T. verlangt hatte.

Dieser hatte gemeinsam mit dem 22jährigen Baris B. auf dem U-Bahnhof Kaiserdamm den italienisch-bulgarischstämmigen Guiseppe M. und dessen Begleiter angegriffen. Bei der anschließenden Jagd auf Guiseppe M. rannte dieser vor Ali Eren T. auf die Straße vor dem U-Bahneingang, wo ihn ein Auto erfasste und tödlich verletzte.

Opfer ist selbst Schuld

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft konnte der Vorsitzende Richter Ralf Ehestädt keine Hetzjagd der polizeibekannten Schläger auf das Opfer erkennen. Stattdessen sei Guiseppe M. durch eine „Verkettung unglücklichster Umstände“ gestorben.

Das Opfer habe durch eine Kurzschlußreaktion den eigenen Tod herbeigeführt. „Es war eine Flucht Hals über Kopf. Wenn er etwas langsamer gelaufen wäre, wäre es nicht passiert“, begründete der Richter das milde Urteil nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa.

Immer wieder Gewalt im Nahverkehr

Strafmildernd wertete er zudem, daß Ali T. während seiner Inhaftierung selbst Opfer eines Angriffes geworden sei. Damit habe er durch seine Tat selbst Nachteile erlitten, die beim Urteil berücksichtigt werden mußten, bestätigte ein Gerichtssprecher gegenüber der JUNGEN FREIHEIT.

Wegen Körperverletzung mit Todesfolge wurde der Haupttäter zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, sein Bekannter zu vier Monaten.

Eine Reihe von Überfällen in Berlin und anderen Großstädten hat immer wieder zu Diskussionen über die Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr gesorgt.

Was rennt der auch so schnell?

Von Felix Krautkrämer

Es sind genau solche Urteile, die einen das Vertrauen in den Rechtsstaat verlieren lassen. September 2011: Zwei junge Kurden pöbeln einen 23jährigen auf einem Berliner U-Bahnhof an. Fragen nach Zigaretten und zetteln eine Schlägerei an.

Der junge Mann italienisch-bulgarischer Herkunft will flüchten. Er rennt aus dem U-Bahnhof. Die beiden Angreifer hinterher. In Panik läuft Guiseppe M. auf die Straße. Dort wird er von einem Auto erfaßt und gegen einen Laternenmast geschleudert. Der 23jährige stirbt noch am Unfallort. Die beiden Täter Ali T. (21) und Baris B. (22) machen sich in einem Taxi davon.

Frage nach der Verhältnismäßigkeit

Beide sind keine Unbekannten, sondern bereits wegen Raub und Körperverletzung aufgefallen. Doch der Vorsitzende Richter, der ihren Fall an diesem Donnerstag verhandelte, meint es dennoch gut mit ihnen. Guiseppe M. sei irgendwie ja auch ein bißchen selbst schuld an seinem Tod: „Es war eine Flucht Hals über Kopf. Wenn er etwas langsamer gelaufen wäre, wäre es nicht passiert“. Zudem seien die beiden Angeklagten geständig gewesen und hätten Reue gezeigt. Ali T. erhält zwei Jahre auf Bewährung, Baris B. vier Monate.

Es ist müßig zu betonen, wie das Urteil wohl ausgefallen wäre, wäre Guiseppe M. nicht von zwei Kurden, sondern von Rechtsextremisten in den Tod gehetzt worden. Und es stellt sich einmal mehr die Frage nach der Verhältnismäßigkeit, wenn in einem Rechtssystem Meinungsdelikte mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden, der gewaltsam herbeigeführte Tod eines jungen Mannes dagegen als „Verkettung unglücklicher Umstände“ abgetan wird.

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http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M59168505418.0.html

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http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/landgericht/service/kontaktformular.php

Unter Impressum fand ich nur dieses hier:

Postanschrift:
Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, Salzburger Str. 21-25, D-10825 Berlin
Telefon: +49 (0)30 9013 – 0 (interne Einwahl: 913 – 0)
Telefax: +49 (0)30 9013 – 2000
E-Mail: poststelle@senjust.berlin.de (Allgemein)
E-Mail: pressestelle@senjust.berlin.de (Presseangelegenheiten)

Da es sich ja im vorliegenden Fall um eine Strafsache handelt, kann es sich nur um das Berliner Landgericht in Moabit handeln:

Standort Moabit (Strafgerichtsbarkeit)
Turmstraße 91
10559 Berlin-Tiergarten

Tel: +49 (0)30 9014 – 0
Fax: +49 (0)30 9014 – 2010

Das Kontaktformular des Standortes Moabit findet man hier:

http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/ag/tierg/kontaktformular.php

Ich hoffe, dass das Gericht nun, bzgl. des Urteiles vom Richter Ralf Ehestädt, von Euch mit Protestschreiben eingedeckt werden!

Autor: Wiggerl

Eine Lobby für die Deutschen-Österreichischen-Südtiroler-Schweizer Kulturen und Lebensarten – Themen: Heimat, Deutsche Reich, Geschichte

Ein Gedanke zu „Update: Berliner U-Bahnschläger bleiben frei“

  1. Auf gut Deutsch gesagt: Halte still, bis wir dich kaputt geschlagen haben!

    Es ist nicht mehr zum Aushalten mit solchen Urteilen! Was muss also erst passieren, dass die Richter einmal RECHT sprechen! Ich werde einmal versuchen, die Privat Adresse oder E-Mail von diesem Richter zu bekommen. Wenn ich die habe, stelle ich die hier ein!

    Und dann hoffe ich, dass dieses Stück Scheiße von Richter eingedeckt wird mit E-Mails oder Post!

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